Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1942-01 - Tue ich das, was ich hasse?

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Tue ich das, was ich hasse?

Wenn wir Vergebung der Sünden bekommen haben und uns gereinigt haben von den Sünden, wie der Geist und das Gewissen gebieten, dann ist es der aufrichtige Wunsch jeder aufrichtigen Seele, in dieser Reinheit zu bleiben. Aber es zeigt sich in der Praxis, dass dies nicht möglich ist; wir kommen alle zu kurz. Der Grund dafür ist, dass uns Kraft fehlt, um die Sünde zu überwinden. Wenn wir dann danach trachten, dieses Hindernis zu überwinden, dann beten wir innig zu Gott, um die Kraft des Heiligen Geistes über unser Leben zu bekommen. Und das bekommen wir. Nun geht es leichter, und wir freuen uns in all dieser Kraft und Gnade und glauben, dass nun für ewig Schluss ist mit all dem alten Wesen. Aber leider ist das nicht der Fall. Wenn du wahr und aufrichtig sein willst, dann wirst du herausfinden, dass sich bei dir Worte und Werke hervordrängen, die ihre Wurzel ganz und gar nicht im Heiligen Geist haben. Du hasst es und richtest es und fühlst dich wieder glücklich. Aber ehe du dich versiehst, hast du wieder Dinge getan, die du in Geist und Wahrheit hasst. Du trachtest danach, wieder in den Zustand zu kommen, in dem du warst, als du den Heiligen Geist empfingst; denn da jubeltest du und dachtest, dass nun der Sündenleib endlich verschwunden sei. Aber nein, er ist nicht verschwunden. Ehe du dich versiehst, hast du ein liebloses Wort gesagt, ein Versprechen gegeben, das du nicht gehalten hast, schlecht über einen Bruder geredet, bist etwas sauer und mürrisch gewesen. Woher kommt all dies? Natürlich von der Sünde im Fleisch. Du hältst inne und denkst bei dir selbst: Tue ich denn wirklich, was ich hasse? Und du musst antworten: Ja, ich tue, was ich hasse. Aber dann bist du ja einig mit Paulus in Röm. 7. Das Kapitel ist für dich nicht ein Sumpf geworden, den du überspringen kannst, wie oberflächliche Menschen lehren. Allein, dass du das Böse hasst, das du getan hast, beweist, dass du aufrichtig bist und in Selbsterkenntnis und Selbstkontrolle lebst. Du hasst es, und Gott hasst es. Darin sind du und Gott einig. Du könntest ja so denken: Ich will ganz und gar damit aufhören, das zu tun, was ich hasse. Du willst ab jetzt nur das Gute tun, das für dich bereitliegt. Dieser Gedanke ist sehr gut, nur ist es so, dass du dazu nicht imstande bist. Ehe du dich versiehst, hast du erneut getan, was du hasst. Du richtest dich selbst wieder und wieder, und kommst schlussendlich zu dem Ergebnis, dass nicht du es bist, der das Böse tut, sondern dass es die Sünde ist, die in dir wohnt. Du dienst dem Gesetz Gottes mit deinem Gemüt, aber dem Gesetz der Sünde mit deinem Fleisch. Auf diese Weise bist du voll und ganz mit dem Apostel Paulus einig.

Nun kommen wir zu Röm. 8: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Lasst uns diese Gesetze jedes für sich betrachten. Was ist das Gesetz der Sünde? Wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Dies ist das Gesetz der Sünde. Die Empfängnis geschieht in der Gesinnung. Ich muss mit meinem Willen der Lust im Fleisch Folge leisten. Aber in Röm. 7 diente Paulus dem Gesetz Gottes mit seiner Gesinnung. Und wenn er das tut, ist er damit frei vom Gesetz der Sünde – und der Verdammnis.

Das nächste Gesetz, von dem wir freigemacht wurden, war das Gesetz des Todes. Wenn ein Mensch gesündigt hat, will der Geist Gottes Zucht über den Betreffenden bringen – genauso wie der Prophet Nathan zu David kam und ihn züchtigte, als er gesündigt hatte. Wenn man aber die Zucht nicht annimmt, wird die Sünde vollendet und gebiert den Tod. Dies ist das Gesetz des Todes. Als Beispiel dafür kann Saul erwähnt werden, der die Zucht nicht annahm, sondern zum Propheten sagte: Gehe hin und ehre mich vor meinem Volk.

Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht, hat mich also in Christus Jesus von diesen beiden Gesetzen freigemacht. Und woher kommt das? Es kommt daher, dass ich darin lebe, mich selbst zu richten. Die Sünde bekommt keine Herrschaft über mein Leben, sondern ich werde Sieger über die Sünde. Ein jeglicher, der im Licht wandelt, wie Er im Licht ist, macht auf diese Weise die Erfahrung, dass das Blut Jesu Christi von aller Sünde reinigt. Der alte Mensch ist gekreuzigt, auf dass der sündliche Leib zunichte werde, dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

Wenn du dies gelesen und dein eigenes Leben gründlich überdacht hast und herausfindest, dass es so ist, dann bist du auch von der unheilvollen Lehre errettet, die besagt, dass der Sündenleib durch die Geistestaufe weggenommen sei und dass Röm. 7. ein Sumpf sei, den man überspringen müsse. Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. 2. Tim. 3, 16.

Zu aller Schrift gehört auch das 7. Kapitel des Römerbriefes, und es fehlt nur an deiner Aufrichtigkeit, wenn du keinen Nutzen aus diesen Worten von Paulus hast: Ich tue das, was ich hasse.

Im Zuge dieses ständigen Selbstgerichts braucht es alles, dass der Gerechte errettet wird, weil es für ihn schwierig ist, sich selbst zu richten.

Der Wandel im Licht führt dazu, dass man seine Fehler sieht und sie töten und richten kann, damit das Blut Christi von aller Sünde reinigen kann.