Der Hebräerbrief
12. Kapitel
V. 12 und 13. „Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und tut sichere Schritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.“
Davor steht über die Zucht geschrieben, wie notwendig sie ist, doch wenn sie da ist, scheint sie uns nicht Freude, sondern Schmerz zu sein. Man wankt beim Gehen, die Hände sind müde und man denkt: „Es nützt bestimmt nichts, auf diesem schmalen Weg zu gehen.“ Doch, es nützt! Zucht ist die richtige Medizin, sie gibt Weisheit und befreit von Aufgeblasenheit und Hochmut, sie bringt dein Leben in die richtige Ordnung. Sie ist wie eine Navigationshilfe vom Himmel, um dir zu zeigen, wo du dich befindest. Denn gewöhnlich glaubt man, viel weiter gekommen zu sein, als man es in Wirklichkeit ist. Die Zucht ist unser Leben, liebe sie. Bitte Gott um Gnade zu rechtzeitiger Hilfe, dann wird die Zucht schließlich zur täglichen Speise und ohne sie fehlt einem etwas. Sie beinhaltet alle Vitamine, die wir brauchen. Denke daran, wenn deine Knie wanken.
V. 14. „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“
Wir können unmöglich nach Frieden mit allen jagen, wenn dies nicht mit Heiligung in Verbindung steht. Wir können nicht nach Frieden mit Gott und Satan jagen. Frieden mit Herodes und Pilatus würde uns verderben. Aber in Verbindung mit Heiligung wird ein Jagen nach Frieden mit allen verständlich.
V. 15. „Und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden.“
Gottes Gnade zu versäumen, ist dasselbe, wie Gottes Hilfe, seine Stärke und Weisheit zu versäumen. Das führt nur ins Verderben.
Gottes Gnade ist der Sieg, den Jesus Christus in den Tagen seines Fleisches errungen hat. Deswegen herrscht die Gnade durch Gerechtigkeit. Wir bekommen durch sie Hilfe zur Selbsthilfe.
Wenn die Zucht nicht als Zucht wirken kann und nicht als Gnade von Gott angenommen wird, dann wächst eine bittere Wurzel auf. Dann entstehen Zank und Widersprechen. Manche ergreifen Partei für den einen und manche für einen anderen. Das führt nur zum Verderben für die, die zuhören. Solche bitteren Wurzeln können leicht aufwachsen, wo es keinen weisen und verständigen Mann gibt, der zwischen Bruder und Bruder richten kann. Die Lust nach eitler Ehre macht sich geltend. Und doch gibt Gott keinem Fremden seine Ehre.
Schluss mit Zank, leide Unrecht, und dann werden die bitteren Wurzeln von selbst sterben.
