Die Hochschule auf dem Berg Zion
Die Schule liegt auf dem Gipfel der Berge, wie geschrieben steht:
„In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des Herrn Haus ist, feststehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen.
Und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.“ Mi. 4, 1-2.
Die Schule bildet „Bergchristen“ aus, die nicht erschüttert werden. Sie werden auch Könige und Priester genannt. Offb. 1, 6. Der Lehrer zur Gerechtigkeit, der Heilige Geist, unterrichtet in allen Dingen, in allen Fächern. Er erinnert uns an alles, was Jesus gesagt hat. Joh. 14, 27. Er hat uns seinen eigenen Frieden gegeben, und unser Herz erschrickt nicht und fürchtet sich nicht.
Hier auf dem Berg sind wir von vielen tausend Engeln umgeben und fühlen uns daher sicher. Die Versammlung und die Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, ist auch hier. Alle diese sind Hochschüler. Gott, den Richter über alle, haben wir bei uns auf dem Berg, und die vielen tausend Engel stehen ihm jederzeit zur Verfügung. Die Geister der vollendeten Gerechten weichen nicht vom Berg. Jesus, der Mittler des Neuen Bundes, versieht einen gewaltigen Dienst in der Schule. Er lehrt uns, voll Eifer zu werden für die Gebote und Gesetze des Neuen Bundes, die in unser Herz und unseren Sinn geschrieben sind und die im Wort Gottes niedergeschrieben sind. Hier werden wir gründlich darin unterwiesen, was es heißt, in seinem irdischen Leib durch den Tod versöhnt zu sein, damit er uns heilig, untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle. Kol. 1, 22. Hier bekommen wir Freimütigkeit, in Jesu Blut in das Heiligtum hineinzugehen, zu dem er einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das heißt, durch sein Fleisch, eingeweiht hat. Hier auf dem Berg lernen wir, dass er in das Heiligtum hineingegangen ist, und dass wir seinen Fußstapfen nachfolgen sollen. Das wird allen Schülern der Hochschule streng vorgeschrieben. Wenn jemand das nicht tut, wird er von der Schule verwiesen.
Alle Bergchristen bekommen geistlichen Inhalt, wie auch die Stadt selbst kubisch ist. Sie bekommen Höhe, Breite und Länge. Offb. 21, 16. Hier werden wir dem Ebenbild des Sohnes gleichgestaltet. Röm. 8, 29. Das geschieht in der Leidensgemeinschaft mit Christus, Phil. 3, 10. Aber um der vor uns liegenden Freude willen erdulden wir alles.
Hier an der Schule ist es streng verboten, sich auf das zu verlassen, was man von Natur aus versteht. Jud. V. 10. Daher müssen alle den Geist der Weisheit und der Offenbarung haben. Eph. 1, 17. Alle Schüler der Hochschule haben die Gebote Gottes und halten sie. Darum kommen der Vater und der Sohn und nehmen Wohnung bei ihnen. Joh. 14, 21-24. Deshalb kann jeder Schüler mit Johannes sagen: „Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ 1. Joh. 4, 6.
In der Schule wird eine kräftige Kost serviert. Zuerst reine, unverfälschte Milch und später feste Speise. Keiner ist unterernährt. Die Schüler haben alle in Jesu Christi Geist Gemeinschaft, und sie lieben einander nach dem neuen und dem alten Gebot der Liebe.
An der Hochschule haben wir eine große Schmiede, wo wir lernen, geistliche Waffen zu schmieden, die mächtig sind im Dienst Gottes, Festungen, Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, zu zerstören. 2. Kor. 10, 4. Für diese Waffen haben wir oft Gebrauch, daher ist in der Schule ein Fechtsaal eingerichtet. Hier wird jeder einzelne Schüler täglich in wirbelnden vertikalen Primhieben sowie horizontalen Quarten und Terzen trainiert. Besonders für Anfänger ist es schwierig, jedem Hieb eine Parade entgegenzusetzen, aber Übung macht den Meister.
Hier auf dem Berg lernen wir, schwere Angriffe abzuwehren. „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Ja, die Anschläge Satans sind uns nicht unbekannt.
Wir werden an der Schule unterrichtet, Strategen (solche, die Krieg führen können) zu werden, denn wir sollen ja Könige sein. Darum müssen wir uns gründlich mit der Kriegskunst unserer Widersacher vertraut machen. Hier auf dem Berg lesen wir von David und Saul – wie schwer es für Saul war, die Frauen singen zu hören: „Saul hat tausend erschlagen, aber David zehntausend.“ 1. Sam. 18, 7-9. Hier schlich sich Satan in Saul hinein, der Geist des Neides ergriff ihn. Wir lernen an der Schule, dass wir uns mit unserem Bruder freuen sollen, wenn es ihm gut geht. Dadurch wird Satan ausgetrieben. Doch Saul machte einen strategischen Fehler. Er behielt den Geist des Neides und verlor die Schlacht. David gelang alles so gut, und Saul graute es vor ihm. 1. Sam. 18, 15-16. Saul fürchtete sich noch mehr vor David, als er sah, dass der Herr mit David war. Saul verfolgte David und schleuderte sein Schwert nach ihm. Doch David war ein Hochschüler und geschickt genug, ihm auszuweichen. Dieses Schwert wurde Sauls Tod, und das ist uns zur Warnung geschrieben. David hatte den „Geist der Furcht“ über sich. Er wollte seine Hand nicht an den Gesalbten des Herrn legen. Gott selbst nahm sich Sauls zu seiner Zeit an. Gott war mit David und sein Haus wurde immer stärker, während Sauls Haus immer schwächer wurde. Deshalb lernen wir an der Hochschule, im Geist und in der Gesinnung Davids zu bleiben und uns vor dem Geist Sauls zu hüten. Dies gehört zur Kriegskunst.
Alexander, dem Schmied, wird hier auf dem Berg eine besondere Bibelstunde gewidmet. Er tat Paulus viel Böses. „Der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken. Vor dem hüte du dich auch; denn er hat sich unsern Worten sehr widersetzt.“ 2. Tim. 4, 14-15.
Es steht nichts darüber, warum er Paulus so hart widerstand. Nun ist es über 1900 Jahre her, seit dieser Schmied lebte, darum können wir ihm wohl nicht schaden, wenn wir versuchen, es zu erraten. Die Schüler hier an der Schule wissen, dass die Worte von Paulus Worte von Gott sind und dass Gottes Wort uns von allen Dingen auf der Erde löst, uns von Habsucht befreit und uns verbindet mit dem, was droben ist. Der Schmied muss ein Geschäftsmann im direkten Widerspruch gegen den Willen Gottes gewesen sein. Entweder machte er mit Gottes Wort Geschäfte oder stellte er Götzen her und verkaufte diese.
Er suchte nicht das Gesetz der Gerechtigkeit, denn, wenn er das getan hätte, wäre ja Paulus der richtige Mann gewesen, um ihn zu befreien. Dem Schmied war es nicht wichtig, die Wahrheit und das, was recht war, zu erfahren. Es interessierte ihn nicht einmal. Bestimmt war es ihm egal, ob Paulus das eine oder das andere lehrte, wenn nur sein Geschäft wuchs und gedieh. Die Habsucht trieb Alexander dazu, Paulus hart zu widerstehen.
Es müssen mehrere bei Alexander gewesen sein, denn es heißt weiter: „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet! Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten; und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen.“
Hier auf dem Berg lernen wir, wie hohl die Kriegskunst des Schmieds ist. Sie steht direkt in Verbindung mit dem Rachen des Löwen. Alexander verkündigte bestimmt „das vollbrachte Werk“, doch er verkündigte es so, dass niemand ein Jünger werden und Jesus nachfolgen musste. Der Schmied hatte sich von Satan in der Gestalt eines Engels verführen lassen. Er war in den Rachen des Löwen gekommen. Satan hatte den Weg Gottes vor ihm verborgen und Gott ließ es zu, weil Betrug in Alexanders Geist war. Paulus wollte dieses halbe Evangelium nicht so stehen lassen. Deshalb nahm er den Kampf auf, damit alle hören könnten und durch ihn die Verkündigung völlig ausgerichtet würde.
Hinter diesem vollbrachten Werk, das man wie eine Fahne vor sich herträgt, versucht man, die Jüngerschaft kaputt zu machen. Unter diesem Deckmantel kann man dann Habsucht, Hoffart und Herrschsucht treiben, mit Leuten zanken, Bücher schreiben, um die Jünger des Herrn anzuschwärzen, Parteiungen bilden, den Menschen den Zehnten auferlegen, abfällige Zeitungsartikel schreiben, Hass und alle andere Bosheit verbreiten. Das Werk ist vollbracht, und so kann man nach dem Fleisch leben, wie es einem passt. Das ist die uralte falsche Freiheit. Man ist nicht im Gesetz Christi. Das ist in deren Augen Knechtschaft.
Obwohl nun das Werk in Christus vollbracht ist, so ist es doch nicht in uns vollbracht. Dies ist der Weg des Kreuzes, der Weg des Glaubens, der Weg des Leidens, der Weg der Vollendung, das Wachstum hin zu ihm, der das Haupt der Gemeinde ist.
Wir werden ohne Werke wie Abraham durch Glauben gerechtfertigt; doch zu den Gerechtfertigten sagt Jakobus:
„Willst du aber erkennen, du schlechter Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?“ Jak. 2, 20 (norw. Übers.).
Demnach sind das schlechte Menschen, die andere Menschen, für die Christus gestorben ist, daran hindern wollen, seine Jünger zu werden. Das sind ungeheuer schlechte Menschen. Und wenn sie dazu auch noch Krieg gegen die Hochschüler anfangen, dann braucht man kein Prophet zu sein, um zu verstehen, dass sie keinen Fortschritt mehr haben werden.
Es war dieser Geist des Schmiedes, der Korah, Dathan und Abiram dazu trieb, sich gegen Mose zu erheben. Doch was sagte der Herr? „Entfernt euch ringsum von der Wohnung […] Weicht doch von den Zelten dieser gottlosen Menschen und rührt nichts an von allem, was ihnen gehört.“ Die draußen sind, wird Gott richten. Sie sind nie Jünger Jesu Christi und nie Schüler der Hochschule auf dem Berg Zion gewesen.
Hier auf dem Berg liegt der „Stein des Anstoßes.“ Jes. 8, 13-18. Viele von ihnen werden sich daran stoßen, werden fallen, zerschmettern, und sie werden verstrickt und gefangen werden.
Es ist die Aufgabe der Hochschüler, dafür zu sorgen, dass niemand Schüler an der Hochschule wird, ohne den „Stein des Anstoßes“ passiert zu haben. Hier machen Pastoren, Prälaten und Geistliche aller Art die lächerlichsten Figuren und die merkwürdigsten Anstalten. Es ist hier auf dem Berg allgemein üblich, dass man sich am „Stein des Anstoßes“ trifft, wenn neue Schüler aufgenommen werden sollen. Hier wird man allen Sauerteigs und all dessen, was man sich einbildet zu verstehen, entledigt. Aus Angst vor diesem Stein ziehen sich die meisten Geistlichen in ihre Kirchen und Synagogen zurück. Dies ist auch der Grund dafür, dass es an der Hochschule keinen einzigen Pastor oder Pfarrer gibt. Hier lernen wir allgemeinen und göttlichen Anstand, hier lernen wir, Brüder unter Brüdern zu sein. Leute mit Standesdünkel haben keinen Zugang zur Hochschule auf Zion. Sie müssen sich alle am Stein des Anstoßes zerschlagen lassen, und haben sie das getan, dann sind sie willkommen. Gemeinsames Schicksal ist ein Trost. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Hier an der Hochschule auf dem Berg haben wir alle auf Jes. 54, 17 ein Patent ausgestellt bekommen: „Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der Herr.“ Das sind geringe Aussichten für jeden, der fleischliche Waffen schmiedet. Gott bewahre mich davor, jemals in deren Schmiede zu kommen.
Des Weiteren lesen wir hier auf dem Berg von einem Diotrephes, der gerne der Erste sein will. Selbst Johannes, den Jünger des Herrn, nahm er nicht auf. Hier an der Schule lernen wir, dass Jesus Christus der Erste unter vielen Brüdern ist. Diotrephes war ein richtiges „Pastorentalent“ mit Angst vor dem „Stein des Anstoßes.“ Er wähnte sich sicher, das Monopol auf alles zu haben, was mit Leiten zu tun hat. Alles und alle sollten sich seiner mächtigen Hand unterordnen, wenn nicht, wurde Diotrephes zornig. Doch die Hochschüler lassen sich weder vom Schmied Alexander noch von „der Nummer 1“ Diotrephes binden. Sie halten sich an das Wort: „Ich soll verschließen die Offenbarung, versiegeln die Weisung in meinen Jüngern.“ Jes. 8, 16. Wenn niemand sonst sie versteht, dann versteht Gott sie, und sie verstehen selbst, was sie als Eigentum haben.
Wir haben es schriftlich ausgehändigt bekommen, alle Völker zu Jüngern zu machen, gleichgültig von welcher Sekte sie sich haben fangen lassen, denn die Völker gehören dem Herrn. Wir haben Befehl dazu erhalten, sie alles zu lehren, was Jesus befohlen hat. Mt. 28, 19. Und das tun wir mit großer Freude.
Mehrere junge Hochschüler sind bereits draußen auf dem Arbeitsfeld und sie machen aus aufrichtigen Menschen aller Parteiungen Jünger. Und ihr großer Meister und Lehrer sorgt dafür, dass ihnen das gelingt.
Die Völker werden in den letzten Tagen zum Haus des Herrn hinauf strömen, das an der Spitze der Berge fest gegründet steht. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!
Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.
Das Buch von Lærum und Barratt hat bereits vielen aufrichtigen Seelen die Augen geöffnet. Dieses Buch wird, entgegen dem Wunsch der Verfasser, in diesen Tagen viele zum Berg Zion treiben. Die Hochschüler haben viele gute Texte bekommen, die andere Schüler zur Hochschule ziehen werden. Geschwister der Pfingstgemeinde haben sich schon für eine gründlichere Auslegung dieses Buches bedankt, und viele weitere werden nachfolgen.
Alle Dinge dienen dem zum Besten, der Gott fürchtet und liebt.
Alle Bewunderung für „die Nummer 1“ Diotrephes und den Geschäftsmann Alexander nimmt unter hungrigen und elenden, suchenden Seelen stark ab.
Möge es nun einen starken Zustrom zur Schule auf dem Gipfel des Berges geben.
Jeden Tag werden an der Hochschule neue Schüler aufgenommen. Man trifft sich außerhalb des Lagers mit einem aufrichtigen Herzen und einem hörenden Ohr, und meldet sich bei ihm, der vom Himmel redet. Hebr. 12, 22-25 und 13, 13.
