Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1939-06 - Ansehen nach dem Fleisch

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Ansehen nach dem Fleisch

Gal. 6, 12

„Die Ansehen haben wollen nach dem Fleisch, die zwingen euch zur Beschneidung, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden.“

Es ist etwas Merkwürdiges, dieses „Ansehen nach dem Fleisch haben wollen“. Wenn die Christen so nah wie möglich an die Welt herankriechen, wenn sie Mode und Gebräuchen folgen, dann ist es, um Ansehen nach dem Fleisch zu bekommen. Dadurch vermeidet man die Schmach Christi und die Verfolgung um des Kreuzes willen. Man bekommt richtig gutes Ansehen nach dem Fleisch durch modernen Haarschnitt, Locken und kurze Röcke. Aber wo ist die Kraft? Wo ist die Schmach Christi, die ein größerer Reichtum ist?

Man kann lernen und lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wenn man gleichzeitig Ansehen nach dem Fleisch haben will. Der Geist der Welt und der Geist Gottes sind nie miteinander vereinbar. Millionen von Christen versuchen ständig, ein Übereinkommen zustandezubringen, um Verfolgung um des Kreuzes willen zu vermeiden. Aber vergeblich. Ich bin der Welt gekreuzigt und die Welt ist mir gekreuzigt, sagt Paulus.

„Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Gal. 5, 24.

Ihr Fleisch ist am Fluchholz gekreuzigt. Die ganze Welt verachtet sie. Daraus wird etwas ganz anderes als Ansehen nach dem Fleisch. Jesus Christus ist vom Geist der Welt verworfen, von dem Geist, der in den Kindern des Unglaubens wirksam ist. Damit ist er auch von allen verworfen, die nicht glauben.

Wenn ich Pfarrer und andere religiöse Menschen sehe, wie sie in weltlichen Zeitungen Ansehen nach dem Fleisch haben wollen, dann empfinde ich das als ekelhaft. Das bedeutet, Künste vor dem Angesicht des Tieres zu vollführen. Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes, und das tun auch die Menschen nicht, die Ansehen nach dem Fleisch haben wollen.

Das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft. Wenn das Fleisch aber so stark und dominierend ist, dass es angesehen sein will, dann ist es nicht das Fleisch Christi; denn er litt den Tod nach dem Fleisch und wurde lebendig gemacht nach dem Geist.

Die ganze Welt wünscht sich Ansehen nach dem Fleisch. Aber wir sollen uns nicht der Welt gleichstellen. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen! Was haben Christus und Belial miteinander zu tun? Was hat ein gekreuzigtes Fleisch mit einem Fleisch, das angesehen sein will, zu tun? Sei nicht dumm, du, der du so klug und gelehrt sein willst. Das Leben ist das Licht der Menschen. Wir haben nicht mehr Licht als wir göttliches Leben haben. Hier helfen keine Studien, sondern Glaube, der durch die Liebe tätig ist.