Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1939-02 - Der Hebräerbrief, Kap. 8

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Der Hebräerbrief

8. Kapitel

V. 4. „Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern.“

Als Jesus nach den Tagen Johannes des Täufers mit seinem Leib hier auf der Erde war, war er dennoch nicht mit seinem Sinn und seinen Gedanken auf der Erde. Er war im Himmelreich! Denn von der Zeit Johannes des Täufers an wurde das Himmelreich verkündigt, und wo dieses Reich verkündigt wird, wird der Leib ein Opfer. Obwohl er mit seinem Leib auf der Erde war, war er doch nicht auf der Erde. Er war kein irdischer Priester; denn er opferte sich selbst in der Kraft eines ewigen Geistes. Er opferte keine Brandopfer und Sündopfer wie die levitischen Priester.

Nun in unseren Tagen haben wir viele Priester auf der Erde. Sie sind weder levitische Priester noch Gottes Priester. Wären sie levitische Priester, dann würden sie Tieropfer opfern, und wären sie himmlische Priester, dann hätten sie ihren Leib Gott als ein wohlgefälliges Opfer hingegeben.

Eine Schule, eine Universität, macht niemanden zum Priester nach dem Willen Gottes. Wenn der Sinn an die Erde gebunden ist, dann ist er auf der Erde, selbst wenn er ein Doktor der Theologie ist. Das sollte jeder verstehen. Er ist ein Laie und kein Gelehrter im Sinn von Gottes Wort. Seine Kenntnisse als Opferpriester auf dem neuen und lebendigen Weg reichen nicht aus, wenn er nicht selbst dieses Leben lebt. Ein Priester für Menschen zu sein, die in Finsternis leben, ist eine leichte Sache, aber ein Priester für Gott zu sein, fordert das Leben als Opfer.

V. 6-7. „Nun aber hat er ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist. Denn wenn jener erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht.“

Der Alte Bund ist um der Übertretungen willen gegeben. Er galt der äußeren Reinigung des Leibes; denn alle Sünde, die ein Mensch begehen kann, ist außerhalb des Leibes. 1. Kor. 6, 18. Aber sie blieben nicht in dem Bund, den Gott mit ihnen aufgerichtet hatte. Hebr. 8, 9.

V. 10. Aber nun, nach Christi Tod und Auferstehung sagt der Herr: „Ich will meine Gesetze in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich sie schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“

Das Gesetz, das in Herz und Sinn geschrieben wird, liegt im Heiligen Geist, der nach Christi Auferstehung über alles Fleisch ausgegossen ist. Apg. 2, 17. Er tut der Welt die Augen auf über die Sünde, weil sie nicht glauben. Folgen wir der Wegleitung des Geistes, dann wird dieser uns in alle Wahrheit leiten. Er wird alle Opfer in unserem Inneren auswählen. Er wird Kraft und Gnade dazu geben, mit Christus in seinem Tod und seiner Auferstehung gleichgestaltet zu werden. Für dies ist Christus der Mittler geworden. Dies ist der Dienst des besseren Bundes.

V. 11. „Und es wird niemand seinen Mitbürger lehren noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie alle, Klein und Groß, werden mich erkennen.“

Nun ist es oft so, dass man nach fast allem Möglichen fragt – obwohl der Herr gesagt hat, dass das nicht notwendig sein sollte. Das kommt daher, dass einem geöffnete Ohren fehlen. Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist in der Gemeinde sagt. Um nun dem Mangel abzuhelfen, der durch fehlendes Hörvermögen entsteht, hat Gott in der Gemeinde Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer eingesetzt. Eph. 4, 11. Aber wir müssen mit Mose sagen: „Wollte Gott, dass alle im Volk des Herrn Propheten wären.“ Übe dich darin zu hören und du wirst sehen, dass es gelingen wird. Das Gesetz des Geistes wird dich von dem Gesetz der Sünde und des Todes freimachen und die Forderung des Gesetzes wird erfüllt werden.