Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Brief an N. N., 24. Oktober 1933

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

(Empfänger nicht bekannt)

Horten, den 24. Oktober 1933
Lieber Bruder N. N.,
Friede!

Mit Freude habe ich Ihren Brief an den Bahnhofsvorsteher Moe gelesen. Er zeugt von einem größeren Verständnis und Licht als je zuvor. Doch eines ist anzumerken und deshalb schreibe ich. Sie schreiben ungefähr so:

„Meine Frau erzählt mir, dass die andern Geschwister hier finden, dass ich etwas hart und lieblos bin. Vielleicht bin ich etwas zu eifrig und zu lieblos usw.“

Nun ist die Sache die, dass das, was die Geschwister dort Liebe nennen, vielleicht gar keine Liebe ist. Was man Liebe nennt, ist oft Liebe zum Fleisch. Die Liebe Gottes streitet wider die fleischliche Liebe. Denn Geist und Fleisch sind widereinander. Von nun an werden in demselben Haus zwei gegen drei und drei gegen zwei sein. Denn Jesus kam nicht mit Frieden für das Fleisch, sondern mit Krieg. Es ist gut, eifrig zu sein, denn dies verzehrt den Egoismus. „Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.“

Also: Gottes Wirkungen in Ihnen sind vollkommen richtig, Sie glauben jedoch, dass Sie falsch liegen. Glauben Sie mehr an Gottes Zeugnis als an das Zeugnis der Menschen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Es war wirklich eine Freude, Ihren Brief zu lesen. Möge Gott Sie segnen und Ihnen weiteren Fortschritt geben.

Nach der Konferenz habe ich vor, nach Dänemark zu fahren, so Gott will. Dort bekommen viele Licht.

Liebe Grüße von Ihrem Bruder im Herrn

J. O. Smith