Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Skjulte Skatter 1933-01 - Die Arbeit der Hure

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Die Arbeit der Hure

Br. Elias Aslaksen und ich waren vor Weihnachten einen Monat lang in Dänemark, um Gottes Wort zu verkündigen. Wir reisten nach Kopenhagen, wo wir zusammen mit Br. Bratlie und den dänischen Geschwistern ein paar Versammlungen abhielten. Auch nach der Reise nach Jütland hatten wir eine Reihe Versammlungen in Kopenhagen. Ich kann die Geschwister in Norwegen damit erfreuen, dass die Gemeinde in Kopenhagen in Glauben, Kraft und Liebe wächst, sodass das Verhältnis untereinander in der Geisteseinheit des Leibes Christi zunimmt. Sie sind nicht mehr nur Quadratchristen, sie nehmen schon an Rauminhalt zu. Siehe Offb. 21, 9 und 16.

Wir fuhren dann weiter nach Fredericia, wo unser lieber Bruder Th. Ellefsen bereits seit zwei Jahren wohnt. Er fuhr mit uns nach Kolding, Vejle, Esbjerg, Haderslev, Tinglev und Bylderup-Bov.

Auf unserer Reise trafen wir viele aufrichtige Seelen, die das Wort mit großer Freude annahmen; aber wir trafen auch auf Widersacher, die vom Evangelium ohne Gebote verzaubert waren. Ganze Versammlungen waren gefangen genommen und in Parteiungen eingesperrt, sodass sie es nicht einmal wagten, andere als die Prediger ihrer eigenen Parteiung anzuhören. Die Feindschaft gegen die Gebote Gottes ist ein Erkennungszeichen von deren Wirksamkeit. Wo doch Paulus mit folgenden starken Worten Timotheus gebietet, die Gebote Gottes zu halten: „Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus.“ 1. Tim. 6, 13-14.

Die Gebote, von denen hier die Rede ist, waren die Gebote des Neuen Bundes, Gebote, die im Heiligen Geist liegen und die in Herz und Sinn geschrieben sind. Hebr. 8, 10. Doch die Hure, die alle Völker der Erde verdorben hat, indem sie ihnen von dem Zorneswein ihrer Hurerei zu trinken gab, hat die Gebote aus dem Neuen Bund herausgenommen. Offb. 18, 3. Den Bund, den Jesus Christus für sein Volk durch sein teures Blut erworben hat, diesen Bund macht die Hure tot und ohnmächtig, indem sie aus diesem das Gebot herausnimmt. Und gibt es hier und da eine aufrichtige Seele, die das Gebot immer noch heilig und in Ehren hält, wird sie als ein Knecht verspottet, der wenig Verständnis von Freiheit hat.

Es ist ja bekannt, dass die katholische Hure Volk und Land verwüstet hat; aber dass eine ihrer Töchter, die wir „die Hure der Gegenwart“ nennen wollen, dabei ist, das Volk Gottes zu zerstören, ist wohl weniger bekannt. Man hat sich in direktem Gegensatz zu den Geboten Gottes dahinter verschanzt, dass man Parteiungen bildet, Gal. 5, 20, sodass die Menschen ganz einfach davon abgeschnitten sind, das Wort Gottes zu hören, wenn sie den Grenzen ihrer Parteiung treu bleiben wollen. Denn es gibt ja eine Art von Treue innerhalb der Untreue, und es gibt Leute in diesem Gefängnis, für die es gut sein könnte, wenn man sie besuchen könnte. „Ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich besucht.“ Aber die Gefängniswärter passen gut auf.

Vom Reich Gottes kann man ja nicht sagen: Hier oder da ist es. Dessen Mitglieder sind im Buch des Lebens bei Gott und dem Lamm eingeschrieben. Doch diese armen Schafe, die in die entsprechenden Ministerialbücher eingeschrieben sind, werden ja notwendigerweise Feinde und Widersacher von allen, die nicht in dieselbe Parteiung eingeschrieben sind wie sie selbst. Auf andere wagen sie auch nicht zu hören, selbst wenn es der Meister selbst wäre. Hieraus verstehen wir, dass Parteiungen vom Teufel sind; denn Christus ist doch nicht zerstückt oder geteilt.

Um nun einen sichtbaren Rahmen um die jeweiligen Parteiungen zu bekommen, kann man den Mitgliedern den Zehnten auferlegen und Macht über sie ausüben, einen Druck, den Gott niemals auf sein Volk ausübt. Man kann auf menschliche Weise Apostel und Propheten anstellen, Leute, die auf dem Weg Gottes unbewährt sind, und die nicht vermögen, auf eigenen Beinen zu stehen und erst recht nicht vermögen, ihre Schafe zu hüten, damit diese ihr Schiff nicht auf gefährliche Klippen und Riffe steuern. Und wie kann man auf dem Weg Gottes bewährt werden, wenn man die Gebote aus dem Evangelium herauspflückt, den Gehorsam des Glaubens wegnimmt und das Evangelium Knechtschaft nennt? Die Gelegenheiten, geprüft zu werden, werden weggenommen, weil man lehrt, dass die Sünde im Fleisch durch die Geistestaufe weggenommen wurde. Und so steht der „alte Mensch“ unbeschützt da, bereit für jegliche Niederlage, und es zeigt sich, dass die Niederlagen auch kommen.

Die Hure begann gleich während der Erweckung 1907 und in den Jahren danach, mit ihrem Evangelium ohne Gebote Verwüstung anzurichten, indem die Leiter begannen, ihren Zuhörern einzureden, dass die Sünde im Fleisch durch die Geistestaufe weggenommen sei, wonach dann selbstverständlich auch die Gebote Gottes ganz überflüssig würden. Die Folgen sind jedoch nicht ausgeblieben. Im Reich der Finsternis kam Freude auf über diesen Betrug der Hure; denn viele der Leiter fielen in Hurerei. Man trank vom Zorneswein der Unzucht der Hure und wurde betrunken und verzaubert. Offb. 17, 2 und 18, 23.

Dies ist die Folge davon, dass man das Wort Gottes umgangen und ein Evangelium ohne Gebote verkündigt hat. Und durch die Zauberei der Hure wurden alle Völker verführt. Und worin besteht die Zauberei? Eben darin, dass das heilige Gebot mit aller Geschicklichkeit Satans aus dem Evangelium herausgenommen wird und durch ein flaches Evangelium ohne Gebote ersetzt wird, durch ein anderes Evangelium und einen anderen Jesus.

Pastor N. P. Wetterlund sagt: Predige das Gebot im Evangelium, und es wird wirken, als wenn du dem Hurenevangelisten mit einem Pfriemen in die Nase stichst. Ja, so haben auch wir es erfahren. Wenn wir vom Gehorsam des Glaubens reden und davon, Gottes Gebote zu halten, dann rufen sie einträchtig: Predige Christus! Und damit meinen sie, dass man Christus als den predigen soll, der für uns alle Gebote gehalten hat, damit wir es nicht zu tun brauchen. Direkt neben dem Weg liegt der Abweg, und man begibt sich mit Freuden auf einen für das Fleisch angenehmeren Weg. Denn die Namen der Hure sind „Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“ Offb. 17, 5. Das ist die Hure unserer Zeit, die die Pfingsterweckung in Parteiungen aufgespalten hat. Der Geist taufte uns dazu, ein Leib zu sein, der die Gemeinde ist, damit die Welt aufgrund dieser Einheit in der Lage sein sollte zu glauben. Doch die Hure hat die Leiter dazu verführt, mit Feder und Tinte in Gemeinden einzuschreiben. Dadurch haben sie gleichzeitig aufrichtige Seelen ausgeschlossen und etliche solcher aufgenommen, die sich nur eingeschlichen haben. Jud. 4. Doch es ist ja so beruhigend für das Fleisch, das Volk zu zählen; denn wenn das in Ordnung ist, kann man umso leichter Steuer einfordern und mit Gottes Wort Geschäfte machen, bezahlte Stellungen einrichten usw. Alles zusammen ist Hurenwerk: Unglaube, Sorge um den Lebensunterhalt, Zukunftssorgen und Herrschsucht. Es ist nur bedauerlich, dass sich aufrichtige Menschen an der Nase herumführen und betrügen lassen und sich als Schafe von so schlechten Hirten anwerben lassen.

Die Gemeindediener soll man zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. 1. Tim. 3, 10. Die Hure aber stellt Menschen an mit einem Schein von Gottesfurcht, mit Redegaben und Ansehen nach dem Fleisch. Man fragt nicht nach Treue und einer rechtschaffenen Gesinnung – dem Unsichtbaren. Wenn nur das Sichtbare in Ordnung ist, kann man zum Apostel, Prophet oder Evangelist gewählt werden. Unter solchen Umständen muss man mit allerlei Fall und Unordnung rechnen; denn die Hure hat die Leitung.

Dieses Hurenevangelium wird für das Evangelium der Liebe Christi gehalten, und die Diener der Hure werden für die wahren Diener Christi gehalten, die überall wegen ihrer Rede über Liebe beliebt sind. Es gibt ja weder Gebot noch Zucht in ihrem Mund. Alles ist Freiheit, alles ist Liebe. Die jüdische Hure kreuzigte Christus und steinigte Stephanus. Auch heute gießt sie ihren Zorn über die Zeugen des Herrn aus, ebenso wie die Hure ihren Zorn über Hans Nielsen Hauge ausgoss.

Und das Blut der Propheten und der Heiligen ist in ihr gefunden worden und das Blut aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind.“ Offb. 18, 24.

Man muss sehr wachsam sein und ohne Unterlass beten, um nicht von der Hure befleckt zu werden. Man kann auch nur mit einer Brautgesinnung die Hure hassen und ihr entgehen.

Die Hure sitzt wie eine Königin, sie ist die Siegerin, sie klatscht in die Hände, stampft mit den Füßen und freut sich von ganzem Herzen in all ihrer Verachtung gegenüber dem Land Israel, darum, siehe, will ich meine Hand gegen dich ausstrecken und dich den Heiden zum Raub übergeben (die Parteiungen sterben aus) und dich aus den Völkern ausrotten und dich aus den Ländern vertilgen und dich verwüsten; und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin! Hes. 25, 6-7.

An jenem Tag kann man nach der Hure suchen und wird sie nicht finden. Möge Gott uns Gnade geben, das Gebot unbefleckt und untadelig zu bewahren, damit die Hure keine Gelegenheit bekommt, auch in unserer Mitte Unheil anzurichten.