Die dreizackige Fleischgabel
„Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ 2. Petr. 1, 20-21.
Wenn nun die Schrift keine Sache eigener Auslegung ist, dann muss sie durch Offenbarungen des Geistes ausgelegt werden. Wie elend ist es im Vergleich dazu anzuhören, wie Gottes Wort von fleischlichen Menschen ausgelegt wird. Das Fleisch streitet ja wider den Geist, wie sollte dann ein fleischlicher Mensch Gottes Wort auslegen können?
Überall dort, wo es keine Offenbarungen gibt, wird das Volk zügellos. Das können wir in 1. Sam. 3 sehen. Und zu der Zeit, als der Prophet Eli lebte, war des Herrn Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. Eli war ein gleichgültiger Prophet, er konnte Gottes Stimme nicht mehr hören. Gott musste den jungen Samuel zum Propheten erwählen und zu ihm über das Haus Israel und das Haus Eli reden.
In unseren Tagen haben wir viele Priester und Prediger, aber wie viele von ihnen haben Offenbarungen, sodass sie die Schrift durch den Heiligen Geist auslegen können? Nein, es ist wie in den Tagen Elis; Gottes Wort ist selten und es gibt kaum Offenbarungen. Gibt es einen jungen „Samuel“, durch den der Herr redet, wird er für einen gefährlichen Mann gehalten, besonders für solche, die Elis trübe Augen haben und von seinen gottlosen Söhnen und Priestern umgeben sind. Denn der Herr sagte durch den jungen Samuel: Die Schuld des Hauses Elis soll ewiglich nicht gesühnt werden, weder durch Schlachtopfer noch durch Speisopfer!
Die Söhne Elis waren ruchlose Männer; die fragten nichts nach dem Herrn. 1. Sam. 2, 12. Die Priester verfuhren so mit dem Volk: Wenn jemand ein Opfer bringen wollte, so kam des Priesters Diener, wenn das Fleisch kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf, und was er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Priester für sich. So taten sie allen in Israel, die dorthin kamen nach Silo.
Elis Söhne sündigten wider den Herrn und das Volk. Es gab keinen Geist der Furcht in ihnen.
So kann auch ein Gemeindediener gierig werden und sich am Opfer des Herrn versündigen, indem er früh und spät das Opfer vor Augen hat und direkt und indirekt davon predigt. Er benützt die Fleischgabel und stochert mit einer Menge Schriftstellen in den Tiegel oder den Kessel oder die Pfanne oder den Topf, und das, was er mit der Gabel herauszieht, das nimmt er für sich. Das ist niederträchtig, man sucht das Seine und schert sich weder um den Herrn noch um das Volk. Deshalb wird man untauglich zum Dienst. Ein junger „Samuel“ steht zur Ablösung bereit.
„Desgleichen, ehe sie das Fett in Rauch aufgehen ließen, kam des Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir Fleisch für den Priester zum Braten, denn er will nicht gekochtes Fleisch von dir nehmen, sondern rohes. Wenn dann jemand zu ihm sagte: Lass erst das Fett in Rauch aufgehen und nimm dann, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst mir’s jetzt geben; wenn nicht, so nehme ich’s mit Gewalt.
So war die Sünde der Männer sehr groß vor dem Herrn; denn sie verachteten das Opfer des Herrn.
Samuel aber war ein Diener vor dem Herrn, und der Knabe war umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.“
Wer in den Krieg zieht, verwickelt sich nicht in Geschäfte des täglichen Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. Er soll sich mit seinem Anteil begnügen; denn Gott hat gesagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles andere zufallen. Nun meint man jedoch, dass das, was einem zufällt, nicht genug sei, und so fängt direkt und indirekt die Bettelei an. Man rührt mit der großen dreizackigen Gabel im Kessel, im Topf und in der Pfanne herum. Damit verachtet man den Herrn und sein Wort, und in gleicher Weise verachtet man auch das Volk (die Gemeinde) dadurch, dass man Druck ausübt und autoritär auftritt, um das Opfer herauszupressen.
Wenn du auf deinem Weg solchen „Söhnen Elis“ oder solchen „Soldaten“ begegnen solltest, die sich mit ihrem Anteil nicht begnügen, dann lass sie mit leeren Händen ziehen. Sieh dich um; denn Gott hat einen jungen Samuel aufgerichtet, bevor der alte Eli um seiner Sünde willen rücklings gefallen ist und seinen Hals gebrochen hat.
Du solltest deinerseits das Opfer des Herrn für den notwendigen Dienst darbringen; denn es ist gut, Teilhaber an der Arbeit des Herrn zu sein. Aber zu den Söhnen Elis solltest du mit deinem Opfer nicht gehen. Soviel Verständnis sollten wir durch das Licht und die Offenbarungen des Geistes aus der Schrift besitzen.
In den Tagen Arons wurde das Volk zügellos, als Mose 40 Tage lang weg war. Sie machten ein goldenes Kalb und opferten diesem. Das sind zügellose Leute, die dem goldenen Kalb opfern. Hüte dich, dass du nicht dem goldenen Kalb, d. h. der Habsucht, deine Spende gibst.
Gottes Gemeinde besteht nicht nur aus Dienern des Wortes. Es gibt allerlei Dienste in der Gemeinde. Kein Dienst ist überflüssig. Indem man in Gottes Licht und Erkenntnis vorangeht, wird jeder seinen Platz und seinen Dienst finden. Ein Glas Wasser, das man einem Propheten gibt, weil er ein Prophet ist, wird nicht unbelohnt bleiben.
Mit der großen, dreizackigen Gabel stochert man im Kessel, im Topf und in der Pfanne nach allerlei Opfern herum, auch nach Erbschaften sucht man. Man ist offensichtlich weit davon entfernt, sich an seinem Anteil genügen zu lassen.
Wenn der Prediger keinen Anteil bekommt, dann deshalb, weil Gott ihn nicht gesandt hat. Er tastet sich im Kessel, im Topf und in der Pfanne mit der großen Fleischgabel voran, aber leider bleibt wenig daran hängen. Und so fängt die Bettelei an zur Schande für Gott und seine Sache.
So soll es nicht sein. Dem Leviten in Israel soll man kein Erbe geben. Gott ist sein Erbteil. Im Alten Bund sollten die Priester jedoch den Zehnten bekommen. Auch im Neuen Bund sind diejenigen, die das Wort in Geist und Wahrheit verkündigen, nicht vergessen. Wenn sie geistliche Güter geben, ist es dann etwas Großes, wenn sie das Zeitliche ernten? Man soll dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden. Wenn man den Wirkungen des Geistes und dem Wort Gottes folgt, wird jeder die Opfer finden, die er geben soll. Wenn man das tut, dann wird die Bettelei mehr und mehr verschwinden. Bis dahin muss man mit dem Evangelium leiden.
