Der Geist der Wahrheit
Jesus sagt in der Verbindung, dass er uns nicht als Waisen zurücklassen will, dass er uns den Geist der Wahrheit senden will. Diesen Geist kann die Welt nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Joh. 14, 16-17.
Es ist ein enormer Vorteil, den Geist der Wahrheit zu besitzen. Er befreit uns von aller Macht und Herrschaft der Lüge. Alle Verdrehung und Verfälschung der Schrift wird hinfällig, wenn man sich vom Geist der Wahrheit leiten lässt. Solche Aussagen wie diese, dass der Leib der Sünde durch die Geistestaufe verschwindet, werden vom Geist der Wahrheit als Lüge aufgedeckt. Der Geist der Wahrheit führt uns zu unseren Feinden im Fleisch und gibt uns Kraft, diese zu besiegen. Der Geist der Wahrheit deckt alles Wesen von Parteiungen als Werke des Fleisches auf. Er macht aus allen, die wirklich Christi Glauben haben, einen Leib. Somit wird alles Sektenwesen hinfällig. Haben wir den Geist der Wahrheit, benötigen wir keine andere Schule. Folge ihm, und kein Professor wird dich lehren können, wie du Gott und die Gemeinschaft mit den Heiligen kennenlernst. Wir sind keine Waisen. Mit dem Geist der Wahrheit kommt auch der Sohn zu uns. V. 18.
Wenn nun die Welt den Geist der Wahrheit nicht empfangen kann, wie soll dieser dann in der Welt regieren und lenken können? Alles zusammen wird ein Chaos, wie wir ja auch direkt vor unseren Augen sehen können. Der Geist der Lüge herrscht und stört die Wirtschaft und jede göttliche Ordnung. Der Geist der Wahrheit wird verleugnet, und hat jemand diesen Geist, dann findet er kein Gehör. Wir sehen auch, dass die religiösen Parteiungen den Geist der Wahrheit verleugnen. Sie meinen, dass sie Gott und den Menschen einen Gefallen tun, wenn sie Menschen verleumden, die durch die Leitung des Geistes der Wahrheit weitaus gottesfürchtiger sind als sie selbst. Das kommt daher, dass das geistliche Leben stagniert. Sie gestatten dem Geist der Wahrheit, dass er sie zur Sündenvergebung und zur Geistestaufe führt, doch nicht weiter hinein in die Leidensgemeinschaft Christi, sodass sie seinem Tode gleichgestaltet würden. Hiergegen herrscht Feindschaft. Jeder muss doch verstehen, dass Christus nicht parteiisch ist. Er ist weder Lutheraner noch Methodist, Baptist oder Pfingstler. Jesus betete, dass wir alle eins seien, wie der Vater und der Sohn eins sind. Also ist dieses Parteiwesen weder vom Vater noch vom Sohn, und auch nicht vom Geist der Wahrheit. Und wenn es nicht dorthin gehört, verstehen wir, dass es von einem anderen Vater, dem Teufel, kommt. Er ist gekommen, um auseinanderzubringen, zu rauben, zu stehlen und umzubringen. Daher sehen wir auch, dass diese Parteiungen gerne Mitglieder voneinander stehlen, weil man damit rechnet, dass viele Leute viel Geld und größeren Wohlstand bedeuten. Was man aber von Natur aus kennt, daran verdirbt man, denn es gibt keinen Glauben darin. Jud. V. 10.
Am Kreuz wurde die Feindschaft zerbrochen, und er machte aus beiden eins, indem er in seinem Fleisch das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen hinwegtat. Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist, nämlich im Geist der Wahrheit, den Zugang zum Vater. Eph. 2, 15-18.
Lass dich daher von diesen Parteibildungen nicht irreführen. Das lässt sich mit dem Geist der Wahrheit nicht vereinbaren.
In den Parteiungen hat man nicht einen einzigen Apostel, nicht einen einzigen Lehrer, nicht einen einzigen Hirten oder Propheten. Daher kann man dort auch nicht zur vollkommenen Mannesreife in Christus heranwachsen – hin zum Haupt der Gemeinde. Das kommt daher, dass alle die oben genannten Personen in die Gemeinde gesetzt sind und nicht in die Parteiungen. Deshalb sind sich alle Parteiungen einig, wenn es gegen die Gemeinde geht, wenn sie auch sonst untereinander uneinig sind. Herodes und Pilatus werden eins, wenn Christus gekreuzigt werden soll. Werde mit ihm gekreuzigt, dann wirst du Sieg über die Feindschaft und über alles Sektenwesen bekommen. Denn Christus wurde als Haupt der Gemeinde über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, gesetzt, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Eph. 1, 19-23.
Gehorche dem Geist der Wahrheit, so gelangst du zum Licht des Lebens und zu Offenbarungen in der Schrift. Du wirst klüger als alle deine Lehrer, die bald völlig überflüssig für dich werden. Das ist es, was ihnen nicht gefällt. Aber genau das gefällt Gott und allen seinen Heiligen. Diejenigen, die nicht in allen Dingen von ganzem und ungeteiltem Herzen dem Geist der Wahrheit folgen, werden in Zeit und Ewigkeit keine Macht über dich bekommen.
Ganz im Gegenteil wirst du Macht über sie bekommen. Wenn Gott Israel heilen will, dann offenbart er die Schuld Ephraims und die Bosheit Samarias. Hos. 7, 1. Ebenso wenn Gott dem Aufrichtigen Licht in der Finsternis aufgehen lässt, dann offenbart er durch den Geist der Wahrheit die Missetat und den Egoismus der Religiösen sowie die Bosheit des Parteiwesens.
Bis das Licht in der Finsternis aufgeht, sieht alles scheinbar sehr gut aus. Aber lies, wie Jesus Christus die Gemeindeengel in der Offenbarung beurteilt, und du wirst herausfinden, dass nicht alles in Ordnung war. Wie viel schlechter ist es dann in den Gemeinden, die das ganze Land in Bistümer, Dekanate und Pfarrbezirke aufteilen. Frage in den Gefängnissen, zu welcher Gemeinde sie gehören, und du wirst bestimmt erfahren, dass solche sich nicht vom Geist der Wahrheit haben leiten lassen. Ihre Kindertaufe kann sie nicht aus der Hand der Obrigkeit befreien, viel weniger aus der Hand Gottes.
Der Geist der Wahrheit offenbart alle Heuchelei und Lüge. In ihm sind der Vater und der Sohn. Johannes hatte keine größere Freude als die, dass seine Kinder in der Wahrheit wandelten. 2. Joh. 4 und 3. Joh. 4. „Demetrius hat ein gutes Zeugnis von jedermann und von der Wahrheit selbst.“ V. 12. Mögen wir wie Demetrius wandeln, denn dadurch bekommen wir Gnade von Gott. Keine Macht oder Obrigkeit vermag etwas gegen die Wahrheit. Sie ist selbst Herrin über alle. Werde eins mit ihr, dann brauchst du keinen anderen Herrn.
