Wer überwindet
„Dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.“ Offb. 2, 7.
Es gibt viele Bäume im Paradies Gottes; auch Bäume der Erkenntnis gibt es dort. Von allen kann man essen, und die Erkenntnis wird vielfältig beim seelischen Menschen. Es wimmelt von Priestern und Pastoren unter den Bäumen der Erkenntnis, von denen sie ihre Nahrung erhalten. Aber Zugang zum Baum des Lebens hat niemand außer dem, der überwindet. Das kann man im praktischen Leben zur Genüge sehen und hören, wo religiöse Leiter auf das Licht des Lebens mit Hass und Verfolgung reagieren. Und dazu sind sie ja auch gesetzt, weil sie den Haupteckstein in ihrem geistlichen Bauwerk verwerfen. Dies gilt heute genauso wie zur Zeit Christi.
„Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.“ V. 11.
Der zweite Tod ist der Feuersee. In Bereichen, in denen wir nicht überwinden, wird uns Leid geschehen von dem zweiten Tod und wir gelangen nicht vollkommen und unversehrt zur Auferstehung. Ansehen der Person, Habsucht, Untreue in der Verkündigung des Wortes usw. werden verbrannt. Das hat keinen Bestand vor dem Feuer des Gerichts, und es geschieht uns Leid von dem zweiten Tod. Wir können das Verlorene in Ewigkeit nicht zurückbekommen. Der zweite Tod hat es uns geraubt. Sieh deshalb, wie ungeheuer notwendig es ist zu überwinden. Es ist notwendig, dass wir hören, was der Geist der Gemeinde sagt, und dass wir gehorchen. Die geringste Untreue schadet uns selbst. Und die geringste Treue wird belohnt. Wir nehmen unsere Werke als ewiges Eigentum mit. Aber die Werke, die wir hätten tun sollen und nicht getan haben, sind für ewig dahin. Uns ist Leid geschehen von dem zweiten Tod. Wenn wir nun im Glaubensgehorsam wandeln, nehmen wir alle die Werke mit uns, die Gott zuvor bereitgelegt hat, dass wir darin wandeln sollen. Auf die Weise werden wir vollkommen und unversehrt in alle Ewigkeit. Ich spreche hier von Menschen, die auf Gottes Weg wandeln und die täglich ihr Kreuz aufnehmen. Diejenigen, die täglich in Sünde leben, haben ja an keinem einzigen Tag Sieg. Alles wird vom zweiten Tod verzehrt, auch wenn sie Vergebung bekommen. Sie werden nackt errettet, so wie durchs Feuer. Kein Werk kommt mit hinüber auf die andere Seite. Durch den zweiten Tod, den Feuersee, haben sie alles verloren.
„Dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; und auf dem Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.“ V. 17.
Das verborgene Manna wird jedem gegeben, der dem Wort und dem Geist gegenüber gehorsam ist. Das verborgene Manna gibt Lebenskraft. Der weiße Stein ist der steinharte Glaube, der jedem gegeben wird, der überwindet. Der Stein ist weiß (rein) und hart. Nur wer diesen Stein bekommt, merkt bei sich selbst, dass er eins ist mit dem Stein. Der Name der Person und des Steines ist ein und derselbe; denn das ist ihr Glaube. Niemand anderes kann den Namen auf dem Stein kennen.
„Dem will ich Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit eisernem Stabe, und wie die Gefäße eines Töpfers soll er sie zerschmeißen.“ V. 26-27.
Der Eigenwille ist hart, und es ist ein eiserner Stab, ein eisernes Regiment, nötig, um ihn zu zerbrechen. Wenn Christus regieren wird, dann müssen sich alle und alles vor seinem Willen beugen. Der eiserne Stab wird dann das Parteiwesen zerschlagen, das von Satan ist; denn es werden eine Herde und ein Hirte sein. Mit dem eisernen Stab werden aller Übermut und alles Ansehen der Person niedergeschlagen werden. Wer überwindet, hat sich selbst in diesem Leben vom eisernen Stab des Geistes niederschlagen lassen, daher kann er im kommenden Leben Macht über die Heiden bekommen.
„Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Kap. 3, 5.
„Und es wurde ihr [der Braut] gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Offb. 19, 8.
Weiße Kleider entstehen durch Glaubensgehorsam nach den Wirkungen des Geistes. Wer überwindet, muss notwendigerweise weiße Kleider bekommen. Zu überwinden heißt, über den Eigenwillen und über die eigene Person zu siegen, sodass der Wille Gottes in unserem Leben herrschen kann. Wie doch die Menschen sich selbst und andere betrügen, wenn sie sagen, dass Jesus überwunden und den Willen Gottes für uns getan hat, sodass wir darum herumkommen. Nein, er hat im Willen Gottes gelebt, um uns einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das heißt, durch sein Fleisch, zu bahnen. Auf diesem Weg bekommen wir vom verborgenen Manna zu essen, hier bekommen wir den weißen Stein und hier bekommen wir den eisernen Stab, mit dem wir die Heiden weiden werden. Treue und Ausdauer auf diesem Weg geben uns weiße Kleider und das Recht, mit Jesus zu wandeln in weißen Kleidern. Leben wir so, dann wird Gott unseren Namen nie aus dem Buch des Lebens austilgen. Der neue Name auf dem Stein ist das Pfand dafür.
