Herrschen im Leben

Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? Das sei ferne! Röm. 6, 1-2.

Die Absicht ist, dass wir über die Sünde herrschen sollen und nicht sie über uns. Jesus kam, um die Werke des Teufels zu zerstören, und in ihm ist keine Sünde. Die Sache ist aber, dass wir rechtzeitig Hilfe suchen müssen. Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Um überwinden zu können, müssen wir ein Gebetsleben führen. Ohne Gebet wird man hart und halsstarrig. Der Wille Gottes führt zu Heiligung und Sieg. Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. In der Kraft des Geistes Gottes sollen wir diesem Reizen und Locken widerstehen. Dann leiden wir im Fleisch und siegen über die Sünde. Es geschieht keine Empfängnis in der Gesinnung, und es wird keine Sünde geboren. Die Lehre über „Sünde und Gnade“, so wie sie gelehrt und verstanden wird, führt in ein Leben in Knechtschaft. Doch Christus ist nicht gekommen, um uns einen knechtischen Geist zu geben, dass wir uns fürchten müssten. Er gibt uns den Geist der Sohnschaft, in dem wir rufen: „Abba, Vater!“ Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht, wer aber Gerechtigkeit tut, ist von Gott geboren.

„Um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus.“ Röm. 5, 17. „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht.“ In ihm zu bleiben, bedeutet, in seinem Leib zu bleiben, der die Gemeinde ist. Dies ist die einzige Gemeinde, unsere Gemeinde, und diese sollen wir niemals verlassen. Diejenigen, die dieser Gemeinde angehören, haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Nicht alle, die unsere Versammlungen besuchen, haben ein siegreiches Leben. Aber alle, die überwinden, leben das Leben Christi im Geist und haben alle Begierden des Fleisches gekreuzigt. Sie herrschen im Leben durch den Einen. Wenn sie in ihrem Leben über sich selbst herrschen können, werden sie auch für die Ewigkeit befähigt werden, mit Christus zu herrschen. Die Sünde liegt im Leib (dem Leib des Todes). Deshalb ist der Leib tot um der Sünde willen, wenn Christus in unserem Leben herrscht. Die Leitung kommt von unserem Haupt, Christus. Doch beim Gottlosen kommt die Leitung von den Lüsten, die im Leib liegen. Und eben dadurch verdirbt man sich. Denn alle Sünde in der Welt kommt von den Lüsten im Leib. Aus demselben Grund hat Paulus seinen Leib gezähmt, er bezwang ihn. Auf diese Weise bekam der Geist Gottes die Leitung in seinem Leben.

„So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.“ Röm. 6, 12-13.

Das Christusleben ist dazu geschaffen, im Leben zu herrschen. Deshalb müssen wir durch Glauben in der Kraft des Geistes die Sünde unter unseren Füßen halten. Dadurch bekommen wir auch Satan und die bösen Geistesmächte unter unsere Füße. Leben wir dieses Leben, werden wir dazu befähigt, wie Paulus sagen zu können: Folget mir nach, wie ich Christus nachfolge.

Die Könige in Israel lebten ein glückliches und herrliches Leben, solange sie in Gottes Geboten wandelten. Ebenso das ganze Volk. Ihre Feinde hielten sich auf Abstand. Aber sofort, wenn sie anfingen, den Abgöttern zu dienen, kamen die Feinde des Volks immer näher aus allen Richtungen, und es endete mit Wegführung und Strafgerichten aller Art. Die Straßen Zions trauerten, weil niemand mehr zu den Festen kam. Die Widersacher des Volks gewannen die Oberhand. Der Tochter Zion wurde all ihr Schmuck genommen. Jerusalem sank auf verwunderliche Weise. Niemand tröstete sie. Der Feind reckte seine Hand aus nach allen ihren Kostbarkeiten und die Heiden drangen in ihr Heiligtum ein. Klgl. 1.

So geht es jeder Seele und jeder Gemeinde, die vom Herrn abweicht. Es hilft nicht, dass man früher im Leben von Gott gesegnet wurde. Ab dem Tag, an dem man sündigt, sinkt man auf verwunderliche Weise.

Darum muss jede einzelne Person und jede einzelne Gemeinde mit Jesaja sagen:

„Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis seine Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und sein Heil wie eine brennende Fackel.“ Jes. 62, 1.

Von dieser Richtlinie ausgehend werden wir allezeit im Leben herrschen können.