Die drei Zeugen: Der Geist, das Wasser und das Blut

Das Zeugnis des Blutes

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ 1. Joh. 1, 7.

Von welcher Sünde werden wir gereinigt, wenn wir im Licht wandeln? Das können unmöglich bewusste Werke des Fleisches sein, Gal. 5, denn die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Solche wandeln in der Finsternis und lassen sich vom Fürsten der Finsternis leiten. Diejenigen, die im Licht wandeln, müssen also Sünde haben, die durch das Blut Jesu weggereinigt werden soll. Dies kommt daher, dass der neue und lebendige Weg durch den Vorhang, sein Fleisch, gebahnt ist. Hebr. 10, 19-20. Durch den Wandel im Licht wird das Fleisch mit seinen Lüsten fest am Kreuz gehalten. Wir werden wie Jesus getötet nach dem Fleisch und lebendig gemacht nach dem Geist. Dadurch, dass wir der Sünde bis aufs Blut widerstehen, gehen wir hinein in das Heiligtum. Dies ist das Zeugnis des Blutes, die innere Reinigung, die Heiligung. Die Seele liegt im Blut, und wenn das Blut durch Glaubensgehorsam ausgeschüttet wird, dann wird auch der erste Adam ausgeschüttet, der zu einer lebendigen Seele wurde. Dies geschah auch mit unserem Vorläufer Jesus Christus, der seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern gleichgerechnet wurde. Jes. 53, 12. Auf diese Weise wurde Jesus Christus zu einem Geist, der lebendig macht. Und durch das Leiden des Todes mit Jesus wird der zweite Adam auch unseren Menschengeist lebendig machen. Diejenigen, die mit Christus auf diese Weise sterben und lebendig gemacht werden, bekommen mit ihm teil an der ersten Auferstehung; denn sie sind erkauft von der Erde und aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm. Offb. 14. Während er den Eigenwillen opferte, wurde Jesus zum Hohepriester ausgebildet. Gott hat ihn dazu gemacht. Hebr. 3, 2. Jesus opferte seinen Willen für den Willen des Vaters. Dasselbe sollen wir tun. Dies ist es, was uns zu Königen und Priestern für Gott macht. Von den Tagen Johannes des Täufers an verkündigte Jesus „das Himmelreich“: Geist, Wasser und Blut. Er war der erste, der dieses Reich in sich trug. Aber vom Pfingstfest an wurden es viele. Das Himmelreich erfordert das Opfern des ersten Adams: Wer sein Leben verliert, der wird es finden. Darüber gibt es viel zu sagen; das wird jeder verstehen, der sich dazu hingibt, nach dem Willen Gottes im Opfergeist und im Licht zu wandeln.

Das Zeugnis des Wassers

„Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ 1. Joh. 1, 9.

Dieser hier hatte Sünde getan. Er war in der Finsternis gewandelt und hatte Werke des Teufels getan. Mit demjenigen, von dem im selben Kapitel in Vers 7 geschrieben steht, war es ganz anders: Er wandelte im Licht und wurde inwendig gereinigt durch das Blut Jesu. Der in Vers 9 Beschriebene hatte Sünden auf dem Gewissen, äußere Sünden. „Jede Sünde, die ein Mensch [sonst] begeht, ist außerhalb des Leibes.“ 1. Kor. 6, 18. Er hatte Sünde außerhalb des Leibes. Diese musste weggereinigt werden mit reinem Wasser.

Johannes der Täufer kam, um mit Wasser zur Sündenvergebung zu taufen, und er sagt: „Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem zukünftigen Zorn entfliehen?“ Sie bekamen das Zeugnis des Wassers. Und ich muss annehmen, dass die meisten Christen heute von keiner anderen Erlösung wissen als von der Taufe des Johannes, d. h. von Sündenvergebung. Denn sie haben sich nicht die Mühe gemacht, das Himmelreich mit Macht an sich zu reißen. Sie sind nicht erkauft von der Erde und aus den Menschen, ganz im Gegenteil, sie sind stark gebunden an ihre Verwandtschaft nach dem Fleisch, an die Menschen und an die Erde. Sie haben der Sünde keineswegs bis aufs Blut widerstanden, und sie bezeugen selbst, dass sie täglich sündigen und täglich Sündenvergebung brauchen. Und woher kommt das? Es kommt ganz natürlich daher, dass sie nicht täglich ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen, der täglich sein Kreuz auf sich nahm.

Als Jesus starb, stach ihm ein römischer Soldat mit dem Schwert in die Seite, und es flossen Wasser und Blut heraus. Der Geist Gottes trieb Jesus bis in den Tod – nach dem Fleisch. Hier wurden die drei Zeugen eins gemacht: Geist, Wasserund Blut. Die meisten Christen wissen nur vom Zeugnis des Wassers, daher sieht es der Apostel Johannes für notwendig an zu sagen: „Er ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist, Jesus der Christus; nicht durch Wasser allein, sondern durch Wasser und Blut.“ 1. Joh. 5, 6.

Das Zeugnis des Geistes

„Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele«; der letzte Adam zu einem Geist, der lebendig macht.“ 1. Kor. 15, 45. Beachte: wurde zu.

Nun heißt es von Jesus, dass er seine Seele ausschüttete. Jes. 53, 12 (ELB). Er muss daher selbstverständlich eine Seele gehabt haben, ebenso wie der erste Adam. Seele und Geist waren fest an den Leib gebunden. Aber nun war Jesus auf die Welt gekommen, nicht um seinen Willen zu tun, den seelischen, sondern den Willen des Vaters, den geistlichen. Dadurch schüttete er seine Seele aus, und sein Geist wurde lebendig gemacht. Das war dieser lebendig gemachte Geist, den er im Augenblick des Todes in die Hände seines Vaters übergab. Da war die Seele ausgeschüttet. Das ist dieser Geist, der auf die Erde gesandt ist, um uns denselben Weg zu führen, den Jesus selbst ging. Dieser Weg macht uns lebendig nach dem Geist, und das seelische Leben wird in den Tod gegeben. Auf diese Weise werden wir himmlische Wesen, erkauft aus den Menschen und von der Erde. Wir werden Erstlinge und haben als Braut teil an der ersten Auferstehung.

„Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.“ 1. Kor. 15, 40. Irdische Körper passen zu denen, die nur das Zeugnis des Wassers haben, aber himmlische Körper zu denen, die das Zeugnis des Wassers, des Blutes und des Geistes haben. Der Geist selbst bezeugt dies.

„Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.“ V. 48-49.

Wir müssen hieraus schließen, dass das Zeugnis des Geistes, des Wassers und des Blutes uns dazu berechtigt, in der Auferstehung himmlische Leiber zu erhalten, während das Zeugnis des Wassers dazu berechtigt, irdische Körper zu erhalten.