„Siebzig Wege zum Himmel“

Von Elias Aslaksen

Warum siebzig Wege zum Himmel, wenn es nur einen Weg gibt, fragt vielleicht jemand. Wenn man sich selbst außerhalb des „Weges“ befindet, kann man nur einen Weg erblicken. Aber wenn man ein Jünger (Lehrling) wird und anfängt, auf dem Weg zu gehen, wird man herausfinden, dass es genauso viele Wege gegen die sündigen Begierden im Fleisch gibt, wie es Gesetze gibt, die in Herz und Sinn geschrieben sind. Hebr. 10, 16. Der neue und lebendige Weg geht nämlich durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. V. 20.

Die Schrift redet nicht nur vom „Weg“, sondern auch von „Wegen“. „Alle seine Wege sind gerecht.“ 5. Mos. 32, 4. „Herr zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade!“ Ps. 25, 4. Salomo sagt von der Weisheit: „Ihre Wege sind liebliche Wege und alle ihre Pfade Frieden.“ Spr. 3, 17. Paulus sagt: „Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege!“ Röm. 11, 33.

Wenn Br. E. A. gewählt hat, von siebzig Wegen zu schreiben: dem Weg der Demut, dem Weg des Gebetes, dem Weg der Geduld, dem Weg der Liebe usw., dann ist es, um etwas von all diesen Wegen auf dem einen und großen Weg, Jesus Christus, sagen zu können; aber auch um den für Gottes Reich so trägen und schläfrigen Menschen aufzurütteln.

Die Vergebung der Sünden ist ein Abwaschen des Leibes mit reinem Wasser; es ist also kein Weg, ebenso wenig die Taufe mit Wasser und die Geistestaufe. All dies rüstet uns aus, um den „Weg“ gehen zu können, aber es ist nicht „der Weg“.

Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe. Ein Begräbnis ist kein Weg. Danach wurden wir mit ihm auferweckt von den Toten, um in einem neuen Leben zu wandeln. Röm. 6, 4. Der Wandel kommt nach der Taufe.

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.“ Joh. 16, 13. Dieser Wegleiter wird unwirksam und gedämpft, wenn ich nicht auf dem Weg wandle und mich leiten lasse.

Wer ein Jünger ist, lässt sich durch den Geist vom Meister unterweisen; aber das braucht Zeit. In jeder beliebigen Lehre muss ein Lehrling von seinem Meister lernen, um wie sein Meister werden zu können. Bei dieser Ausbildung bekommt man Bedarf dafür, genau zu sein, geduldig zu sein, aufmerksam zuzuhören und danach zu tun. Man bekommt es mit Tausenden von Geboten und Regeln zu tun. Aber wenn man es dann gelernt hat, akzeptiert man nicht jede halbfertige und ungenau ausgeführte Arbeit. So auch in der Schule des Geistes. Wir glauben nicht an einen Sprung vom Theater auf die Kanzel. Wir glauben auch nicht an Prediger, die Vergebung der Sünden, Taufe mit Wasser und Geistestaufe verkündigen, wenn wir gleichzeitig merken, dass der Jüngergeist nicht vorhanden ist. Wer uns hört, der ist von Gott, sagt der Jünger Johannes.

Das Buch ist aufs Wärmste zu empfehlen. Es eignet sich für Bibelstunden im engeren Kreis sowie zum Studium für Prediger.