Geh wohin auch immer, nur nicht …
Satans Rat und der Menschen Rat
Von der Zeit an, als Jesus seinen Jüngern offenbart hatte, dass er der Messias war, fing er an, ihnen zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferstehen.
„Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht!
Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ Mt. 16, 21 ff.
Es war, als wollte Petrus sagen: Geh wohin auch immer, nur nicht nach Jerusalem, nur nicht leiden und sterben, sorg endlich dafür, dich selbst zu verschonen!
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren.
Gott sprach zu Abraham: „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“ 1. Mos. 22, 2.
Wenn Abraham sich nun mit Menschen beraten hätte, dann hätten sie im Chor gerufen: Geh wohin auch immer mit deinem Sohn, geh nur nicht hin und opfere ihn; denn das ist wahnsinnig. So redet die Vernunft, ganz im Gegensatz zum Glauben und zum Weg des Glaubens.
Stephanus sagt: Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Die Propheten verkündigten den Weg Gottes, aber die Priester und das Volk sagten mit Herz und Mund: Egal wohin, nur nicht auf den Weg Gottes. Apg. 7, 52 und 19, 23.
„Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben; und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.“ Offb. 17, 1-2.
„Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ V. 15.
Hieraus sehen wir, dass diejenigen, die auf der Erde wohnen, von dem Wein ihrer Hurerei betrunken wurden. Und wer wohnt auf der Erde, wer ist irdisch gesinnt? Das sind alle, die nicht erkauft sind von der Erde und die nicht dem Lamm nachfolgen, wohin es geht. Offb. 14, 3-4.
Alle diese sind betrunken von dem Wein der Hurerei der Hure. Fragst du welche von ihnen danach, wo die enge Pforte und der schmale Weg sind, dann werden sie alle antworten: Geh wohin auch immer, nur nicht dorthin. Wir verlieren dich dann für immer und ewig.
Fragst du jemanden nach dem Weg hinaus zu ihm (Jesus) aus dem Lager, dann werden sie antworten: Geh wohin auch immer, nur nicht dorthin. Du solltest doch wohl innerhalb des Lagers die eine oder andere Versammlung finden können, die für dich passt!
Paulus sagt: Ich bin mit Christus gekreuzigt, usw. Was muss ich tun, um gekreuzigt zu werden? Sie werden dir antworten: Tu, was du willst, und erwähle, welche Lehre du willst, werde nur nicht gekreuzigt. Gal. 2, 20.
In Phil. 3, 10 heißt es: „Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden.“
Du fragst jemanden: Wie kann ich in die Gemeinschaft der Leiden Christi hineinkommen und wie kann ich seinem Tode gleichgestaltet werden? Und du wirst zur Antwort bekommen: Halte dich an die Lehre von Sünde und Gnade, das passt am besten für dich. Ansonsten kannst du hingehen, wo du willst, nur nicht dorthin, wo man den Weg des Leidens und des Todes lehrt. Denn das ist eine gefährliche Lehre. (D. h. für das Fleisch).
1. Tim. 3, 16. „Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, usw.“ Fragst du jemanden um Rat bezüglich dieses Geheimnisses, wird dir eindringlich erklärt werden, dass es äußerst gefährlich sei, so gottesfürchtig zu sein, dass Jesus dir seine Geheimnisse anvertrauen kann. Geh wohin auch immer, nur nicht zu solchen Menschen, die dir in dieser Sache ein Wort sagen können.
Hieraus ersehen wir, dass die ganze Welt trunken ist vom Wein der Hurerei der Hure. Wer betrunken ist, der ist des Nachts betrunken, sagt Jesus. In der Nacht ist es finster, und wir verstehen in Wahrheit, dass die Finsternis groß ist. Es gibt vielerlei Versammlungen der Toten, und ich muss annehmen, dass die Ruhe dort süß ist und dass es aufscheuchend, aufrüttelnd und spaltend wirkt, wenn man dort ein paar Strahlen der Wahrheit vom Tageslicht und vom hellen Morgenstern hineinleuchten lässt. Spr. 21, 16.
„Aber der Ratschluss des Herrn bleibt ewiglich.“ Ps. 33, 11. Diesen Ratschluss verkündigte Paulus; denn er sagte zu den Ephesern, als er in Milet zum letzten Mal mit ihnen sprach: „Ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“ Apg. 20, 27. Als es Gott wohlgefiel, dass er seinen Sohn offenbarte in Paulus, damit dieser das Evangelium von ihm unter den Heiden verkündigen sollte, da besprach Paulus sich nicht mit Fleisch und Blut, ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor ihm Apostel waren, sondern zog nach Arabien und später nach Damaskus. Gal. 1, 16-17.
Wenn man Rat bei Menschen sucht und sich danach richtet, beweist das, dass man kein Prophet Gottes ist.
Jesus nahm kein Zeugnis von einem Menschen an. Joh. 5, 34. Dagegen sagt er: Hütet euch vor den Menschen. Mt. 10, 17.
Zu Jesu Zeit verwarfen die Pharisäer und Gesetzeslehrer den Rat Gottes für ihre Person. Lk. 7, 30. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Auch heute verwirft man den Rat, den Gott für einen hat. Es ist jetzt wie in jenen Tagen: Man setzt den Broterwerb über den Rat Gottes. Berate dich daher nicht mit Fleisch und Blut, sondern sei du dem Wort und dem Geist gehorsam, dann wirst du selbst persönlich das Zeugnis Jesu Christi in dir bekommen: Geist, Wasser und Blut. Dieses Zeugnis ist größer als der Menschen Zeugnis. Und mit diesem Zeugnis in unseren Herzen können wir wie Johannes sagen: „Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ 1. Joh. 4, 6.
