Sich selbst betrügen
„Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“ Jak. 1, 22.
Wenn man das Wort nur hört, aber nicht tut, dann wird es nicht eingewurzelt in meiner Person und wird mir nicht zur Erlösung. Doch wenn ich das Wort höre und danach tue, dann wird das Wort mit meiner Person, mit meiner Gesinnung, vereint und gestaltet mich um und verwandelt mich in etwas Neues nach dem Ebenbild Gottes. Wenn wir Hörer und nicht Täter des Wortes sind, gleichen wir einem Mann, der sich im Spiegel anschaute und wegging und vergaß, wie er aussah. Das Wort Gottes ist wie ein Spiegel, wenn es in Geist und Wahrheit geredet wird. Wir bekommen dann Christi Person als unser vollkommenes Vorbild und uns selbst mit allen unseren Fehlern und Mängeln zu sehen. Wir können uns dann selbst korrigieren, indem wir tun, wie das Wort sagt, indem wir die Wahrheit tun, und so werden wir durch das Wort in das Ebenbild des Sohnes umgestaltet, denn er ist das Wort selbst.
„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ 1. Joh. 1, 8.
Wir haben Sünde, doch die Sünde soll nicht herrschen. Wir sollen über sie herrschen. Hier brauchen wir das Kreuz. Am Kreuz kommt die Sünde nicht vorbei. Auf diese Weise können wir siegen, da wir ja wissen, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt wurde, damit der Leib der Sünde zunichtegemacht werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Dies muss man glauben. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Hierdurch bekommt das neue Leben, das nach Gott in Wahrheit und Gerechtigkeit geschaffen ist, Zeit und Ruhe, um zu gedeihen und in dem von Gott gewirkten Wachstum heranzuwachsen. Denn durch das Kreuz halte ich die Sünde außerhalb meines inwendigen Lebens. Israel hätte sich ja selbst betrogen, wenn es gesagt hätte: Es gibt keinerlei Feinde im Land. Doch, das Land war voller Feinde, als Josua seinen Einmarsch begann. Und es waren Glauben und Vertrauen gegenüber Gott nötig, um siegen zu können. Genauso ist es auch jetzt. In unserem Fleisch wohnt nichts Gutes, aber durch Glauben werden wir siegen. Der Leib der Sünde soll zunichtegemacht werden, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Röm. 6, 6.
Aus ein und derselben Quelle kann nicht bitteres und süßes Wasser fließen. Jak. 3, 11. Wenn wir dann aus einer guten Quelle etwas hervorbringen, um gleich danach etwas aus einer bitteren Quelle hervorzubringen, dann haben wir uns selbst betrogen. Wir können nicht Gott und dem Mammon dienen. Wir können auch nicht Gott und den Abgöttern dienen.
Alle bitteren Quellen müssen verstopft werden. Alle Abgötterei wird zunichtegemacht. Das Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden muss gekreuzigt werden. Wenn das nicht getan wird – und zwar mit Genauigkeit – dann betrügen wir uns selbst. Eine zwiespältige Gesinnung und ein halbes Herz kann nie zu ihm hinwachsen, der das Haupt ist, Christus. Man hat sich selbst betrogen.
