Friede!
Danke für deinen lieben Brief, den ich erhielt, bevor ich von Horten abgereist bin. Den Brief von Milda Spånberg schicke ich dir anbei zurück. Sie ist jung und ungefestigt und hat sich von der Verkündigung in der Pfingstgemeinde über Liebe täuschen lassen. Das, worum sich dort alles dreht, ist geradezu Liebe zum Fleisch – zu dem, was verflucht ist und sterben soll. Die „Lehre“, die sie jetzt verwirft, hat sich bei uns 35 Jahre lang bewährt und ist für viele zum Segen gewesen. Es ist nicht unsere Lehre, sondern die Lehre der Bibel. Sie hat nicht die Reife, um diese beurteilen zu können. Außerdem ist ihre Missionswirksamkeit nicht auf Gottes Wort gegründet, daher wird diese im Graben landen. Auch hat sie mit keinem einzigen Wort Gottes bewiesen, dass es richtig ist, das zu verlassen, was sie eine Lehre nennt. Sie verlässt damit den Weg des Kreuzes und die Lehre über diesen. Sie kommt ab vom „Weg“ und von der Lehre über „den Weg“. Ihr Brief ist nur religiöses, menschliches Geschwätz. 2. Joh. V. 8-11. Das, wovor in der Pfingstgemeinde gewarnt wird, ist „die Lehre Christi“, eine Lehre, die direkt durch das Fleisch geht. Deshalb wird sie als hart empfunden und die meisten Menschen distanzieren sich von ihr. Aber zur Strafe dafür werden sie auch nicht dem Bild des Sohnes gleichgestaltet. Röm. 8, 29-30.
Wir haben so wenige wirkliche Diener Gottes, die Diener des Geistes sind, daher haben wir niemanden, den wir für Indien entbehren können. Von den Dienern des Buchstabens gibt es Tausende, lass sie reisen. „Sündigen und Gnade bekommen“-Prediger gehen in die Irre und führen in die Irre.
Lies Hos. 7, 1: Wenn ich Israel heile, wird aufgedeckt Ephraims Schuld und die Bosheit Samarias.
Wird so etwas aufgedeckt, sagen die Abgefallenen, das sei Kritik. Gott muss ja Licht senden, um das Böse im Menschen entfernen zu können. Aber es ist wahr, was Jesus sagt: Wenn nun das Licht, das im Menschen ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Im Übrigen ist es pure menschliche Naivität, zu glauben, dass ein junges Mädchen, das auf den inneren Wegen nicht bewährt ist, in der Lage sein sollte, auf dem Missionsfeld alleine zurechtzukommen – mit den Feinden des Kreuzes Christi und den Feinden von Jesus Christus, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. Sie sind nur Freunde der Sündenvergebung und der Geistestaufe, der Gnadengaben usw., aber Feinde der Lehrinhalte, die der Geist offenbart. Gottes Geist ist der „Lehrer zur Gerechtigkeit“. Seine Lehre zu verwerfen, führt ins Nichts. Dann wird man leicht ein umherirrender Stern, für den dunkelste Finsternis aufbewahrt ist in Ewigkeit.
Ich fahre heute Nachmittag nach Oslo und am Freitagmorgen zusammen mit Br. Oscar Hansen nach Molde. Wir haben nur 3 Wochen zur Verfügung und können keine Städte südlich von Bergen besuchen. Man kann ja ungläubigen Seelen 20 bis 30 Jahre lang predigen, es bringt daher nichts, in jeder Stadt ein oder zwei Versammlungen abzuhalten. Wir haben hauptsächlich vor, die Geschwister zu besuchen und sie zu stärken. Es könnte allerdings sein, dass wir Kristiansund N. besuchen, wenn Gott alles so zurechtlegt. Nicht viele sind geschickt für das Reich Gottes.
Herzliche Grüße an dich und deine Familie. Lass den Geist Gottes deine Gedanken leiten. Denn mit dem, was man von Natur aus versteht, daran geht man zugrunde. Hebr. 12, 3-8. Jud, V. 10.
Dein Bruder
J. O. SmithIch habe noch nichts von den 5 in Skien gehört.
Sjøberg in Fr.stad kenne ich nicht.
