Mit Christus gekreuzigt
„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“
Paulus schreibt so, als wäre es eine Sache, die allgemein bekannt ist und geglaubt wird, dass der alte Mensch gekreuzigt wurde. Hier in Norwegen ist es eine höchst unbekannte Sache unter den Christen. Sie wissen es vielleicht als eine tote Erkenntnis, aber glauben es nicht, und daher bringt es einem keine Freude.
Neulich hörte ich einen jungen Mann davon Zeugnis geben, dass er jetzt glaubte, dass er mit Christus gekreuzigt sei und dass das ein Glaubensakt sei. Er war überglücklich. Das war gesegnet zu hören, denn es war etwas ganz anderes als das Alte: Sündigen und Gnade bekommen. Das kann ja für einen Anfänger passen, aber wenn man der Zeit nach ein Lehrer in Christus sein sollte und immer noch sündigt, ist das schlapp und betrüblich. Wir müssen doch einmal dazu kommen, über all das zu siegen, von dem wir wissen, dass es Sünde ist; denn das ist der alte Mensch. Zum Unbewussten kommen wir nach und nach. Und wenn wir über dieses Licht bekommen, dann wird auch das gekreuzigt. Der Leib der Sünde wird zunichtegemacht, und wir dienen nicht mehr der Sünde.
Durch den Glauben halten wir die Sünde im Tod, wo sie auch zu Recht hingehört. Wir halten uns dafür, dass wir der Sünde gestorben sind, und leben Gott in Christus Jesus.
Die Sünde soll nicht herrschen in unserem sterblichen Leibe und wir sollen seinen Begierden keinen Gehorsam leisten. Röm. 6, 11-12.
Die Begierden liegen in unserem sterblichen Leibe, doch wir sollen ihnen nicht gehorchen. Mit anderen Worten sollen wir den Begierden gestorben sein. Dazu haben wir Macht bekommen, indem wir die Glaubenshaltung einnehmen: Gestorben mit Christus, gekreuzigt mit Christus.
„Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Gal. 2, 19-20. Wenn Paulus glauben konnte, mit Christus gekreuzigt zu sein, dann muss es auch für uns möglich sein. Daher steht auch als eine Tatsache geschrieben: „Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Gal. 5, 24.
Warum dann ohne Sieg umhergehen? Jammern und Klagen über stetige Niederlagen hört sich so demütig an; doch ist es in der Wurzel nur Sünde und Unglaube. Aus ein und derselben Quelle können nicht gleichzeitig bitteres und süßes Wasser fließen.
Es hilft nicht, am Fuß des Kreuzes zu stehen; denn Jesus hat nicht am Fuß des Kreuzes gesiegt. Wir müssen ans Kreuz hinauf. Dort hat Jesus seinen Sieg über die Fürstentümer und Mächte und über das ganze Heer der Hölle errungen. Dort werden auch wir siegen.
Pfarrer und Prediger sollten so schnell wie möglich damit anfangen, ihre Jünger darin zu unterweisen; denn es ist eine Tatsache, dass äußerst wenige Gläubige in dieser Frage, die ja eine lebenswichtige Frage ist, Glauben und klare Linien haben.
