(Kein Original)
Friede.
Herzlichen Dank für deinen Brief, der heute ankam, und für die Lieder, die ich gestern bekam. Ich habe leider bei fast allen vermerkt: „Sollte nicht gedruckt werden“. Wir können doch nicht die Gestalt der Lehre und Ermahnungen usw. singen. Zu lange Lieder mit Refrain sollten gekürzt werden. Kriegslieder und Loblieder haben ihre Berechtigung. Man kann viel von den Psalmen Davids lernen. Ist man durch große Kämpfe gegangen, fällt es leicht, ein Lied zu dichten. Ich denke an ein Lied von Luther: „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder eines von Brorson: „Auf ihr Christen, rüstet euch“. Wenn man aber in aller Gemütsruhe dasitzt und haufenweise Lieder produziert, dann ist auch der Inhalt entsprechend. Nur die wenigsten Lieder sind lebenstüchtig – auch in unserem Liederbuch. Daher müssen wir einen etwas strengeren Maßstab anlegen an das, was wir drucken. Ich glaube, dass man beim Dichten von Liedern deutliche Kontraste in der Gedankenführung setzen muss, damit man ohne langes Nachdenken das eine klar vom andern unterscheiden kann, während man das Lied singt. Im Übrigen weißt du, dass wir auf diesem Gebiet ungelehrte Leute sind, deshalb will und kann ich nicht mehr darüber sagen. Wir sollten nur Gott auf alle Weise preisen, jeder Einzelne von uns sollte dies nach bestem Vermögen tun.
Herzliche Grüße mit dem Mannakorn Jes. 25, 1-4. Ich hoffe, dass wir zuletzt wie David sagen können: 1. Chr. 23, 25-26.
Dein Bruder
J. O. Smith