Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1935-03 - Das Wort und seine Wirkungen auf Gottes Volk

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Das Wort und seine Wirkungen auf Gottes Volk

Die Erlösung liegt einzig und allein im Wort Gottes. Christus selbst ist das Wort des Lebens. 1. Joh. 1, 1. „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Joh. 1, 3. Gott ist für sein Wort verantwortlich, und wir sind dafür verantwortlich, das Wort zu respektieren und es anzuwenden. Denn Gott trägt Sorge dafür, dass sein Wort ausgeführt wird.

Alle, die an ihn glauben, werden nicht verlorengehen, sondern haben das ewige Leben. Hier haben wir die Erlösung: an ihn glauben. Der Glaube zieht den Erlöser in Herz und Sinn, sodass er aufgrund des Glaubens dort wohnt. Aber ist er erst in das Herz hineingekommen, dann erweist er sich darin als wirksam, sodass wir durch ihn vom Kleinkind in Christus zum erwachsenen Mann in ihm heranwachsen.

Das Verhältnis, das wir selbst dem Wort gegenüber einnehmen, macht uns entweder zu Tempelchristen oder zu Vorhofchristen. Allen wird dasselbe Wort verkündigt, nämlich das Tempelwort; doch nicht alle gehorchen dem Wort, sodass sie Tempelchristen werden können. Unglaube und Ungehorsam dem Wort gegenüber bewirken, dass sie im Vorhof stehenbleiben. Es geht hier ebenso wie in den Tagen Israels; alle wurden aus Ägypten errettet, doch das andere Mal vertilgte Gott diejenigen, die nicht glaubten. Die meisten Christen schaffen es nicht, weiter als bis in den Vorhof zu kommen. Hier lassen sie sich nieder und weigern sich entschieden weiterzugehen. In den Tempel hinein gelangen sie nie. So bilden sie Parteiungen draußen im Vorhof, machen ihre Verkündigung zur Erwerbstätigkeit und treiben Geschäfte mit dem Wort Gottes. Jesus betete, „dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Joh. 17, 21. Nun gibt es vermutlich 300 bis 400 Parteiungen draußen im Vorhof. Dies führt dazu, dass die Welt nicht glauben kann; denn Parteiungen sind Werke des Fleisches, und die darin leben und solche Dinge verteidigen, tun die Werke des Teufels. Gehe in welche Sekte du willst, und du wirst erfahren, dass sich das Werk Christi für sie nur bis zur Sündenvergebung erstreckt. Nie hörst du etwas von Sieg über Sünde. Sie haben keinerlei Lehre, die zur Gottesfurcht führt. Das Ganze endet in Sündenvergebung. Dies ist der Beweis dafür, dass man in Sünde lebt und vom Gewissen gerichtet wird. Sie wachsen nicht zum Haupt hin. Die Forderung des Gesetzes wird nicht erfüllt. Christus bleibt für sie nur ein alttestamentliches Opfer, oder wie es von Israel steht: „Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“ Röm. 11, 27.

Gottes Wort soll getan werden; aber es wird nicht getan, und so kommt das Gericht. Das Christentum ist dazu übergegangen, ein gemütliches Vereinsleben zu werden, wo sich das Fleisch wohlfühlt und verschont wird. Wehe dem, der die Gemütlichkeit stört, indem er ein Wort der Wahrheit sagt. Er wird als Verführer abgestempelt und er wird, wie die Schrift sagt, aus der Synagoge ausgeschlossen.

Wo es Sündenvergebung gibt, ist kein Opfer mehr für Sünde nötig. Hebr. 10, 18. Wenn man aber weiterhin in der Sünde beharrt, dann missbraucht man die Gnade, um zu sündigen. Anstatt zu sündigen, sollten wir der Sünde bis aufs Blut widerstehen, damit wir kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben, in das Heiligtum zu gehen, auf dem neuen und lebendigen Weg zu wandeln. V. 19-20. Doch das ist zu schwer, denn der Mensch will lieber sündigen als leiden. Und so sündigt man täglich und bittet täglich um Vergebung. Stattdessen sollte es so sein, dass man täglich sein Kreuz auf sich nimmt; dann würde es weniger davon werden, täglich zu sündigen. Das ist Gottes Absicht und Wille mit uns.

Dann gibt es die Tempelchristen. Die meisten von ihnen sind im Vorhof herumgeirrt, waren dort aber nie zufrieden. Das Wort hat sie immer weitergezogen, bis sie schließlich im Tempel gelandet sind. Hier im Tempel, der Christi Leib ist, haben alle Schranken von Parteiungen aufgehört, denn wir sind zu ihm gekommen, der die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, die Feindschaft. Eph. 2, 14. So haben wir endlich den Frieden bekommen, nach dem wir uns sehnten. Hier wachsen wir das Wachstum des Leibes, zu ihm hin, der das Haupt der Gemeinde ist; und es kommt in unserem Inneren eine neue Schöpfung hervor. Gehorsam gegenüber dem Wort führt uns bis hin zum Vater. Joh. 14, 23.

Der Herr ist in seinem Tempel, und von dort aus redet er durch seinen Heiligen Geist. So werden es dann ein Tempel (der Leib), eine Stimme (der Mittler), ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller. Dies überzeugt und gibt Glauben.

Doch dort draußen im Vorhof hören wir den Lärm und die Bettelei der Geldwechsler. Dort zankt man über Taufe und Abendmahl, das tausendjährige Reich und Lehrsätze. Aber die Lehre, die von Gott ist, können sie nie erfassen, denn sie bekommt man nur dadurch, dass man den Willen Gottes tut.

Der Engel bekam den Befehl, den Tempel Gottes, den Altar und die dort anbeten zu messen. Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels war, sollte er nicht messen, der sollte von den Heiden niedergetreten werden. Offb. 11, 1-2.

Die Vorhofchristen waren nicht einen einzigen Millimeter gewachsen, sie hatten nur gesündigt. Es gab keine Höhe zu messen, keine neue Schöpfung, nur Sünde und Vergebung. Sie hatten sich nicht befleißigt, eins zu sein, sodass die Welt glauben konnte, daher soll nun der Vorhof von den Heiden niedergetreten werden. Im Vorhof gibt es nichts zu messen. Nur Streit und Elend. Sie hatten sich nicht vom Wort eins machen lassen. Die Pfarrer und Prediger hatten ihren Lohn bekommen. Gott war ihnen nichts schuldig. Sie hatten den Tempelchristen auch aus Leibeskräften widerstanden; denn es war Fleisch genug in ihnen dazu da. Ja, die Parteiungen wurden sogar einig, als es darum ging, die Tempelchristen umzubringen. Für dieses Verbrechen werden sie einmal büßen müssen. Die Torheit, die sie in Praxis ausüben, teilt den Leib Christi in mehrere hundert Parteiungen auf, und die Folgen bleiben nicht aus.

Zwischen all diesen Sekten besteht mehr oder weniger Feindschaft. Wo ist dann die Einheit? Ist Christus nun innerlich zerstritten? Ist er geteilt?

Lasst uns deshalb dem Wort, von ihnen auszugehen, gehorchen – hinaus zu ihm, außerhalb des Lagers. Hebr. 13, 13. Lasst uns tausendmal lieber mit Christus die Schmach teilen, als mitten in dieser ganzen Feindschaft und diesem ganzen Chaos von Lehrsätzen zu leben, die weder Hand noch Fuß haben.

Das Wort befreit, das Wort macht lebendig, das Wort bleibt bestehen, lange nachdem der Vorhof niedergetreten ist.