Gerecht ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben
Wie geschrieben steht: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen.“
„Was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei.“
So restlos verdorben sind wir Menschen. Es nützt nichts, an diesem alten Menschen herumzuflicken oder ihn zu verbessern. Vor dem Gericht Gottes ist und bleibt er schuldig.
„Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, […] Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus.“
Wir werden gerecht durch den Glauben, ohne des Gesetzes Werke. Röm. 3, 28. Durch Glauben an Jesus Christus bekommen wir Vergebung für unsere Sünden.
Es gibt im tieferen Sinn keinen Glauben ohne Werke. Wenn es nicht meine Werke sind, dann müssen es notwendigerweise die Werke eines anderen sein. Und in diesem Fall sind es nicht meine Werke, sondern das vollbrachte Werk Jesu Christi und sein Versöhnungstod auf Golgatha, durch den ich Sündenvergebung bekomme. Denn er ist für meine Sünden und die der ganzen Welt gestorben, und dies glaube ich; und das wird mir zur Gerechtigkeit.
Diese Erlösung nennt die Schrift: Durch sein Blut gerecht werden. Sie heißt auch: Mit Gott versöhnt werden. Röm. 5, 9-10.
Die weitere Erlösung durch das Leben Jesu Christi
Erlösung durch Werke des Glaubens
„Wir sind mit Gott versöhnt worden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren. Da bekamen wir Vergebung für unsere Sünden. Um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.“ Röm. 5, 10.
Liebe Seele, die du deine Sünden vergeben bekommen hast, lies diese Schriftstelle genau, wieder und wieder, und sieh zu, dass du verstehst, was du liest; denn es steht direkt im Anschluss daran, dass man durch den Glauben ohne Werke gerecht wird. Nun kommt die Erlösung durch Werke des Glaubens, indem Gott in uns Wollen und Vollbringen wirkt. Die Erlösung durch Jesu Leben bedeutet, dass Jesus in uns lebt und wirkt durch seinen guten Heiligen Geist, der von dem Seinen nimmt und es uns verkündigt. Damals, als wir Sünder waren und tot in Übertretungen, konnten wir den Geist nicht als Wegleiter empfangen; denn die Welt sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Joh. 14, 17. Doch nun will das Leben Jesu durch den Geist in uns Gehorsam wirken, das Gesetz zu befolgen, das in unser Herz und in unseren Sinn geschrieben ist. Dies werden keine Gesetzeswerke, sondern Werke des Glaubens. Wenn wir nun vom Geist Gottes getrieben werden, dann wird die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt. Das Fleisch, das vergeblich versuchte, das Gesetz zu halten, wird mit Christus am Fluchholz gekreuzigt, und durch das Gesetz des Glaubens siege ich über das Gesetz der Sünde und des Todes. Röm. 8, 1-2. Wenn ich von meinem alten Menschen zur Sünde versucht werde, dann sage ich durch Glauben in der Kraft des Heiligen Geistes „nein“, und so siege ich. Auf diese Weise wird das Gesetz der Sünde und des Todes besiegt.
Es gibt keine Verdammnis für mich, denn ich bewahre meine Glaubensstellung in Christus Jesus. Auf dieselbe Weise hat der Meister selbst gesiegt; denn auch er hat gelitten, als er versucht wurde. Aber dieses Leiden ist kein Leiden im Gewissen, sondern ein Leiden im Fleisch, weil dieses seinen Willen nicht bekommt. Ein solches Leiden ist uns nur zum Vorteil. Dieses Leiden wird Leiden Jesu Christi genannt, siehe Phil. 3, 10; denn auch Jesus litt, als er sich selbst verleugnete, siehe Joh. 5, 30; 6, 38 und 7, 17-18; Hebr. 9, 13-14 und 1. Petr. 4, 1.
Sündenvergebung befähigt uns, auf dem Weg zu gehen, wenn wir zusätzlich mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt werden. Denn Jesus ist der Weg. Die Sündenvergebung ist kein Weg. Wenn wir aber im Glauben wandeln, nachdem wir unsere Sünden vergeben bekommen haben, dann gehen wir auf einem Weg. Dies wird uns zur Erlösung durch sein Leben.
Deshalb heißt es auch: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ 1. Joh. 1, 7.
Beachte, dass derjenige, der im Licht wandelt, nicht sündigt; denn wenn man sündigt, dann tut man dies draußen in der Finsternis. Wenn wir also dadurch, dass wir im Licht wandeln, von aller Sünde gereinigt werden, dann sind damit nicht begangene Sünden gemeint, sondern innewohnende; der Leib der Sünde wird zunichtegemacht. Im Licht ist das Leben, und wir werden erlöst durch sein Leben.
Wir bekommen auch nicht nur durch Sündenvergebung Gemeinschaft untereinander – davon kann sich jeder überzeugen; sondern dadurch, dass wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, bekommen wir Gemeinschaft untereinander.
Dies ist ganz einfach und klar und leicht verständlich, aber man will es nicht verstehen, weil man die Finsternis mehr liebt als das Licht und seine Lüste mehr liebt als Gott.
„Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?“ Jak. 2, 20. Nur schlechte Menschen beharren in der Sünde, nachdem sie mit Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes.
Auch Judas erinnert daran, dass der Herr, nachdem er dem Volk das eine Mal aus Ägypten geholfen hatte, das andere Mal die umbrachte, die nicht glaubten. Auch die Engel, die ihren himmlischen Rang nicht bewahrten, sondern ihre Behausung verließen, hat er für das Gericht des großen Tages festgehalten mit ewigen Banden in der Finsternis. Jud. 5-6.
Dies ist uns zum Vorbild geschrieben.
