Göttliche Heilung
„Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.“ Jak. 5, 15.
Hier steht es klar und deutlich, dass das Gebet des Glaubens dem Kranken helfen wird. Hier sind aller Unglaube und Zweifel ausgeschlossen. Meistens glauben wir an die Krankheit – dass sie zu unserer Erlösung und Heiligung dienen soll. Doch hier müssen wir genauer überlegen. Wegen der Sünde kamen Krankheit und Tod in die Welt hinein. Krankheit und Tod sind also nicht göttlichen Ursprungs, sondern haben ihre Wurzeln in der Sünde. Nun ist Jesus gekommen, um durch sein Opfer die Sünde wegzunehmen. Und wird die Sünde weggenommen, dann werden auch ihre Folgen weggenommen. Anstelle von Tod hat Jesus Leben und Frieden – ein ewiges Leben – zuwegegebracht. Der Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes, und ist der Leib krank, dann wird man auch im Dienst des Geistes gelähmt.
Jakobus unterscheidet zwischen Leiden und Krankheit. „Leidet jemand von euch Unrecht? Er soll beten!“ Dieses Leiden sind schwierige Verhältnisse im Leben, etwas durch das man sich hindurchkämpfen und das man besiegen muss. Diese Leiden dienen zu unserer Heiligung. Anders ist es dagegen mit Krankheit. Wenn die Ursache der Krankheit offensichtlich ist, und wir finden, dass wir selbst daran schuld sind, und wir uns dann selbst richten, dann hat die Krankheit ihre Macht über uns verloren.
Siehe 1. Kor. 11, 30-32. „Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen. Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden.“
Gott züchtigt in allen Stadien der Heiligung mit Krankheit. Wenn du daher noch keine Züchtigung in dieser Form bekommen hast, dann glaube nicht von dir selbst, dass du gottesfürchtiger bist als der, der krank ist. In einem Monat oder einem Jahr bist vielleicht du an der Reihe. Du kannst wahrscheinlich noch keine Krankheit ertragen. Daher ruht Gottes Gnade über dir. Aber wenn die Zeit gekommen ist, werden sich dein Hochmut, deine Ehrsucht, deine Schlemmerei, deine Habsucht oder was es nun alles ist, in deiner Krankheit deutlich zu erkennen geben. Und wenn es niemand sonst versteht, so wirst du selbst es verstehen. Wenn wir uns dann selber richten, verliert die Krankheit ihre Wurzel und kann nicht bestehen bleiben. Sie hat dann auch ihren Zweck erfüllt.
Wir werden durch Krankheit gerichtet und werden vom Herrn gezüchtigt, weil wir den Leib des Herrn nicht unterscheiden. Das Wort „unterscheiden“ scheidet ja zwischen zwei Dingen. Hier wird zwischen dem Leib des Herrn und unserem Leib unterschieden. Der Herr hielt seinen Leib in Zucht und Zaum, darum sollen wir nun auch unseren Leib in Knechtschaft halten, so wie er es tat. Gehen wir in Bezug auf Essen und Trinken über das Maß hinaus, dann stellen wir unseren Leib nicht darauf ein, dem Leib des Herrn gleich zu sein. Aus diesem Grund kann Krankheit kommen, und wir müssen uns selbst richten.
Unzählige Dinge können Krankheit verursachen, z. B. Habsucht. Man nimmt mehr Arbeit auf sich als der Körper erträgt, und so wird man krank. Hier gibt es vielerlei Arten von Krankheit und viel Gericht. Wenn wir uns selbst richteten. Daher ist es gut, Gottes Licht und Erkenntnis zu haben. Eine Frau trägt z. B. extra enge Kleidung, um nett und fein auszusehen, und dann bekommt sie Schmerzen im Unterleib und wird krank. Die direkte Ursache ist ja Eitelkeit. Und damit kann man noch lange weitermachen, nachdem man zum Glauben gekommen ist. Die Ursache ist Mangel an Licht und geerbte Eitelkeit. So könnte man unzählige Beispiele nennen. Doch lasst uns nun schnell sein, uns selbst zu richten, umso früher werden wir geheilt.
Für Gott ist es ja eine leichte Sache, uns zu heilen. Schwieriger ist es dagegen, uns zum Erkennen unserer Sünde zu bringen. Es müssen gar nicht offenbare Werke des Fleisches sein. Es können auch die inneren verborgenen Sünden des Menschen sein, die dem verborgenen Leben mit Christus in Gott widerstehen.
„Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.“ Jak. 5, 14.
Warum gerade die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen? Jeder kann doch beten. Ja, das stimmt zwar, aber der Herr tut immer eine doppelte, ja dreifache Arbeit. Er bindet dadurch die Gemeinde an die Ältesten. Diejenigen, die ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit sind, bekommen mehr Einfluss auf die Gemeinde. Auch werden die Ältesten in der Gemeinde, die das Wort verkündigen, leichter das Geheimnis der Heilung erklären können als irgendein anderer. Das Vertrauen in die Ältesten und somit in Christus wird zunehmen, wenn Christus dann die Kranken durch die Handauflegung und das Gebet der Ältesten heilt.
„Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister und dass sie Krankheiten heilen konnten.“ Lk. 9, 1.
Als Jesus die Zwölf nun zusammengerufen hatte, können wir sicher sein, dass er sie darin unterwies, wie sie heilen sollten. Mit Unwissenheit kommen wir weder hier auf der Erde noch im Himmelreich vom Fleck.
Darum müssen wir beten und abermals beten. Durch Gebet bekommen wir Licht, und durch Gebet bekommen wir Sündenvergebung und durch Gebet bekommen wir Heilung. Doch ohne Gebet bekommen wir nichts. „Ihr […] habt nichts, weil ihr nicht bittet.“ „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden.“
Wenn die Heilung langsam kommt, dann deshalb, weil die Selbsterkenntnis langsam kommt. So ist es ja mit jeder Zucht. Doch der Herr ist nicht langsam mit seinen Verheißungen. Aber meistens sind wir langsam, wenn es um das Erfüllen der Bedingungen geht.
