(Empfänger nicht bekannt)
Friede.
Danke für Ihren lieben Brief, der heute ankam. – Gottes Reich besteht in Kraft und nicht in Gefühlen. Leiden gehen dem Tod voraus, auch dem Tod Christi. Daher braucht sich niemand von Ihnen zu ängstigen. Die Erkenntnis bringt Schmerzen mit sich, und nicht zuletzt die Erkenntnis vom Kreuz. Daher heißt es ja auch: Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft. Die Kraft des Kreuzes sind die Leiden des Kreuzes – dieselben Leiden wie Christus, der den Tod nach dem Fleisch erlitt, aber lebendig gemacht wurde nach dem Geist. Das Leiden geht über den alten Menschen und nicht über den neuen.
Zur Zeit haben wir Erweckung hier. Fünf jüngere Brüder haben in diesen Tagen die Gabe der Zungenrede erhalten, eine Schwester ebenfalls. Es erinnert an 1907. Gottes Geist ist mächtig über der Versammlung. Unter uns hat ja in all den Jahren der eine und andere diese Gnadengaben gehabt; doch jetzt fängt die Jugend an, auf Gott einzudringen. Sie sind alle erleuchtet und haben viel Erkenntnis Gottes, die Erweckung ist also viel tiefgehender als im Jahr 1907. Mehrere von ihnen waren ja schon vorher mit dem Geist getauft; doch nun haben sie um die Gaben des Geistes gebetet. Wir machen jeden Abend weiter mit Gebet. Gestern Abend hat sich eine Frau bekehrt.
Die Lehre Christi und die Gestalt der Lehre Christi stehen nicht im Widerspruch zu den Gaben und Segnungen des Geistes. Ganz im Gegenteil, sie bestätigen einander. Das zeigt die praktische Erfahrung. Daher haben nicht wir uns von den Geschwistern der Pfingstgemeinde getrennt; sondern die Geschwister der Pfingstgemeinde haben sich von uns getrennt wegen der Lehre Christi und der Gestalt der Lehre Christi wie auch wegen des Wortes vom Kreuz und der Leidensgemeinschaft Christi. An dem Tag, an dem sie dies erkennen, haben wir Gemeinschaft miteinander.
Seien Sie herzlich gegrüßt von Ihrem Bruder im Herrn
J. O. Smith