Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1927.06.20

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931
Horten, 20. 6. 1927
Lieber Bruder E. Aslaksen,
Friede.

Herzlichen Dank für den Brief, den ich soeben um die Mittagszeit erhalten habe. Es war eine wahre Freude, von den Ergebnissen nach den ersten Versammlungen zu hören. Ja, dort wird es wohl gehen wie in Oslo. Es bedarf wahrer Erleuchtung und dies ist das Feuer, das Jesus auf der Erde anzünden wollte und von dem er wünschte, dass es schon brennen würde. Es wirkt weiterhin als Gericht über Gottes Haus, bis die Heiligung vollendet ist. Darum zünde Feuer an und schone nicht!!! Es ist nun entfacht. Niemand wird in deinem Dienst für Gott die Oberhand über dich bekommen. Sei nur sehr freimütig und stark. Ich habe keinerlei Verlangen in meinem Innern, an Rein Seehuus zu schreiben, da ich das starke Gefühl habe, dass er dein und mein Widersacher ist. Wie müssen nur unsere Aufgabe versehen. Wenn jemand von ihm zu deinen Versammlungen kommt, dann nehme ich an, dass du sofort spüren wirst, wo er sich befindet. Lass uns vor Gottes Angesicht stehen, dann werden diejenigen mitgerissen, die Er für das ewige Leben ausersehen hat. Die anderen werden durch ihren Widerstand vertrieben, ob sie untersucht haben, worum es geht, oder nicht. Es war gut, dass Br. Madsen am Anfang ein paar Tage dabei sein konnte. Es war sicher an der Zeit, dass man in Bergen etwas mehr als das Übliche zu hören bekam.

Jesaja 3 trifft von Anfang bis Ende gut auf das Jerusalem unserer Zeit zu. Jede Zeit hat ihr Jerusalem – auch die unsere.

Jede Zeit hat ihre Propheten – auch unsere Zeit. Der Prophet in der jeweiligen Zeit hat den Auftrag, das Abfallen aufzuzeigen – auch die Propheten unserer Zeit. Der Prophet ist eine Zuchtrute in der Hand des Herrn, eine Geißel im Fleisch und ein Werkzeug, um dem Volk „den Weg“ zu zeigen. Wen von den Propheten haben eure Väter nicht getötet, sagte Jesus. Die Propheten nehmen eine Stellung an der Front ein, sie gehen den Dingen richtig auf den Grund und eben deshalb werden sie gehasst. Dieser Hass bewirkt, dass man in sich gekehrt wird, und man muss sich wie David „in Gott, seinem Herrn, stärken“. Mit erneuerter Kraft können sie dann wieder vorwärtsgehen und wie David sagen: Mit meinem Gott kann ich über die Mauer springen.

Ich hatte schon an dich geschrieben, als dein Brief ankam.

Nochmals liebe Grüße von deinem Bruder

J. O. Smith