Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1924-02 - Mit wem bist du verheiratet?

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Mit wem bist du verheiratet?

„Denn eine Frau ist an ihren Mann gebunden durch das Gesetz, solange der Mann lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an den Mann bindet.“ Röm. 7, 2.

Jetzt ist die Frage: Mit wem bist du verheiratet? Solange du durch deine eigenen Werke lebst, bist du mit dem Gesetz verheiratet. Alle glauben natürlich, dass sie freigemacht sind. Sie haben keine Ahnung davon, dass sie unter dem Gesetz knechten. Ein Mann wird errettet – die Last der Sünde hat ihn lange beschwert. In der Schrift liest er, was von einem, der errettet ist, gefordert wird. Ist er träge und begibt sich in der einen oder anderen Kirchengemeinschaft zur Ruhe, dann bleibt er Zeit seines Lebens – ohne es zu wissen – ein Sohn der Magd. Er lernt das Gesetz nie bis zum Grund kennen, obwohl er damit verheiratet ist. Anders ist es bei der unruhigen und suchenden Seele. Sie lässt nicht locker bis sie Frieden gefunden hat. Auch sie knechtet, aber sie knechtet gründlich. Sie lässt nicht ab, sie will das Gesetz erfüllen und in Reinheit und mit einem guten Gewissen wandeln, weil sie weiß, was es bedeutet, in der Sünde zu leben und deren Sklave zu sein. Je mehr sie sich abmüht, desto mehr wird von ihr verlangt. Es sieht dunkel aus. Sie packt es erneut an, doch immer kommt sie zu kurz. All dies kommt davon, dass sie immer noch im Fleisch ist und noch kein Licht darüber bekommen hat, dass in ihrem Fleisch nichts Gutes wohnt.

Sie kennt eine ganze Reihe von Schriftstellen darüber, dass ihr Fleisch verdorben ist. Aber solange sie keine Freimachung vom Fleisch erlebt hat, lebt sie in diesem ebenso natürlich wie der Fisch im Wasser. Sie ist mit dem Gesetz verheiratet – trotz aller Erkenntnis über die Freimachung. Wer die Person ansieht, ist nicht mit Christus verheiratet, sondern mit dem Gesetz. Wer lügt, ist mit dem Gesetz verheiratet, das sagt: Du sollst nicht lügen! Wer von seinem Nächsten leiht und nicht zurückzahlt, liebt sich selbst mehr als seinen Nächsten. Er ist mit dem Gesetz verheiratet, das sagt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wer viele gute Werke tut, aber nicht vermag, es vor den Menschen verborgen zu halten, sondern es bei passenden Gelegenheiten durchscheinen lässt, hat seine Werke nicht für Christus getan. Hätte er das getan, hätte er keine Ehre von Menschen bekommen oder gesucht. Aber nun bekommt er Ehre, weil er es durchscheinen lässt, und nun werden diese Worte Christi wirksam: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt?“ Doch der Glaube hat nichts mit dem Gesetz zu tun. Wer nicht glauben kann, hat nur mit dem Gesetz zu tun. Er ist mit diesem verheiratet. Er dient nicht im neuen Wesen des Geistes, sondern im alten Wesen des Buchstabens.

Wenn das Wort Gottes verkündigt wird und die Menschen darauf hören, können dieselben Worte für manche Buchstaben sein und für andere Geist und Leben. Es kommt darauf an, in welcher Stellung gegenüber Christus sich der Einzelne befindet.

Wenn eine Person durch das Gesetz dem Gesetz gestorben ist und einen anderen Mann – Christus – geheiratet hat, dann ist sie, wenn sie sich wie die Galater wieder zum Gesetz hält, eine Hure. Der Mann – Christus – lebt, und solange der Mann lebt, soll man keinen anderen heiraten. Das bedeutet, Hurerei zu treiben. Nachdem nun der Mann – Christus – nicht sterben kann, wird auch seine Frau nicht sterben. Wenn das geschehen könnte, dann wäre das Leben nicht ewig. Doch nun ist das Leben sowohl für den Mann – Christus – als auch für seine Braut ewig. „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“