Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1925-10 - Osterkonferenz in Horten 1925 – Beiträge von J. O. Smith

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Osterkonferenz 1925 in Horten – Beiträge von J. O. Smith

Gal. 4, 22-31

Abraham hatte zwei Söhne. Der eine war von der Magd nach dem Fleisch geboren, der andere durch die Verheißung. Der erste nach menschlichem Willen, der andere nach dem Willen Gottes. Sara und Hagar sind ein Bild für die zwei Bundesschlüsse. Darin liegt eine tiefere Bedeutung und wir sollten zusehen, diese zu begreifen. Hagar ist der Berg Sinai und entspricht dem jetzigen Jerusalem, welches Kinder zur Knechtschaft gebiert; Sara ist das Jerusalem, das droben ist.

Nachdem wir Vergebung der Sünden empfangen haben, kommt eine Zeit in unserem Leben, in der wir versuchen, Gott zu dienen, so gut wir können. Aber weil wir noch nicht Gottes Kraft bekommen haben, tun wir es mit ehrlichem Sinn und in der besten Absicht in unserer eigenen Kraft. Wir gehören dem irdischen Jerusalem an und sind zur Knechtschaft geboren. Immer kommen wir zu kurz. Indem wir im ersten Bund treu sind, werden wir schließlich herausfinden, dass das Gesetz heilig, gerecht und gut ist, dass aber das Böse bei mir selbst liegt und dazu führt, dass ich trotz meines besten Willens nicht imstande bin, die Gebote zu halten. Wir geben auf und treiben die Magd und ihren Sohn hinaus. Das Gesetz ist unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden. Von nun an ist es Isaak, der in uns leben und wachsen soll. Was dem Gesetz unmöglich war, kommt jetzt durch den Glauben hervor.

Nun ist aber zu beachten, dass das Gesetz von Sinai und das vollkommene Gesetz der Freiheit beide von ein und demselben Gott sind. Der Unterschied liegt nicht im Gesetz, sondern in mir selbst. Ich muss nach dem Zustand, in dem ich mich befinde, behandelt werden. Isaak soll erben – nicht Ismael. Je treuer wir sind, desto besser verstehen wir ihn, mit dem wir das Erbe teilen werden.

Gal. 3, 13

Christus wurde ein Fluch für uns. Man könnte fragen: Ob dieser Fluch wohl in einem Augenblick am Kreuz über ihn kam, als er im Begriff war zu sterben? Nein, Jesus lebte sein ganzes Leben lang gekreuzigt für seinen eigenen Willen nach dem Fleisch. Sein Wille nach dem Fleisch war verflucht und wurde immer an das Holz genagelt, indem er allezeit sagte: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Dieser Wille wurde mehr und mehr gekreuzigt. Er hatte ihn vom Menschengeschlecht in sich selbst aufgenommen, um dieses zu erlösen, und nun brachte er ihn in den endgültigen Tod. Denn er war gekommen, um den Willen Gottes zu tun und um allem Menschenwillen einen ewigen Knacks zu versetzen. Durch den Glauben an ihn kann nun der Segen Abrahams über uns kommen, indem wir Anteil an Jesu Geist bekommen, der uns Kraft gibt, den Willen Gottes auszuführen. Unsere menschliche Kraft war nicht in der Lage, mit menschlichem Willen dem Willen Gottes zu dienen. Jesus musste uns Geist und Kraft geben, damit wir ihm in seiner Fußspur folgen können. Wohin er ging, wissen wir, und den Weg wissen wir. Paulus sieht ein anderes Gesetz in seinen Gliedern. Jesus hat dieses Gesetz durch Gehorsam ganz und gar besiegt und hat uns nun durch seinen Geist und seine Kraft die Möglichkeit gegeben, den Kampf dagegen aufzunehmen. Aber wir spüren es in unseren Gliedern, und es streitet gegen das Gesetz in unserem Sinn und verursacht Werke des Leibes. Aber durch den Geist und im Geist haben wir Macht bekommen, diese Werke des Leibes zu töten. Es ist keine Sünde, das Gesetz der Sünde in seinen Gliedern zu haben, aber es entsteht Sünde in dem Augenblick, in dem mein Sinn der Versuchung zustimmt, die von meinem Inneren kommt. Wenn wir wie Abraham Werke des Glaubens tun, dann bekommt das Gesetz der Sünde in unseren Gliedern einen Knacks nach dem anderen, und als solche sind wir in Wahrheit Kinder Abrahams.

1. Joh. 5, 1-12

Der Apostel widerlegt hier die falschen Propheten. Wir können die falschen Propheten daran erkennen, dass sie einen Schrecken vor allem haben, was Leiden im Fleisch heißt. Wir sind mit Christus auferstanden, auf den Grund der Auferstehung gestellt und sind aus Wasser und Geist geboren. Wir haben zwei der Zeugen in und über uns bekommen, aber uns fehlt noch der dritte, nämlich das Blut. Dieses kommt in der Gemeinschaft der Leiden Christi hervor, sodass zum Schluss in uns wahr wird, was in ihm wahr ist: Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut. Als Jesus seine Seele in den Tod ausgoss, bekam er die Starken zum Raub; denn hier müssen die Allerstärksten aufgeben. Wenn das Blut hervorkommt, dann bedeutet das den Tod. In diesen Tod werden wir ständig hingegeben, und dies ist das Sterben Christi. Seelen in diesem Tod werden im Totenreich nicht verlassen werden. Wer vor dem Sterben Christi zurückweicht, weicht vor Leiden zurück. Er weicht davor zurück, in den Tod Christi hingegeben zu werden, wer aber vor dem Tod Christi zurückweicht, weicht auch vor dem Leben Christi zurück. Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten. Will jemand in Geist und Wahrheit ein Prophet sein, dann komme er mit auf diesen Weg, wenn nicht, dann ist er nichts anderes als ein falscher Prophet, der keine Kenntnis von Christi Leiden und Tod und der darauffolgenden Herrlichkeit hat.