Konferenz am Buß- und Bettag 1931
In der ersten Versammlung gedachten wir unserer lieben entschlafenen Schwester, der Krankenschwester Kristi Haug, die den Geschwistern von ihrem Krankenlager aus einen Gruß gesandt hatte. Sie kam aus einem gottesfürchtigen Geschlecht in Hemsedal und hatte an ihrem Heimatort und auch in Hallingdal Licht verbreitet. Wo sie hinkam, hinterließ sie Spuren, denn Menschen wurden errettet und bekamen Licht. Ihre Originalität war unter den Geschwistern weit und breit bekannt, und über ihre Gottesfurcht und Unerschrockenheit gibt es viel zu erzählen. In ihrem Zimmer hatte sie den Wahlspruch aufgehängt:
Erlöst, um zu dienen.
Und gedient hat sie in Wahrheit. Sie schonte sich nicht. Möge Gott ihr Lebenswerk und ihr Andenken segnen!
Die Versammlungen in Oslo bewirken, dass sich das Licht über weite Teile des Landes ausbreitet. Wenn dann die Konferenztage kommen, kommen auch Menschen von überallher – Leute, die wir nie zuvor gesehen haben, und nicht zuletzt Jugendliche. Die Kinder der älteren Geschwister wachsen ebenfalls heran und werden Jugendliche. Diese kommen und bringen andere mit, und so geht es bis ins Unendliche.
Gottes Licht scheint immer aus der Finsternis hervor. Das Licht des natürlichen Menschen muss erlöschen, selbst wenn man glaubt, christliches Licht zu haben. Denn wenn das Licht, das man zu haben glaubt, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein? Ein Mensch, der nicht in Wahrheit in Finsternis gewesen ist, hat nicht Gottes Licht. Es ist nicht angenehm, in die Finsternis hineinzukommen. Alles aufgeben zu müssen, was man zu wissen glaubt, ist schwer für den natürlichen Menschen. Dann kommen Weinen, Jammer und Trübsal. Alles um einen herum scheint schwarz in schwarz. Alles und alle sind gegen einen. Dann funkelt ein Licht in der Finsternis, es ist ein Strahl von Gottes Licht, ein Funke von Lebenshoffnung. Dem Aufrichtigen geht ein Licht auf in der Finsternis. Keine falsche Person wird jemals dieses Licht sehen. Der Wandel in diesem Licht bringt uns Gottes Natur. Es ist dieses Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen.
Gottes Wort und die Mannigfaltigkeit der Gesetze des Geistes machen ein Ende mit uns. Das macht es finster, das löscht das natürliche Licht aus, das Licht, in dem man sogar den Doktortitel der Theologie macht. Doch dasselbe Wort entfacht auch Gottes wunderbares Licht in unseren Herzen und macht uns zu Königen und Priestern für Gott.
Durch Gottes unendliche Gnade ist dies unser Dienst für den Herrn – ob wir an Konferenzen, in Versammlungen oder unter vier Augen sind – Menschen in die Finsternis und zu Gottes wunderbarem Licht zu führen. In das Himmelreich kann niemand hineinkommen, der nicht alles loslassen will, was er hat, der nicht in Gottes Finsternis und Gottes Licht hineingehen will. Viele werden danach trachten, in Gottes Reich hineinzukommen, aber werden es nicht können. Sie wollen ihre Eltern und Geschwister, ihre Position, ihr Geld, ihre Ehre und alles andere mitnehmen, und so kommen sie nicht hinein. Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr.
Es gab viele gesegnete Zeugnisse während der Konferenz. Nach den Versammlungen am Tag spielte das Skogsrud-Quartett und die Jugend sang.
Danach hielt Br. Aslaksen bis weit über Mitternacht hinaus Bibelunterricht. Es wurden schriftliche Aufgaben gestellt, die ungefähr so lauteten:
Wir haben von Anfang an mit dem Einzelnen gearbeitet. Doch jetzt wird die Schar groß, sodass die gründliche Arbeit, die früher mit dem Einzelnen getan wurde, unmöglich stattfinden kann. Doch im Gegenzug bekommen sie nun während der Versammlungen und Konferenzen in jeglicher Hinsicht Unterweisung. Von den Erfahrungen der Älteren profitieren alle. Das Ganze geht vorwärts, sicher und gleichmäßig.
Gott deckt uns einen Tisch im Angesicht unserer Feinde. Prediger haben scharenweise vorgehabt, mit ihrem natürlichen Licht das Licht Gottes auszulöschen, das aus der Finsternis hervorstrahlt; doch bis zum heutigen Tag ist ihr Krieg gegen das Licht und die Erkenntnis Gottes den Geschwistern als pure Torheit offenbar geworden. Saul irrt immer noch in der Finsternis umher und versucht, David zu töten. Und Kain sieht immer noch scheel auf Abels Opfer. Doch ihr Licht wird mitten in der Finsternis erlöschen, und Esau wird gründlich untersucht werden. Beim Sterben Christi wurde es finster. Lasst uns mit all unserem Licht zu dieser Finsternis kommen. Das Licht der Schriftgelehrten, das Licht der Pharisäer, das Licht der Hohenpriester und das Licht der Ratsherren erlöschen in dieser Finsternis. Denn in ihrem verfinsterten Licht haben sie den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt. Und dasselbe betreiben sie auch heutigentages. Deshalb fühlen sie sich zusammen mit Herodes und Pilatus wohler als mit den Jüngern Jesu, denn sie glauben, dass sie Gott einen Dienst erweisen, wenn sie diese kreuzigen, sodass Barabbas Freiheit erhalten kann.
Möge sich Gott in diesen Tagen über sein Volk erbarmen. Br. Aslaksen hält in Oslo an zwei Tagen in der Woche Aufklärungsversammlungen über die Erkenntnis Gottes, meist sonntags und montags im Idrettens Hus. Besuche diese Versammlungen, damit du deine falschen Vorstellungen loswerden kannst. Prüfe selbst und untersuche selbst, was richtig ist. Vielleicht kannst du, der du wie Saulus von Tarsus die Gemeinde Gottes in verfinstertem Eifer verfolgst, von dem Licht erleuchtet werden, das spricht: „Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken.“
