Was uns erwartet
In den Tagen Noahs sah der Herr, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar. 1. Mos. 6, 5. „Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ Mt. 24, 37 ff.
Was haben nun unsere Tage mit den Tagen Noahs gemeinsam? Sie haben gemeinsam, dass der Menschen Bosheit groß ist auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse ist immerdar. Man isst und trinkt, heiratet und verheiratet, lässt sich scheiden und heiratet immer wieder, ganz im Gegensatz zum Wort Gottes. Die Bosheit auf Erden ist groß, denn man lebt nach seinen fleischlichen Lüsten und nimmt keine Rücksicht auf das Gewissen, noch auf Ihn, der alles erhält, was sonst vergehen würde. Die Gesetze werden nicht respektiert, darum schleicht sich die Gesetzlosigkeit überall ein. Unschuldige kleine Kinder müssen wegen der Sünden der Eltern leiden. Die Eltern sind gottlos und müssen daher ihre Kinder selbstverständlich so erziehen, dass sie ihnen gleich werden.
Wenn dann das Strafgericht in Form von Arbeitslosigkeit, Missernten, Erdbeben, Krieg und Seuchen kommt, steht man sprachlos darüber da, dass Gott, der Liebe ist, so etwas kommen lassen kann. Die Erde wurde verflucht, als einer sündigte. Wieviel mehr wird sie verflucht, wenn hunderte Millionen sündigen? Gott ist Liebe, und er straft es streng, wenn man die Gesetze der Liebe bricht. Das ist nicht mehr als gerecht, denn Gott ist auch gerecht. Es gibt genügend Gelegenheiten, sich von der Bosheit zu bekehren, doch man will nicht. Man will in seinen sündigen Lüsten schwelgen und denkt dabei: Nach uns die Sintflut! Doch man verrechnet sich; denn ein persönliches Gericht steht bevor. „Wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod.“ Spr. 8, 36. „Siehe, alle Seelen gehören mir! Wie die Seele des Vaters mir gehört, so gehört mir auch die Seele des Sohnes. Die Seele, die sündigt, soll sterben!“ Hes. 18, 4.
Was den Leib betrifft, so sorgt man in der Regel dafür, dass dieser keine Not leiden muss, indem man Lebensversicherungen und Sachversicherungen abschließt. Wenn es aber um das ewige Wohl des Menschengeistes geht, wetteifert man darin, sich selbst zu ruinieren. Man sorgt gut dafür, ein paar wenige Jahre zeitliches Wohlergehen zu genießen und opfert gerne das ewige Heil der Seele auf dem Altar der Wollust – zur großen Freude böser Geistesmächte. Und das sollte sich Gott also ansehen, ohne hin und wieder ernste Warnungen und Strafgerichte zu senden? Wir sollten verständig sein und so denken, dass er, der Himmel und Erde gemacht hat und uns aus dem Staub der Erde erschuf, ein bisschen mehr weiß, als wir verstehen. Denn von selbstklugen Menschen kann man ja nicht erwarten, dass sie erkennen, dass wir ganz und gar untauglich sind, etwas zu verstehen, wenn es uns nicht von oben gegeben wird. Der Herr hätte Sodom und Gomorra verschont, wenn es in der Stadt zehn Gerechte gegeben hätte. 1. Mos. 18, 32. Hieraus ersehen wir, dass Gott vor Unglück verschont, wenn es in einer Stadt und in einem Land Gerechte gibt. Doch in Sodom gab es nicht einmal zehn. „Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom Herrn, vom Himmel herab.“ 1. Mos. 19, 24. Gott ist gestern und heute derselbe, ja in alle Ewigkeit. Hieraus können wir verstehen: Wer zerstört das Heim? Der Gottlose. Wer zerstört das Vaterland? Die Gottlosen. Wer zerstört die Erde? Die gottlosen Sünder. Wer führt die Strafgerichte des Herrn herbei? Diejenigen, die nach ihren Lüsten leben.
Auf der anderen Seite können wir fragen: Wer führt den Segen herbei? Der Gottesfürchtige. Wer bewirkt, dass ein Land und ein Volk verschont werden? Die Gerechten. Wer sind die besten Vaterlandsverteidiger? Das Volk Gottes.
Den Beweis hierfür findest du in 5. Mos. 28. Lies es und denke darüber nach. Wenn Israel der Stimme seines Gottes gehorchte, sollte es zum höchsten über alle Völker der Erde gemacht werden, und der Herr würde dem Segen gebieten, in ihren Scheunen und in allem, was sie sich vornahmen, zu sein. Wenn sie aber der Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht gehorchen würden, sollten allerlei Flüche über sie kommen, bis sie ganz und gar zerstört waren.
Genau dasselbe gilt heute für uns. Gott hat sich nicht verändert und er schlummert nicht, der große „Hüter der Völker“. Ps. 121, 4; Lk. 2, 28-32.
Wenn die Könige in Israel gottlos waren und das Volk nach sich zogen, folgten die Strafgerichte auf den Fersen. Und als sie ihren Herrn und König, unseren Herrn Jesus Christus, verleugneten, sodass sie ihn an das Holz hängten, wurden sie des Landes verwiesen und müssen noch bis auf den heutigen Tag dafür büßen.
Gott liebt die Menschen überaus, und die unermesslich große Erlösung, die er in seinem Sohn für uns bereitgelegt hat, beweist das. Gott will uns in Ihm zu Erben über alle Dinge setzen. Offb. 21, 7. Wenn daher die Menschen ein solch großes Heil für einen kurzzeitigen Genuss der Sünde abweisen, brauchen wir uns wohl nicht darüber zu wundern, dass in Gott ein brennender Eifer gegen eine solch zügellose Gottlosigkeit geweckt wird.
Nun ist es aber nicht nur die Gottlosigkeit draußen in der Welt, mit der wir zu kämpfen haben. Innerhalb des Christentums bereitet man auch „dem Gesetzlosen“ den Weg, indem man beinahe überall einen „Christus ohne Gebote“ und ein „Evangelium ohne Gebote“ verkündigt. Der ehemalige Pfarrer der schwedischen Staatskirche N. P. Wetterlund sagt: „Es gibt in der Bergpredigt 111 Verse. Von diesen hat man nur einen halben Vers behalten: ‚Vergib uns unsere Schuld.‘ Den Rest hat man auf den Sinai geschickt. Ja, man ist schnell dabei, die Befehle Jesu auf den Sinai zu schicken. Wie können dann die Gesetze des Geistes einen Menschen in einen „Gottesmenschen“ verwandeln? Die Gesetze des Geistes werden als Knechtschaft angesehen, man macht sich darüber lustig und schickt sie zum Sinai. Auch in Versammlungen, die es besser wissen sollten, macht man Christus zu einem Christus ohne Gebote. Auf diese Weise bekommt das Fleisch keinen nennenswerten Widerstand und aus demselben Grund kann es sich innerhalb wie auch außerhalb der Gemeinde geltend machen. Das preist man als Freiheit, indem man sich dem Gebot Christi widersetzt, dessen Absicht es ist, das Fleisch mit seinen Lüsten gekreuzigt zu halten. Aus demselben Grund verflacht alles wahre Christentum, und man hat nur noch einen halben Vers aus der Bergpredigt: ‚Vergib uns unsere Schuld.‘“
Während all diesem benützen Satan und seine religiösen Mithelfer die Gelegenheit, Freiheit und Gesetzlosigkeit zu verkündigen, sodass sogar viele von denen, die einmal aufrichtig angefangen haben, in die falsche Freiheit und die antichristliche Gesetzlosigkeit mit hinausgezogen werden.
So ist der Zustand bei den sogenannten Gläubigen zu dem Zeitpunkt, wenn die antichristlichen Horden die Hure besetzen und sie zu ihrer Wohnung machen.
Doch, Gott sei Dank, gibt es Seelen in unserer gesetzlosen Zeit, die die Gebote Gottes halten und sein Licht und seine Wahrheit lieben. Diese wohnen auf seinem heiligen Berg – hoch über der Zauberei und Hurerei der Hure mit dem Geist der Welt. Es sind auch diese, und nur diese, die in unserer Zeit siegen können. Denn auf diesem himmlischen Morija befinden sich nur Seelen, die ihren Isaak opfern wollen. Denn dort steht der Altar Gottes und dort sind seine Wohnungen. Ps. 43. Befindet man sich tiefer unten, muss man notwendigerweise aus dem Becher der Hurerei der Hure trinken, aus dem alle Völker getrunken haben.
Darum lasst uns dem Herrn gehorchen, der sagt: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. […] In den Becher, in den sie euch eingeschenkt hat, schenkt ihr doppelt ein!“ Offb. 18, 4 ff.
Das, was uns jetzt bevorsteht, ist das Gericht über die Hure. Das Tier (die Welt), auf dem sie reitet und das sie versorgt, wird sie bald hassen, sie einsam machen und entblößen, ihr Fleisch essen und sie selbst mit Feuer verbrennen. Offb. 17, 3 und 16. Das Tier, auf dem sie reitet, ist scharlachrot. Wir sehen schon, wie das Tier beginnt, die Hure zu hassen, und in dem Augenblick, in dem das rote Tier die Macht erhält, ist es mit den Zauberkünsten der Hure vorbei. Das Gericht über sie kommt rasch zur großen Freude aller Einwohner des Himmels, Offb. 19, 1-3, und zur Freude aller aufrichtigen Seelen, die sie gepeinigt, geplagt und ausgegrenzt hat. Ihre Schmeicheleien gegenüber dem Tier nahmen ein schlimmes Ende. So geht es jedem, der Gott nicht von ganzem Herzen und von allen seinen Kräften liebt. Diejenigen jedoch, die auf seinem heiligen Berg, auf Morija und Zion, wohnen, werden an dem Tag, wenn die Hure vom Kelch des Zorns Gottes zu trinken bekommt, als Sieger dastehen. Denn sie haben rechtzeitig von ihr Abstand genommen und haben sich vom Geist der Wahrheit aus allem herausführen lassen, hin zu ihm, dessen Füße einmal auf dem Ölberg stehen werden, sodass dieser sich spalten wird. Er allein ist der Sieger, und jeder, der sich auf ihn verlässt, wird nie zuschanden werden.
