Die Arbeit
Lasst uns arbeiten, solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Es lohnt sich zu arbeiten, denn viele werden durch das Wort Gottes befreit und dürfen die herrliche Freiheit der Kinder Gottes schmecken.
Zwischen dem 12. und 28. 10. dieses Jahres waren Br. Aslaksen und ich in Kopenhagen und verkündigten Gottes Wort. Wir mieteten den Saal des CVJM und hielten öffentliche Versammlungen. Bei der sechsten Versammlung kam der Durchbruch und viele priesen Gott. Sie bezeugten, dass sie sehr lange auf eine Verkündigung, „mit Christus gekreuzigt“ zu sein, gewartet hätten. Nun ist Br. Sigurd Bratlie in Kopenhagen, um die Arbeit fortzusetzen.
Unter Widerstand von allen Seiten schreitet die Arbeit beständig voran. Diejenigen, die ihrem irdischen Beruf nachgehen müssen, tun in ihrer Freizeit eine beständige Arbeit, und Gott segnet und fügt überall zur Gemeinde hinzu. Neulich habe ich einen Brief von Br. A. Kvalheim in Amerika bekommen. Auch dieser Bruder berichtet, dass es vorwärts geht. Ja, der Schneeball ist ins Rollen gekommen und nichts kann ihn aufhalten. Für uns gilt es nur, auf uns selbst und auf die Lehre achtzuhaben. Dann wird Gott von seiner Seite aus das tun, was geschrieben steht: „Und tief gebückt werden die Söhne deiner Unterdrücker zu dir kommen, und alle, die dich geschmäht haben, werden sich zu deinen Fußsohlen niederwerfen und dich »Stadt des Herrn« nennen, »Zion des Heiligen Israels«.“ Jes. 60, 14.
Br. Aslaksen und ich sind jetzt in Halden, wo wir mehrere öffentliche Versammlungen gehabt haben. Wir wissen, dass das Wort Gottes, das in dieser Stadt gesät ist, auch nicht leer zurückkommen wird.
Die Sache ist, dass die Aufrichtigen in der oberflächlichen Verkündigung, die unsere Zeit anzubieten hat, keine Nahrung bekommen. Sie kommen daher von allen Versammlungen und, wenn sie das Wort vom Kreuz hören, sind sie damit einig und werden froh. Wir haben viele Beispiele dafür gesehen, dass Menschen, die von der Sünde beherrscht waren, angefangen haben, sich zu reinigen und ein neues Leben zu leben. Sie haben das, was sie anderen Menschen angetan haben, wiedergutgemacht und ihr Gewissen wurde erleichtert. Das Licht über Röm. 6, 11, sich der Sünde gestorben zu halten, tut eine kräftige Wirkung, sodass viele zu Sieg über Sünde gelangen. Sie preisen Gott laut für seine große Gnade und Kraft.
Heute bekam ich einen Brief aus Kopenhagen von Br. S. Bratlie. Er schreibt, dass es dort noch viel zu arbeiten gibt, bevor alles so in die rechte Ordnung kommt, wie es in einer Gemeinde Gottes sein soll. Doch hat Gott angefangen, und er wird sein Werk weiterführen. Wir brauchen Gemeindediener, hinter denen ein Leben steht und die die Arbeit weiterführen können. Denn sich in der Gemeinde einander unterzuordnen und auf diese Weise Frieden und Einheit zu schaffen, ist etwas höchst Unbekanntes. Meistens bringt man seine Lüste im Fleisch in voller Aktivität mit, und dann strebt man an, der Größte zu werden. Darum brauchen wir in den neu entstandenen Gemeinden Männer, die selbst seit Jahr und Tag Übung darin haben, ihr eigenes Fleisch am Kreuz zu halten und auch verstehen, Kreuz, Tod und Grab über alles Fleisch zu verkündigen, das sich dahingehend regt, sich hervortun zu wollen und in Gottes Gemeinde etwas werden zu wollen.
Die Konferenz am Buß- und Bettag war dieses Mal besonders gesegnet. Wir merken von Konferenz zu Konferenz, dass die Verkündigung mehr in die Tiefe und mehr nach innen geht. Gottes Geist ist es ja, der das Ganze leitet und in den Herzen wirkt. Die Geschwister werden Jahr für Jahr mehr nach innen gekehrt und damit vertraut, dass alles Wachstum nach innen geschieht in Ihm, in dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt. Man lernt mehr und mehr, die Augen für all das Äußere zu schließen. Dies bewirkt tiefere und innigere Einheit nach innen. Der Sünde gestorben und mit Christus gekreuzigt ist das Geheimnis von all dieser Herrlichkeit.
Das Idrettenshus (Haus des Sports) in Oslo wird derzeit renoviert und zum 1. Dezember fertig. Br. Aslaksen und die Geschwister in Oslo werden dann ihre Versammlungen wieder dort abhalten. Es kommen viele Leute und bei vielen wird wahr, was in Hos. 7, 1 geschrieben steht: „Wenn ich meines Volkes Geschick wenden und Israel heilen will, so zeigt sich erst die Sünde Ephraims und die Bosheit Samarias.“ Ja, die Sünde Ephraims und die Bosheit Samarias werden in dem Maß aufgedeckt, dass viele sich mehr über die Sünder ereifern, als dass sie sich um die Furcht des Herrn bemühen. Aber sie werden dann doch geheilt und bekommen Ströme des Segens über sich und lernen dann nach und nach, wie man in der Gemeinde des lebendigen Gottes wandeln soll. Die meisten kommen ja aus Versammlungen, wo sie nichts anderes gehört haben als Predigten für Sünder, dass sie sich bekehren sollen. Wenn sie dann bekehrt waren, sind sie nicht darin unterwiesen worden, wie sie in Gottes Gemeinde wandeln sollen. Mit solchen Menschen haben wir zu tun, aber die Arbeit gelingt über Erwarten. Die meisten bekommen genug Licht, um sich weisheitsvoll aus all ihren Schwierigkeiten zu lösen. Gott sei ewig Lob und Ehre für alles!
Der Widerstand von außen wirkt über alle Maßen gesegnet; denn dies führt dazu, dass man sich innerhalb mehr aneinander klammert und fleißig in der Schrift forscht, um Trost und Erquickung zu finden. Es dauert auch nicht lange, bis einem klar wird, warum der Widerstand so groß ist; denn das Wort vom Kreuz ist den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. Uns aber, die wir glauben, ob wir nun Juden oder Griechen sind, ist es „eine Gotteskraft“. In dieser Kraft findet man vollen Ausgleich und Trost für allen äußeren Widerstand.
Ja, so geht es dem Einen und dem Anderen und dem Dritten. So ist es auch uns gegangen, und so geht es weiter, bis die Saat des Wortes Gottes wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer wird. Wir hoffen darauf und erblicken es bereits im Glauben. Denn die Entwicklung schreitet schneller voran, als wir je zu denken wagten.
Diese Hoffnung begleitet uns vom vergangenen Jahr her und sie geht weiter und reicht in das neue, bevorstehende Jahr hinein.
Mit gehisster Flagge für diese Hoffnung wünschen wir euch allen ein gesegnetes neues Jahr, mit herzlichem Dank für treue Arbeit und Gemeinschaft im alten Jahr.
