Wahre Freiheit – falsche Freiheit
Durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft, und durch die teuren und allergrößten Verheißungen haben wir alles bekommen, was zum Leben und zur Gottesfurcht dient. 2. Petr. 1, 3. Darum versucht auch der falsche freie Geist durch seine Erkenntnis die Erkenntnis Gottes zur Lüge zu verdrehen, um die Seelen, für die Christus gestorben ist, in die Verdammnis zu führen. Alle, die in ihrem Inneren eine heimliche Furcht vor dem Kreuz nähren, weichen notwendigerweise in Richtung falscher Freiheit ab.
So wie Christus in seinem Licht und in seiner Erkenntnis Offenbarungen gibt, so gibt auch das falsche Licht Offenbarungen in seinen heimlichen Abweichungen. Und da der Mensch gerne einen leichteren Weg als den „Weg des Kreuzes“ haben will, finden solche Lehren wie „der Leib der Sünde ist durch die Geistestaufe weggenommen“, einen willkommenen Eingang. Man ist dann auf einen einzigen Schlag mit den Leiden im Fleisch fertig. Alle Ermahnungen werden überflüssig. Jesus ging den Weg des Kreuzes und damit bleibt uns das erspart. Eine solche Lehre führt selbstverständlich zur Verdammnis, und dahinter steht Satan in der Gestalt eines Engels des Lichts. Nur unehrliche Menschen lassen sich von diesem falschen Licht betrügen, das die reinigende Kraft des Blutes völlig überflüssig macht. Denn was soll wohl das Blut wegreinigen, wenn die Sünde im Fleisch weggenommen ist??? Man müsste dann wie Christus nach der Auferstehung sein. Doch ist das nun der Fall bei den Menschen, die diese falsche Lehre führen? O nein! Trotz der Lehre, dass der Leib der Sünde weggenommen ist, findet man offenbare Sünden aller Art, Sünden, die zu den Werken des Fleisches gerechnet werden müssen. Gal. 5, 19. Dass man, während man solche Dinge mit eigenen Augen sieht, dennoch an solchen verdummenden Lehren, die von Gott und allen aufrichtigen Menschen sowie von der Schrift selbst verdammt werden, festhalten kann, ist mehr als wahrheitsliebende Menschen ohne zu widersprechen hinnehmen können.
Gottes wahres Licht sagt uns, dass in unserem Fleisch nichts Gutes wohnt, dass wir einen Eigenwillen zu verleugnen, ein Fleisch zu kreuzigen sowie einen Leib der Sünde haben, der zunichtegemacht werden soll. Röm. 6, 6.
Meistens, wenn man in einer Versammlung ein einziges Wort davon erwähnt, Christus nachzufolgen, rufen alle, die von dem falschen Licht und Geist umgarnt worden sind: „Predige Christus!!!“ Mit diesem „Predige Christus“ meinen sie, dass Christus den Weg gegangen ist, damit uns das erspart bleiben soll. Aber Paulus ging den Weg und er ermahnt: „Denn ihr wisst, wie ihr uns nachfolgen sollt. Denn wir haben nicht unordentlich bei euch gelebt.“ 2. Thess. 3, 7.
Doch wer von der Schar derer, die lehren, dass der Leib der Sünde weggenommen ist, wagt zu sagen:
Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi!? 1. Kor. 4, 16; 1. Thess. 1, 6; 2. Thess. 3, 9
Solche mannhaften Worte können nur von aufrichtigen Seelen ausgesprochen werden, die selbst auf dem Weg des Kreuzes wandeln und selbst ein Vorbild für die Herde sind. Nur diese sind die wahren Hirten, für deren Stimme alle Schafe Christi geöffnete Ohren haben, um hören zu können. Alle Heuchler und Lügner laufen der Stimme der falschen Hirten nach, die Friede! Friede! Friede! verkündigen. Der Leib der Sünde ist weggenommen! Friede, Friede.
Doch ich denke, dass etwas anderes als Friede, Friede sein wird an jenem Tag, an dem Christus erscheinen wird. Wenn ein solcher Unfriede entstehen kann an dem Tag, an dem einer der Jünger Jesu seine Stimme erhebt, wieviel mehr Geschrei wird es dann an jenem Tag geben, wenn der Meister seine Stimme gegenüber all denen erhebt, die die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden.
Satan ist ein Fürst der Finsternis und das Licht Gottes ist nicht in ihm. Wenn er daher mit seinem Irrlicht arbeitet, dann ist es nur zur Erleichterung für das Fleisch, das gekreuzigt sein sollte und den Tod erleiden sollte. Das ist wieder „Schone dich selbst!“ Selig ist daher jeder, der die Gesinnung hat, sagen zu können: Geh weg von mir, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.
Christus im Fleisch geoffenbart hat ihm selbst Leiden im Fleisch gebracht, und es bringt Leiden in allem Fleisch, in dem er offenbart wird. Doch das falsche Licht im Fleisch geoffenbart bringt Erleichterungen und Freiheit für das Fleisch, und diese Art von Freiheit ist in Wahrheit eine falsche Freiheit.
Die Freiheit, mit der uns Christus freimacht, bekommt den Leib mit. Denn Christus hatte einen Leib und dieser wurde geopfert. Wo Christus im Fleisch geoffenbart wird, hat er immer einen Leib, der geopfert werden soll, einen Willen, der sterben soll, und ein Fleisch, das gekreuzigt werden soll. Hier blüht die „Freiheit des Geistes“. Röm. 12, 1; Röm. 6, 12-13 und 19. Jeder, der Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Doch wenn euch der Sohn freimacht, so seid ihr wirklich frei. Also, wirklich frei ist nur, wer es schafft, seinen Leib in den Dienst der Gerechtigkeit zu stellen. Jeder, dem es gelingt, seinen Körper in den Dienst der Gerechtigkeit zu stellen, ist gerecht, gleichwie auch Er gerecht ist. Eine solche Person ist wirklich frei von der Verdammnis durch das Gesetz, und das Wohlgefallen Gottes ruht auf ihm.
Alle andere Freiheit ist falsche Freiheit und gibt Satan einen Leib, mit dem er arbeiten kann.
Die wahre Freiheit gibt dem Geist Christi, der in uns wohnt, einen Leib, mit dem er arbeiten kann.
