Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1930-05 - Osterkonferenz 1930 – Horten

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Osterkonferenz 1930 in Horten

Wir beteten um eine gesegnete Konferenz, und das wurde es auch in Wahrheit. Viele Geschwister, die früher nicht dabei gewesen waren, nahmen an dieser Konferenz teil, vor allem aus Oslo. Br. S. Bolsønes kam den weiten Weg von Molde und Br. Løvfald von Haugesund. Der Saal war gedrängt voll, sodass kaum noch jemand reingepasst hätte. Es gab viele gesegnete Zeugnisse und viel Unterweisung über „Gottes Weg“.

Br. Elias Aslaksen zeigte mit einer Laterna magica anhand von Lichtbildern die Entwicklung des Lebens Christi im Menschen. Auf leicht verständliche und einfache Weise konnte jeder Einblick in die Lehre bekommen, die zur Gottesfurcht führt. Der Abend wurde bis weit in die Nacht hinein zum Beantworten von Aufgaben, zum Singen, zum Musizieren und zum Beten benutzt. Gott war mit uns und sein Geist war mächtig unter uns. Dafür preisen wir ihn und geben seinem Namen Ehre für alles.

Dieses Mal kam Schwester Emma Hansen aus Dänemark, doch wir hoffen und nehmen an, dass zur nächsten Pfingstkonferenz viel mehr aus diesem uns nah verwandten Land kommen. Auch in Schweden haben wir Geschwister. Br. S. Bratlie hat neulich Stockholm besucht. Ich bin gespannt, ob nicht einige von diesen lieben schwedischen Brüdern den Weg über die Grenze nach Horten finden können. Sie werden herzlich willkommen sein.

Doch nun zu den Zeugnissen:

J. O. S. Da in unserer Zeit viel davon gesprochen wird, dass Jesus wie Adam vor dem Fall war, wollen wir verschiedene Schriftstellen durchgehen, die zeigen, dass Jesus hoch erhöht war über Adam vor dem Fall, obwohl er sich erniedrigte und menschliche Gestalt annahm. Siehe 1. Mos. 2, 7: „Da bildete Gott der Herr den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.“ Wir müssen zum Anfang zurückgehen, um den Unterschied zwischen dem 1. und dem 2. Adam richtig zu begreifen. Der erste Adam hatte also seinen Anfang aus Staub von der Erde. Von Jesus heißt es in Spr. 8:

„Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. […] Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren. Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und die Fluren, die ganze Summe des Erdenstaubes, […] da war ich Werkmeister bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit.“ Adam wurde aus Staub von der Erde gebildet, während der 2. Adam lebte, bevor die Erde war. Sieh den Unterschied.

In Hebr. 2, 17 heißt es: „Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hohepriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.“

Nirgendwo in der Schrift hören wir, dass Adam vor dem Fall Sünde sühnen sollte, auch nicht, dass er Hohepriester werden sollte. Erst nach dem Fall brauchten wir einen Erlöser. Jesus musste Fleisch und Blut annehmen wie wir, Hebr. 2, 14, und wir leben ja alle nach dem Sündenfall. Doch dieses Geheimnis ist groß, dass wir als Christi Braut ein Fleisch mit ihm sein sollen – nicht nur ein Geist, sondern ein Fleisch. Eph. 5, 31-32. Nicht ein Fleisch vor dem Fall, sondern ein Fleisch mit ihm nach dem Fall. Wer es fassen kann, der fasse es. „Sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen.“ 1. Kor. 15, 39. Es gibt also in Menschen keine zweierlei Arten von Fleisch. In diesem Fleisch wurde die Sünde verdammt. Röm. 8, 3. Aber die Sünde wurde ja nicht in Adam vor dem Fall verdammt, er wurde nicht für uns zur Sünde gemacht? Nach dem Fleisch ist Jesus aus dem Geschlecht Davids geboren, er stammte von Adam nach dem Fall ab. Röm. 1, 3. Aus demselben Grund können wir auch in dem Leib seines Fleisches durch den Tod versöhnt werden. Kol. 1, 22. Aber niemals hat wohl jemand gehört, dass wir durch einen Tod im Leib des Fleisches von Adam vor dem Fall versöhnt werden können. Der Tod kam ja nach dem Fall. Als nun Jesus Fleisch und Blut wie wir annahm, wie konnte er dann so triumphierend über die Sünde siegen? Das konnte er, weil er durch den Heiligen Geist empfangen war, und er war der Erste, der kam und das Himmelreich in sich hatte. Daher konnte er in der Kraft des ewigen Geistes, der in ihm war, seinen Leib als ein makelloses Opfer darbringen. „Er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.“ Von Adam vor dem Fall konnte man wohl nicht sagen, dass er nach dem Fleisch getötet wurde. Es drängt sich mir auf, dass ein Vergleichen zwischen dem ersten und dem zweiten Adam völlig sinnlos ist, und es führt zu nichts weniger, als dass man die Person Jesu und sein teures Werk geringer macht. Mit seinem menschlichen Verstand glaubt man, Jesus groß zu machen, jedoch macht man ihn äußerst klein, eben weil der natürliche Mensch nicht erfassen kann, was dem Geist Gottes angehört. Jede geistgetaufte Person, die sich über das Maß hinausstreckt, das ihr der Geist offenbart hat, ist ein natürlicher Mensch.

Nun sagt man, dass Jesus nur in der Ähnlichkeit des sündigen Fleisches kam. Die Sünde wurde also in dieser Ähnlichkeit verdammt? Eine Folge dieser Lehre muss sein, dass Jesus kein Mensch war, er ähnelte nur den Menschen. Doch wir glauben, dass Jesus ein Mensch wie andere Menschen wurde. Phil. 2, 8 (NGÜ). Daher nannte sich der Meister gerne „der Menschensohn“, und als solcher ist er leider wenig bekannt.

Mit herzlichen Grüßen an die Geschwister.