Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1930-01 - Einen Baum wird man an seinen Früchten erkennen

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Einen Baum wird man an seinen Früchten erkennen

Ohne Kreuz keine Weisheit. Das Kreuz gebietet dem Verderben, das von der Lust kommt, Einhalt. Sind das Fleisch und die Lust gekreuzigt, bekommt der Geist der Weisheit die Ruhe, in der er sich den Menschen offenbaren kann. Das, was man gewöhnlich für Weisheit hält, ist nichts anderes als auswendig gelerntes Bibelwissen. Das Herz kann trotz dieses Wissens genauso hart und unbeugsam sein, ja oft sogar versteinert sein.

Wir sehen, dass die Freunde Hiobs viel Erkenntnis hatten und trotzdem redeten sie nicht recht von Gott. Die Widersacher Gottes, die mitten in der Versammlungsstätte gebrüllt hatten, besaßen wohl auch eine Art Wissen von Gott, Ps. 74, 4, doch sie wandten ihre Erkenntnis falsch an. Es wirkte wie die Axt im Walde. Das ist eine zerstörerische Erkenntnis, die das Heiligtum des Herrn anzündet, und die allem, was Gott und Heiligtum heißt, widersteht. Asaph sagt: „Als mein Herz verbittert war und ich in meinen Nieren das Stechen fühlte, da war ich töricht und verstand nichts; ich verhielt mich wie ein Vieh gegen dich.“ Ps. 73, 21-22. Mit einem verbitterten Herzen kann man niemals recht von Gott reden. Das ganze Gesetz wird in einem Gebot erfüllt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ In dieser Liebe liegt die rechte Erkenntnis. „Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.“ Die Weisheit, welche die Brüder verzehrt, ist von Satan. Gal. 5, 14-15. „Lässt auch die Quelle aus einem Loch süßes und bitteres Wasser fließen?“ Jak. 3, 11. Oder ist es nicht so, dass alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe von oben herab kommt, von dem Vater des Lichts? Also können wir nun mit Bestimmtheit sagen, dass die Erkenntnis, in der Liebe ist, von Gott ist und zur Erbauung des Leibes dient.

Nun spricht Johannes von einigen, die von uns ausgegangen sind, aber nicht von uns waren. 1. Joh. 2, 19. Und es wird offenbar werden, dass nicht alle von uns sind. So ist es ja erst recht in unseren Tagen. Sie waren mit dem Volk Gottes in Berührung, waren aber nicht von ihnen. Ihr Licht war also ein Irrlicht, das zur Gesetzlosigkeit und Verdammnis führte. Das Licht Gottes führt nämlich zum Gehorsam gegenüber dem Gesetz. Man ist in dem Gesetz Christi, und wird zur Gottesfurcht und zur Bruderliebe geführt, während das falsche Licht zu Spaltung führt und zu dem, das Seine und eigene Ehre zu suchen – weg von Gott. An ihren Werken wird man sie erkennen können. Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon lange wirksam gewesen und es sieht so aus, dass man in keinem geringeren Licht als dem „Geheimnis der Gottesfurcht“ imstande ist, sich rein und unbefleckt vom Geist der Gesetzlosigkeit zu halten. Ja, die Gesetzlosen gehen sogar so weit, dass sie das Wort vom Kreuz ertragen, wenn sie nur die Kraft des Kreuzes nicht trifft. Wir leben in einer sehr bösen und schwierigen Zeit. Die Verdorbenheit und die Bosheit des Fleisches wirkt sich in allen möglichen Richtungen aus. Wenn Paulus schon zu seiner Zeit unter falschen Brüdern in Gefahr war, so sind wir es in unserer Zeit nicht weniger, da viele Antichristen (mit antichristlichem Geist) aufgekommen sind. Darum: prüft ihre Werke! Von den Worten, die sie reden, darf man sich nicht betrügen lassen; denn diese können sehr schön sein. Sieh aber genau hin, was sie sich vornehmen. Beobachte, ob sich nicht alle ihre Interessen und alle ihre Werke um „ich, mich und mein“ drehen. Weiter sieh zu, ob nicht auch alle ihre Worte auf dasselbe gerichtet sind, wenn du den Rat ihrer Herzen prüfst.