Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1929-12 - Konferenz am Buß- und Bettag 1929 – Horten

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Konferenz am Buß- und Bettag 1929 in Horten

Wir alle, denke ich, bekamen von der Konferenz eine reiche Ausbeute. In der letzten Zeit hat es an verschiedenen Orten so viele Konferenzen gegeben, dass wir froh darüber waren, dass dennoch so viele Leute kamen. Br. E. Skogsrud war mit seinen drei erwachsenen Kindern da. Sie bilden ein sehr gutes Quartett, und sie waren sehr bereitwillig zu dienen. Br. Edw. Johnson, der in der amerikanischen Armee ca. 30 Jahre als Musiker gedient hatte, wirkte auch mit. Gott hat auf eine verwunderliche Weise ausgezeichnete musikalische Kräfte in unsere Mitte gesandt. Wir hatten nicht einmal einen Sinn dafür, nach guter Musik und gutem Gesang zu suchen, da wir uns ausschließlich auf die Verkündigung des Wortes Gottes konzentriert haben. Doch Gott, der weiß, was in einer Gemeinde nötig ist, hat für das Ganze Fürsorge gehabt. Ihm geben wir daher die Ehre für alles.

Wir hatten, wie gewöhnlich, vormittags und nachmittags Versammlungen, sowie Musik und Gespräche bis weit über die Zeit hinaus, zu der man normalerweise schlafen geht. Am Samstag von 22:30 bis 23:00 Uhr hatte Br. Aslaksen die jungen Brüder im Speisesaal zu einem „theologischen Amtsexamen“, wie er es nannte, versammelt. Alle hatten Papier und Bleistift und sollten innerhalb einer halben Stunde alles niederschreiben, was sie über „Gericht“ zu sagen hatten. Weiter hinten in dieser Ausgabe kann man unter der Überschrift „Gericht“ das lesen, was für das Beste gehalten wurde.

Es ist gut für Brüder, beieinander zu wohnen, und es ist gesegnet, sich bei den Konferenzen treffen zu können. Ja, es ist gut, einander nur zu sehen, selbst wenn man nichts miteinander gesprochen hat. Doch nun zu den Zeugnissen:

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J. O. S. Hebr. 9, 11-14. Es gibt zukünftige Güter zu erwerben. Indem wir unserem Meister folgen, kommen wir zu einem Verständnis von Sachen und Dingen, die nicht von dieser Welt sind, Dinge, von denen wir nie zuvor etwas geahnt hatten.

Es war die Sache des Vaters, den Sohn in die zukünftigen Güter hineinzuführen. Der Sohn konnte nichts von sich selber tun. Aus Liebe zu Jesus Christus trachten wir nun danach, ihm so gleich wie möglich zu werden. Wer etwas aus Liebe tut, in dem ist kein Ärgernis. 1. Joh. 2, 10. Auch wir können nichts von uns selber tun. Was der Vater tat, das tat gleichermaßen auch der Sohn. Die Liebe trieb ihn. Aber die ägyptischen Zauberer versuchten, Mose nachzuahmen, weil sie genauso groß und gut sein wollten wie er. Doch wir sollen Jesus nachahmen, weil wir ihn lieben und weil wir verstehen, dass ein solches Leben lebenswert ist. Er suchte nur die Ehre des Vaters; die Zauberer jedoch suchten ihre eigene Ehre. Wer etwas von sich selber tut, um angesehen zu werden, sucht nicht den Willen und die Ehre Gottes. Ebenso wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben. Und er hat Leben in sich selbst, um uns lebendig zu machen; denn er macht lebendig, wen er will.

Das Leben naht sich uns durch die Zucht, daher bewahre sie; denn sie ist dein Leben. Das Wort richtet, züchtigt, ermahnt und macht lebendig. Lasst uns daher mit offenen Herzen und Ohren dasitzen!

Das Ziel ist also, Leben in sich selbst zu bekommen. Doch wie bekam der Sohn Leben in sich selbst? Er bekam es, indem er in Selbsterkenntnis über das Menschliche, das er um unseretwillen angenommen hatte, hinabging. Das führte ihn bis in den Tod hinein, und dann kam das Leben. Er erlitt den Tod nach dem Fleisch und wurde lebendig gemacht nach dem Geist. Der Menschensohn nahm den Kampf gegen sein eigenes Fleisch auf und verdammte so die Sünde im Fleisch. Röm. 8, 3. Er ging den Weg des Kreuzes, und auf diesem Weg erringen auch wir Sieg. Satan konnte seinen Willen in Jesu Fleisch nicht ausführen. Und nun hat Jesus sein Fleisch für das Leben der Welt gegeben, damit Satan auch die Herrschaft über unser Fleisch verlieren soll.

Zu Jesu Zeit war es so, dass nur wenige ihm folgen wollten. Das Fleisch, das das Seine sucht, wollte seine Beute nicht loslassen. Und als Jesus davon sprach, allem in dieser Welt abzusagen, wurden sie äußerst verärgert und verlangten, dass man Barabbas frei ließe.

Jesus so zu folgen, wie er den Weg gebahnt hat, bedeutet ein gekreuzigtes Leben, quer durch das Fleisch hindurch und direkt gegen allen Eigenwillen. Das wurde damals nicht ertragen, und das wird heute nicht ertragen.

Nun hatte ja auch der erste Bund ein vorderes Zelt, in dem sich sowohl der Leuchter als auch der Tisch und die Schaubrote befanden. Dieses wird das Heilige genannt. Gott hatte Mose befohlen, alles so zu machen, wie es ihm auf dem Berg gezeigt worden war. Und weil das Gesetz ein Schatten der zukünftigen Güter ist, daher finden wir in der Wirklichkeit sowohl das Heilige als auch das Allerheiligste, sowohl das vordere Zelt als auch den zweiten Vorhang wieder. Wer sich im vorderen Zelt zur Ruhe begibt und sich nicht mit Macht vorwärtsdrängt, kommt nie in das zweite Zelt, das Allerheiligste, hinein. Er bleibt beim Dienst am Zelt stehen, der Sündenvergebung, dem Leuchter und den Schaubroten.

Der zweite Vorhang ist ein gekreuzigtes Leben. Durch diesen Vorhang hat Jesus den Weg durch Kreuz und Tod über den seelischen Menschen gebahnt. Hinter dem zweiten Vorhang ist ein Räucheraltar aus Gold und die Bundeslade, in der ein goldener Krug mit Manna und Aarons Stab, der geblüht hatte, und die Tafeln des Bundes waren.

Die Schaubrote im vorderen Zelt waren von Menschen gebacken, während das Manna im zweiten Zelt vom Himmel war. Das ist ein Bild für das Reden von der Erde und das Reden vom Himmel. Im vorderen Zelt ist man noch nicht für die Lüste im Fleisch gestorben. Indem man aber eindringt hinter den zweiten Vorhang, wird das Sterben Jesu in unserem sterblichen Fleisch wirksam. Dort findet man den blühenden Stab Aarons. Von dort geht die Leitung aus. Ebenso die Tafeln des Bundes, das Wort Gottes. Der Neue Bund führt uns in das Allerheiligste hinein, und für diesen Bund ist Jesus der Mittler. Wir haben einen großen Hohenpriester für die zukünftigen Güter, und wir werden nach und nach in die zukünftige Welt hineingeboren. Satan will uns hindern, doch in der Kraft Gottes vermögen wir, uns hineinzudrängen. Durch Glauben zertreten wir unsere Lüste und damit Satan unter unseren Füßen. Wenn jemand nicht siegt, dann ist es deshalb, weil falsche Geister Anknüpfungspunkte in deinem Herzen haben. Wer Christus offenbart im Fleisch bekennt, ist von Gott, weil er die Erkenntnis Gottes über den Weg durch das Fleisch besitzt. Und er versteht die Versöhnung im Leib seines Fleisches durch den Tod. Aus demselben Grund gehen wir durch den Glauben in die Ruhe ein. Es gibt innere Gebote, die man glauben und halten muss, um durch den Vorhang in eine tiefere Ruhe hineinzukommen.