Sich der Sünde gestorben halten, aber lebendig für Gott
„Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott.
So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.“ Röm. 6, 10-11.
Was ist Sünde? Sünde ist Gesetzesübertretung. Wer sich daher der Sünde gestorben hält, ist auch dem Gesetz gestorben. Dies ist eine aktive Glaubenseinstellung, die jede von der Sünde und dem Gesetz freigemachte Seele einnehmen muss.
„So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.“
Früher herrschte die Sünde über uns, aber nun sollen wir über sie herrschen. Gott sagte zu Kain: „Ist’s nicht also? Wenn du fromm bist [andere Übersetzung: Gutes im Sinn hast], so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“ 1. Mos. 4, 7.
Sobald man nicht Gutes im Sinn hat, lauert die Sünde auf eine Gelegenheit. Doch jetzt sollen wir jederzeit Gutes im Sinn haben, da derselbe Sinn, der in Christus war, auch in uns sein soll. Auf diese Weise werden wir immer über die Sünde siegen, indem wir uns ihr gestorben halten. Leben ist Korrespondenz, Tod bedeutet, dass jegliche Verbindung abgebrochen ist. Jegliche Verbindung mit der Sünde abgebrochen – dies bedeutet, ihr gestorben zu sein.
„Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.“ Röm. 6, 13.
Ebenso, wie wir früher unsere Glieder der Sünde hingegeben haben, so sollen wir diese nun in den Dienst der Gerechtigkeit stellen.
Was bedeutet es also, seinen Leib in den Dienst der Gerechtigkeit zu stellen? Es bedeutet, jederzeit zu allem guten Werk und aller guten Rede bereit zu sein. Es bedeutet, den Leib in der täglichen Arbeit beim Erwerb des Lebensunterhalts im Dienst des Herrn zu gebrauchen, damit wir niemandem zur Last fallen, sondern stattdessen etwas zu geben haben. Es bedeutet, willig zu sein, mit den Gaben und Fähigkeiten zu dienen, die Gott gibt, sowohl in den Versammlungen als auch sonst. Bei diesem Dienst wird man immer „Überwinder“, allezeit der Siegende, indem die Sünde unter unsere Füße getreten wird. Dies ist in Geist und Wahrheit wirkliche Freiheit. Wenn euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr wirklich frei. Wirklich frei wird man erst als Diener aller, da während dieses Dienstes alle Äußerungen der Sünde zunichtewerden müssen. Deshalb sagt Jesus so weisheitsvoll: Wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene.
„Wisst ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müsst ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?“ Röm. 6, 16.
Wenn sich ein Arbeitsloser auf dem Markt bei jemandem in den Dienst begibt, so ist er der Diener dessen geworden, der ihn zur Arbeit anstellt. In dieser Weise (geistlich gesprochen) stehen auch wir arbeitslos auf dem Markt. Wenn nun die Sünde kommt und mir anbietet, ihr zu dienen, und ich ihr folge, dann werde ich ein Diener der Ungerechtigkeit und das Ende ist der Tod. Doch nun soll ich mich der Sünde für gestorben halten; sollte sie mir dann anbieten ihr zu dienen, dann bin ich taub, blind und gefühllos, ja noch schlimmer: Ich bin gestorben!
Wenn ich nun arbeitslos auf dem Markt stehe und die Gerechtigkeit mir anbietet, ihr zu dienen und ich ihr dann folge, ist sie mein Herr geworden. Die Frucht davon, der Gerechtigkeit zu dienen, wird Heiligung, und das Ende ist ewiges Leben.
Hier sehen wir die zwei Arten von Dienst und die Resultate, zu denen sie führen: Der Dienst der Sünde führt zum Tod und der Dienst der Gerechtigkeit zum ewigen Leben.
Wenn man auf dem Weg der Heiligung weiter vorankommt, wird der Unterschied zwischen dem Dienst der Gerechtigkeit und dem Dienst der Ungerechtigkeit sehr vertieft. Vieles von dem, was man am Anfang als richtig, gut und erlaubt betrachtet, wird nach und nach auf die Seite der Ungerechtigkeit verwiesen. Zum Beispiel, dass man sich mit all seiner Kraft und all seinen Fähigkeiten auf irdische Aufgaben stürzt, sodass es einen daran hindert, den Leib in den Dienst Gottes zu stellen. Weltliche Ausbildung stielt viel Kraft und Zeit. Gesetzliche Werke hindern auch den Dienst der Gerechtigkeit. Wenn man mehr Fürsorge hat für Verwandte und Freunde als für die Arbeit im Reich Gottes und die Erbauung der Gemeinde, wenn man zur Zeit und zur Unzeit arbeitet, um Geld zu verdienen – all das hindert den Dienst der Gerechtigkeit, und wer geistlich sein will, muss sich entscheiden. Denn wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles (alles Irdische, was zum Leben nötig ist) zufallen.“
Alles, was mich in irgendeiner Weise daran hindern will, den Dienst der Gerechtigkeit auszuführen, ist Sünde für mich.
