Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1928-01 - Der Glaube

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Der Glaube

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Hebr. 11, 1.

Der Glaube ist die Hand, die ewige Werte ergreift, Werte, die für das Glaubensauge genauso sichtbar sind wie natürliche Werte für das natürliche Auge. Der Glaube überwindet die Welt und die Dinge, die in der Welt sind. Der Glaube erfasst Gottes Verstand und vertraut nicht auf den Menschenverstand. Der Glaube bringt sichtbare Dinge aus dem Unsichtbaren hervor. Durch den Glauben erträgt man Spott und Hohn von Menschen, die menschlich richten. Der Glaube findet keine Ruhe im Geschaffenen. Er ruht nur in Ihm, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, Jesus Christus. Der Glaube trägt über Tod und Grab hinaus, wie geschrieben steht: „Diese alle sind gestorben im Glauben und haben das Verheißene nicht erlangt, sondern es nur von ferne (jenseits des Todes) gesehen und gegrüßt und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.“ Hebr. 11, 13. Durch den Glauben zog Abraham aus nach dem Ort, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Obwohl er das Land durch Glauben bekam, hielt er sich als Gast und Fremdling darin auf. Der himmlische Glaube führt in ein himmlisches Vaterland, und wer diesen Glauben hat, wird notwendigerweise ein Fremdling auf Erden. Der Glaube löst von allen irdischen Fesseln, knüpft aber die ewigen Bande umso inniger. Der Glaube liebt nichts, was er zurückgelassen hat. Er muss sich nicht wie Lots Frau danach umdrehen. Der Glaube wird nur vom Schöpfer selbst zufriedengestellt. Dies ist der Beweis dafür, dass wir Gottes Kinder sind. Der Glaube verlässt Ägypten (die Welt) und Pharao (Satan), ohne dessen Zorn zu fürchten. Der Glaube will lieber mit dem Volk Gottes misshandelt werden, als eine Zeitlang den Genuss der Sünde zu haben. Der Glaube achtet die Schmach Christi für den größten Reichtum. Der Glaube überwindet nicht nur die Welt, er überwindet die Lüste im Leib und den Leib selbst, der damit ein Opfer für den Glaubensgehorsam wird. Der Glaube hat Halt am Anker der Hoffnung, der hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang – hinter das Fleisch, die Vernunft, das Sinnliche. Der Glaube findet nichts für sich im Menschen, sondern im Heiligen Geist. Der Glaube hört, was der Geist der Gemeinde sagt. Der Glaube hat gesalbte Augen, er ergreift das Gold, das im Feuer geläutert wurde. Ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; aber durch den Glauben erforschen wir im Geist selbst die tieferen Dinge in Gott. Für den Glauben öffnet Gott sein eigenes Herz, ja sogar seine Geheimnisse. Gottes Wort muss man glauben, jedes einzelne von ihnen; denn erst dann wird es lebendig und erweist sich als wirksam in uns. Was man nicht glaubt oder versteht, kann man liegen lassen, bis man es durch Glauben ergreifen kann; denn wir gehen von Glauben zu Glauben.

Dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen.