Die Taufe mit Feuer
Wir hörten vor einigen Jahren: Jetzt fällt das Feuer in Skien, jetzt fällt es in Porsgrunn usw. Was meinte man eigentlich damit? Man meinte nichts anderes, als dass die Erweckung in Skien und Porsgrunn ausbrach. Aber war es richtig zu sagen, dass das Feuer fiel? Nein! Johannes der Täufer sagt: „Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Lk. 3, 16.
Nun gibt es diejenigen, die glauben und behaupten, dass das Feuer nur für die Gottlosen als Gericht bestimmt ist und nicht bei den Gläubigen zur Anwendung kommt.
Man muss sich unwillkürlich fragen: Was heißt es, gläubig zu sein? Wer Vergebung aller seiner Sünden bekommen hat, wird gläubig genannt; er ist in Jesu Blut gereinigt. Dies geschieht in der Regel in einem Augenblick. Doch nun soll diese Seele anfangen, in der Reinheit zu wandeln, die sie durch die Vergebung der Sünde bekam und da zeigt es sich, dass sie es nicht vermag. Sie schließt sich der einen oder anderen Parteiung an, streitet für sie und ist dadurch vom Teufel gefangen und tut Werke des Fleisches. Nicht nur das, sondern sie hat noch eine Menge an Bosheit, und sehr viele schlechte Angewohnheiten abzulegen. Sie braucht die Kraft Gottes, um das Leben leben zu können. Sie betet, und der Geist Gottes wird ihr gegeben. Jetzt heißt es, dass die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt wird, wenn wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Der Geist Gottes fängt an uns zu treiben, und das wird Feuer für das Fleisch. Hier werden wir zuerst mit dem Geist getauft und später, durch Gehorsam gegenüber dem Geist, mit Feuer.
„Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott.“ 5. Mos. 4, 24. Wenn wir seine Gebote haben und sie halten, dann werden der Vater und der Sohn zu uns kommen und Wohnung bei uns nehmen. Aber der Vater ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott, der wie ein zehrendes Feuer auf unser Fleisch wirkt. Wer mit dem Geist nicht nur getauft wurde, sondern ihm auch gehorsam ist, wird dazu Ja und Amen sagen, weil er das Feuer erlebt und verspürt hat. Als Jesus sein Angesicht wandte, nach Jerusalem zu gehen, um dort zu leiden und zu sterben, ging er durch die Leitung des Geistes ins Feuer hinein. Petrus wollte ihn vor diesem Feuer verschonen, doch Jesus sagte: „Geh weg von mir, Satan! […] Du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ Dies ist auch der Grund dafür, dass man von den Kanzeln nie von dieser Feuertaufe hört. Das Feuer des Herrn erträgt man nicht, weil das Opfer in der Tiefe des Herzens nicht ausgesondert ist. Jedes Opfer soll mit Feuer gesalzen werden. Wer seinen Leib Gott zu einem wohlgefälligen Opfer hingibt, wird sehr bald mit dem Feuer in Berührung kommen. Es ist wohl in jedem von uns genug vom Sündenleib übrig, das als Rohmaterial für das Feuer dienen kann. Röm. 6, 6. Aber der Unterschied zwischen uns und dem Gottlosen besteht darin, dass wir freiwillig das Feuer annehmen, um zum Leben zu gelangen, während der Gottlose ohne seinen Willen dem Feuer zum Tod ausgesetzt wird.
„Alles, was das Feuer aushält, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen, […]. Aber alles, was das Feuer nicht aushält, sollt ihr durchs Wasser gehen lassen.“ 4. Mos. 1, 23.
Ob es nicht in unseren Tagen viele Gläubige gibt, die viel darüber wissen, was es heißt, mit Wasser gereinigt zu werden, die aber weder wissen noch wissen wollen, was es heißt, mit Feuer gereinigt zu werden?
„Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester als Sündopfer in das Heilige getragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt.“ Hebr. 13, 11. Außerhalb des Lagers wird der Leib verbrannt. Lasst uns zu ihm hinausgehen aus dem Lager, dann werden wir nie im Zweifel darüber sein, dass das Feuer für den Gläubigen ist. Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes – an uns. Dort – außerhalb – haben wir einen Altar, von dem wir essen dürfen, von dem zu essen kein Recht haben, die der Stiftshütte dienen. Dass man sich in der Regel innerhalb des Lagers befindet, ist wohl auch der Grund dafür, dass man das Feuer nicht kennt, welches das Opfer verzehrt, das sich außerhalb des Lagers befindet.
Wenn wir einmal in die Lager der Christen hineingehen und die Zustände untersuchen – ob wir dann nicht viel finden, was das Feuer nicht erträgt, was aber dennoch verbrannt werden sollte? Wie doch die Prediger ab und zu ihre Zuhörer unter dieses Gesetz bringen, nämlich von ihnen den Zehnten zu verlangen, was weder der Heilige Geist noch die Apostel den Jüngern auferlegen. Wo im Neuen Testament ist davon die Rede, den Zehnten zu geben? Ob das auch zu „der ganzen Wahrheit“, „der biblische Lehre“, „dem vollen Evangelium“ usw. oder zu den anderen Phrasen gehört, mit denen man um sich schlägt? Die Apostel haben den Brüdern von den Gemeinden der Heiden nichts anderes auferlegt als diese notwendigen Dinge, dass sie sich von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut enthalten sollten. Vom Zehnten erwähnten sie nichts. Das Neue Testament fordert nicht nur den zehnten Teil, es fordert alles, ja sogar das Leben. Über das, was man besitzt, ist man nur als Haushalter gesetzt. Denn wir gehören nicht uns selbst – weit weniger gehört uns das, was scheinbar unser Eigentum ist. Diejenigen, die ihren Zuhörern den Zehnten auferlegen, führen sie unter das levitische Priestertum. Unser Priestertum jedoch ist nicht nach Aaron, sondern nach Melchisedek. Wenn man nun in Versammlungen, deren Leiter sich Pastoren, Apostel, Prediger u.v.m. nennen, eine Kasse mit der Aufschrift „Der Zehnte des Herrn“ aufhängt oder den Zehnten auf eine andere Weise einnimmt, dann liegt ja genau darin ein Übergriff gegenüber den Brüdern. Man stellt auch sich selbst auf eine Ebene mit den levitischen Priestern – obwohl diese Art von Priesteramt vor über 1900 Jahren aufgehoben wurde. Ob dies biblisch ist? Hebr. 7, 5ff.
Doch, wenn man dem Übel beikommen will, sollte man ins Herz des Menschen hineinschauen. Hier findet man Habsucht und alle anderen Süchte, die das Feuer verzehren würde, wenn man es nur ertragen würde. Jesus hatte nichts, wohin er sein Haupt legen konnte. Er hat bestimmt von niemandem den Zehnten bekommen. Doch untersuche nun diese, die den Zehnten nehmen und du wirst wahrscheinlich eine große Menge weicher Kissen finden, auf die man das Haupt legen kann. Ja, nicht nur das, du wirst viele andere Dinge finden, die beweisen, dass das Herz soweit vom Feuer weg ist wie der Osten vom Westen.
Trotzdem ruft einer lauter als der andere: Hier ist die ganze Wahrheit! Hier ist es biblisch! Hier ist das volle Evangelium! Mit anderen Worten: Hier ist Christus! Wir werden in der Schrift davor gewarnt, solchen Stimmen nachzulaufen. Lk. 17, 23.
Wehe dem, der sein Schwert aufhält, dass es nicht Blut vergießt; denn hier ist viel Fleisch.
