An die Geschwister
Nachdem nun unser lieber Bruder Aksel Smith uns voraus zu Gott heimgegangen ist, gilt es für uns, die wir noch hier sind, seinen leeren Platz so weit wie möglich auszufüllen. Wie ein Herz und eine Seele müssen wir jetzt die Arbeit anpacken. Aksel hat eine ganze Reihe noch nicht gedruckter Schriften hinterlassen, sodass er in der Zukunft noch lange Zeit Zeugnis geben wird von dem, was er gesehen und gehört hat. Er hat u. a. über die vier Stufen der Erlösung geschrieben: 1) Vergebung der Sünden, 2) Geistestaufe, 3) Gemeinschaft der Leiden Christi und 4) das Autoritätsstadium.
Gott hat die Arbeit überall im Land gesegnet und das wird er auch weiterhin tun, wenn wir uns herunter zum Geringen halten. Von Natur aus neigt der Mensch leicht dazu, groß zu sein und etwas Großes zustande zu bringen. Unter uns soll es nicht so sein. Möge die Kraft des Kreuzes das unterbinden. Lasst uns fortfahren mit der Lehre, der Ermahnung, dem Brotbrechen, der Gemeinschaft und dem Gebet. Falls jemand etwas besonders Gutes findet, dann schreibe es nieder und sende es an Skj. Sk. Aber erwarte nicht, dass das Monatsblatt alles abdrucken kann, was eingesandt wird. Wir arbeiten in eine bestimmte Richtung, auf ein bestimmtes Ziel hin, nämlich dieses: Gehorsam des Glaubens. Alles, was in Skj. Sk. abgedruckt werden soll, muss mit uns zusammen auf dieses eine Ziel hinarbeiten. Aksel hat uns ans Herz gelegt, die Lehre anzunehmen, die der Gottesfurcht entspricht. Sie hält, sagte er. Diese letzten Worte von ihm an die Leser des Monatsblattes möchten wir kräftig unterstreichen. Gottes Wort muss offenbart werden, wenn es lebendig werden soll. Jesu Worte waren Geist und Leben; dasselbe können sie für uns werden, wenn wir dem Glauben gehorsam sind. Wir freuen uns in der Gemeinschaft mit den Brüdern im Heiligen Geist. Diese Gemeinschaft kam durch die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, zustande. Die Gemeinschaft muss durch den Wandel im Licht und durch den Gehorsam gegenüber dem Vorbild der Lehre, der wir übergeben sind, gestärkt werden. Treue im Geringen macht unerschütterlich und fest. Das Große entsteht als Ergebnis von anhaltender Treue im Geringen. Versuche niemals, schnell etwas Großes hervorzubringen; das ist und bleibt Holz, Heu und Stroh. Aksel sagte folgende Worte der Weisheit an einem der letzten Tage seines Lebens: „Mache einen Mann aus ihm, aber tue es langsam.“ Wir hatten nämlich darüber gesprochen, inwieweit man einem Bruder diese oder jene Aufgabe übertragen sollte. Man ist langsam und träge, wenn es um die Arbeit im Reich Gottes geht, deshalb geht es so langsam vorwärts. Alle Streitigkeiten müssen beendet werden. Wer der Größte sein will, der muss sich am tiefsten hinunter beugen, um von dort erhoben zu werden – als ein Diener für alle. Widerspenstigkeit ist Zaubereisünde. Die Jüngeren sollen sich den Älteren unterordnen in der Furcht des Herrn, wie es auch die Schrift bezeugt. Als Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. Joh. 13, 3ff. Jesus hatte Kraft, nach unten zu gehen, weil er selbst groß war; und dadurch, dass er sich erniedrigte, wurde er noch größer. Er stand vom Mahl auf, d. h. er dachte nicht an sich selbst, sondern er diente. Er legte sein Obergewand ab, was uns zeigt, dass er die Bedienten nicht mit seinem großen Vorsprung an guten Werken demütigen wollte. Stattdessen nahm er einen Schurz und umgürtete sich und trocknete damit die Füße der Jünger. Dadurch zeigte er ihnen, dass den Jüngern alles zur Verfügung steht: er selbst und das, was er hat. Dann goss er Wasser in ein Becken und fing an, ihnen die Füße zu waschen. Vor allem haben wir es nötig, die Gesinnung, den Willen und die Kraft zu bekommen, einander die Füße zu waschen. Dies tun wir dadurch, dass wir gerne vergeben, wenn jemand Klage hat gegen den andern, dass wir gerne gut voneinander reden, alles als in bester Absicht getan auffassen und einander mit Ehrerbietung zuvorkommen. Wenn sich die Liebe in Geist und Wahrheit offenbart, bedeckt sie eine Menge von Sünden.
Lasst uns einander mit dieser Einstellung, in dieser Demut, diesem Glauben, dieser Treue und Liebe begegnen, dann werden die kommenden Tage Sündern Errettung bringen und Gottes Herrlichkeit wird seinen Kindern offenbar werden.
Im Januar 1912 begann Aksel seine Arbeit mit Skj. Sk. und konnte auf den Monat genau 7 Jahre lang mitwirken. In dieser Zeit war er ein treuer Mitarbeiter darin, die grundlegenden Wahrheiten der Erlösung zu vermitteln. Es wird uns nicht möglich sein, ihn zu ersetzen. Ich weiß aber – und bin Gott dafür innig dankbar – dass es unter uns Männer und Frauen gibt, die in den vergangenen Jahren eine so edle Gesinnung bewiesen haben, dass der Trost, den sie geben, schwer in der Waagschale wiegt. Ich bin gewiss, dass diese lieben, wertvollen Geschwister nun zur Ehre Gottes und zum Nutzen der Gemeinde soviel wie möglich aus ihrem Leben machen werden. Dazu wird Gott uns allen durch unseren Herrn Jesus Christus um seines Namens willen helfen.
