Nachruf Aksel Smith
Mein und unser hochgeliebter Bruder und Mitarbeiter entschlief im Glauben an seinen geliebten Erlöser Jesus Christus am 18. dieses Monats, 38 Jahre alt.
Was ich empfinde und viele mit mir beim Heimgang unseres lieben und treuen Bruders empfinden, kann und soll hier nicht beschrieben werden. Wir wollen nur ein paar Worte über sein Lebensende sagen, damit wir seinem Glauben nachfolgen können. Nach Weihnachten war ich dreimal in Drøbak und traf ihn jedes Mal schwächer an. Wir glaubten, er würde an seinem 38. Geburtstag, dem 16. Januar, heimgehen. Junge Männer und Frauen, ja auch Ältere, die er durch Gottes Gnade und Kraft zu Christus geführt hatte, knieten betend und weinend in verschiedenen Zimmern. Wir beteten darum, ihn behalten zu dürfen, aber es hat Gott gefallen, ihn zu sich zu nehmen.
Am Vormittag des 16. standen die Geschwister um sein Bett. Von der fortwährenden Schlaflosigkeit waren seine Augen halb geschlossen und beinahe gebrochen. Seine Gesichtszüge waren eingefallen und die Stimme schwach. In dieser bedrückenden Sorge bat er eine Schwester, „Rings um ganz Jerusalem stehen hohe Berge“ auf dem Klavier zu spielen. Eine unbekehrte Frau kniete in diesem Moment an seinem Bett und suchte Erlösung in Jesus Christus und die Geschwister weinten. Dann zeigte er nacheinander auf jeden Einzelnen und gab ihm eine so liebevolle und treffende Ermahnung, dass wir alle tief beeindruckt davon waren, wie genau er jeden kannte und wie klar seine Gedanken so weit in den Tod hinein waren. Als ihn seine Frau fragte: „Was soll ich nach deinem Heimgang tun?“, antwortete er: „Nimm dein Kreuz auf dich.“ Eine Schwester fragte: „Wie kann ich Ihnen am besten für das danken, was Sie für mich gewesen sind?“ Er antwortete: „Durch Gutes tun überall, wo es nötig ist.“
Zu jemand sagte er: „Weiche nie vom Tempel des Herrn.“, zu jemand anderem: „Bete ohne Unterlass.“ und zu jemand Drittem: „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; hüte die Lämmer.“ Sogar kleine Jungen und Mädchen wurden an sein Bett geführt. Für alle hatte er ein Wort des Trostes und der Ermahnung und jedesmal gingen sie weinend von ihm.
Um die Mittagszeit desselben Tages kam der Arzt. Wieder stand eine ganze Schar um ihn. Aksel fragte: „Wie lange kann es noch dauern – ein paar Stunden?“ Der Arzt sagte, es sei wenig Hoffnung, aber die Zeit könne er nicht bestimmen. Aksel zeigte dann auf seine Brust und sagte: „Hier drinnen habe ich ein ewiges Leben; ich glaube an Jesus Christus.“ Dann bat er eine Schwester, das Lied „Wie die Bäche im Südland heimwärts es geht“ zu spielen. Der Arzt weinte zusammen mit uns allen. „Jesus ist hier und die Engel umgeben mich“, sagte Aksel. Als ich ihn fragte, ob er den Geschwistern durch Skj. Sk. etwas mitteilen wolle, sagte er: „Ja, nehmt die Lehre an, die der Gottesfurcht entspricht, sie hält!“ „Soll ich die Geschwister durch das Monatsblatt grüßen?“ „Ja!“
Aus dienstlichen Gründen musste ich am Nachmittag des 17. von Drøbak abreisen. Wir hatten noch einen Funken Hoffnung, dass Gott es noch einmal zum Leben wenden würde. Doch es sollte nicht so sein.
Heute, am 20. Januar, erhielt ich folgenden Brief von Frau Kjærnet:
„Unser geliebter Bruder Aksel sollte dennoch von hier gehen und mit Christus zusammen sein dürfen. Er ging heute morgen, den 18. Januar, um 5 Uhr siegend und triumphierend in das ewige Leben ein. Sein Geist war klar und frisch bis zum letzten Atemzug. Ebenso fein und lieblich, wie er sein ganzes Leben lang war, war er auch zuletzt. Er dachte nicht einen Augenblick daran, sich selbst zu Gefallen zu leben, sondern lebte für uns andere.
Ab und zu scherzte er und war munter. Heute Nacht waren auch die meisten der Jugendlichen anwesend. Er bat die kleine Ingrid, „Kleines Kind ruht in Gottes Arm, er trägt es allezeit“ zu singen. Anschließend bat er mich, „Rings um ganz Jerusalem stehen hohe Berge“ zu spielen.
Alle zusammen standen wir um das Bett, als er einschlief. Helga (seine Frau) war die ganze Zeit treu an seiner Seite. Das letzte, was ich hörte, das er zusammenhängend sagte, war: „Jesus sagt: Ich bin das lebendige Brot. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.“ Danach flüsterte er ganz schwach: „Folge du mir nach.“
Das ganze Haus war von einem wundersamen Frieden und von Herrlichkeit erfüllt. Mitten in dieser großen Trauer erlebten wir eine große Kraft. Helga war sehr gesegnet von Gott und musste trotz allem Gott preisen und ihm danken. Sie sah sich einen Moment lang verlassen und einsam, doch fiel sie in die Arme der Gemeinde. Sie war tapfer, betete für die Gemeinde und für die Einzelnen. Wir beteten miteinander und danach sangen wir das Lied Nr. 30 in „Herrens Veier“ und „Zion, du schöne Burg“. Wir waren bis ca. 9 Uhr zusammen.
Möge Gott Sie stärken und Ihnen viel Kraft geben! Gott helfe uns, mit Kraft und Mut vorwärts zu gehen, und gebe uns Tatkraft und Energie.
Ca. 5 Minuten, bevor Aksel einschlief, rief er Helga und legte seinen Arm um sie wie eine letzte Liebkosung. Er segnete diejenigen, die anwesend waren, und kannte einen jeden persönlich.“
Hiermit ist das Leben meines hochgeliebten Bruders beendet. In Drøbak, wo er die letzten vier bis fünf Jahre seines Lebens wohnte, trauert eine ganze Jugendschar über seinen Heimgang. Aber wir trauern nicht wie die, die keine Hoffnung haben. Er ist zu seinem und unserem Vater heimgegangen. Wir werden ihn wiedersehen. Wiederholte Male hat er von den Lämmern in Drøbak gesprochen und uns ans Herz gelegt, sie zu hüten. „Denn ich liebe sie“, sagte er. Was er lehrte und schrieb und wofür er kämpfte, kann man in den Skjulte Skatte Jahresbänden von 1912 bis heute nachlesen. Durch seine unermüdliche Arbeit wurde es uns möglich, dieses kleine Monatsblatt herauszugeben. Obwohl er in all diesen Jahren einen schwachen Leib hatte, bekam er doch Gnade von Gott, tiefe Spuren zu hinterlassen. Über sein Leben und Wirken könnte man viel schreiben; wir möchten jedoch nur diese notwendigen Dinge erwähnen, um den Heimgang dieses treuen Dieners des Herrn zu beleuchten, damit man seinem Glauben nachfolgen kann. Gesegnet sei sein Gedenken und gesegnet seien die Früchte seiner Arbeit. Sie werden Bestand haben, wie er so oft bezeugt hat. Etwas vom Letzten, worüber er zu den Geschwistern sprach, war, dass sie sich des Glaubensgehorsams befleißigen sollten.
Herzliche Grüße an alle Geschwister.
Euer Bruder
