Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-01-13

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Haugesund, 13. 1. 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Es freut mich sehr zu sehen, dass in Drøbak Sünder errettet und Gläubige geheiligt werden. Gott arbeitet überall in diese Richtung. Anbei ein Brief von Br. Strømme, der von Fortschritt in der Finnmark berichtet; einen von Br. D. Kvalheim, der durch den Besuch von Br. Risnes gestärkt wurde, sowie einen von einer Schw. Kristi aus Øistesø in Hardanger. Sie, Guro und ein Br. Gjerde, der nun hier in der Stadt arbeitet, bekamen Licht durch Br. Lorentz Risnes, wobei er selbst sich im Landesinneren in der Region des Hardangerfjords bekehrt hat. Es ist eine Freude zu sehen, wie klar sie schreibt. Vermutlich hat E. A. N. dir D. g. B. (Die gute Botschaft) geschickt, um dein Urteil in der Sache zu verwässern. T. B. B. hätte E. A. kaum in seinem Monatsblatt auf eine solche Weise dargestellt. Ich kann mir vorstellen, dass T. B. B.‘s Lust zu hoffärtigem Leben ihn dazu gebracht hat, zu weit zu gehen; doch Erik A. ist kaum rein genug, um ihn zu steinigen. Wir haben in Skj. Sk. die Sünde und die falschen Lehren gestraft; aber hier stempelt man T. B. B. als einen Betrüger oder Sünder der einen oder anderen Art ab. Man sollte Erik vorhalten, wie verkehrt das ist. E. A. N. hat in so viele Menschen die Feindschaft gegen das Kreuz eingepflanzt, dass er in Bezug auf T. B. B. den Mund halten sollte. Doch wahrscheinlich treibt ihn religiöser Geschäftssinn dazu, so über die Stränge zu schlagen.

In den ersten Versammlungen hier in Haugesund hatten sie Vertrauen, weil Johan Lohne uns empfohlen hatte; doch jetzt fangen sie an, Vertrauen zu bekommen, weil sie selbst gehört haben. Ich kann nicht sagen, wie es gehen wird; es sieht durchwachsen aus. Pauline schreibt, dass Br. Aslaksen jetzt mit der „Æger“ in Horten im Dock liegt. Er war im Saal der Molkerei und redete mit einer solchen Kraft und Weisheit, dass Pauline äußerst erstaunt war. Ystrøm lud ihn zu sich ins Abstinenzler Café ein. Es war gut, dass Ystrøm nach Drøbak kam. Der Neue Bund in Christi Blut gilt auch für Ystrøm; billiger darf er nicht davonkommen. Gott will uns zum Haupt machen und nicht zum Schwanz. Wenn du in deinem Brief Soldaten erwähnst, dann meinst du sicher die von der Heilsarmee und nicht die von der Oscarsborg. Ellefsen und ich haben uns darüber Gedanken gemacht, aber ich glaube, du meinst die von der Heilsarmee. Br. Sagstad, bei dem wir Versammlungen haben, hat vier erwachsene Söhne zuhause; einer ist bekehrt. Sie sitzen so ruhig da und hören zu. Sagstad ist 44 Jahre alt, seine Frau nimmt auch an den Versammlungen teil. Br. Gjerde aus Hardanger ist vermutlich um die 40 Jahre alt; er hört sehr aufmerksam zu und sagt nur wenig. Man hat den Eindruck, dass er ein gottesfürchtiger und begabter Mann ist – Steinhandwerker. Von Schw. Olufine, die um die 30 Jahre alt ist, sagt man, dass sie solide und umgänglich ist. Sie war in Moldøen auf der Konferenz.

Grüße die Geschwister.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Der Brief aus Vardø und der von Br. Kvalheim können vielleicht für Weitere von Interesse sein. Was den Brief von Wintersborg betrifft, kann man wohl sagen, wie es im Lied steht: „Menschenliebe erbärmlich ist.“