Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1918-09 - Ein kleiner Einblick in das Geheimnis der Gottesfurcht

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Ein kleiner Einblick in das Geheimnis der Gottesfurcht

(Fortsetzung der vorigen Ausgabe)

Man sieht hier, dass er um seiner Gottesfurcht willen erhört worden ist. Deshalb ist die ganze Person Christi ein Geheimnis, das durch Gottesfurcht entstanden ist. Obwohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Der Tod konnte ihn nicht halten; denn durch seinen eigenen Tod hat er dem die Macht genommen, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel. David hat vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, dass seine Seele nicht dem Totenreich preisgegeben worden ist und auch sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat. Apg. 2, 31. Dies gehört zu den Geheimnissen Christi. Eben um dieser Dinge willen betete er mit lautem Rufen und Tränen und ist auch erhört worden um seiner Gottesfurcht willen. Der Fürst dieser Welt hatte keinen Anteil an ihm, daher vermochte er nicht, ihn im Totenreich gefangen zu halten. Dagegen hatte Jesus innerhalb des Gebietes seines Fleisches durch sein eigenes Blut Satan die Macht genommen, sodass der Vater ihn durch das Blut dieses ewigen Bundes von den Toten heraufführen konnte.

3. Erschienen den Engeln

„Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Lk. 24, 4-6.

Der Geist bezeugte den alten Propheten die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. Sogar die Engel begehrten, dies zu schauen. Hätte Jesus Engelnatur angenommen, dann hätten sie es auch verstehen können, aber nun kam er in das Geschlecht Abrahams. Aus diesem Grund können die Kinder Abrahams, seine Nachkommen dem Glauben nach, das Werk Christi durch Glauben erfassen, sobald sie an den von den Propheten beschriebenen Leiden Christi teilbekommen. Die mannigfaltige Weisheit Gottes soll nun den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde kund werden. Die Engel befinden sich im Himmel, und sie sehen, wie Jesus nach seinem Leiden erhöht worden ist. Auch sehen sie, wie seine Nachfolger durch Leiden in die Herrlichkeit hineingehen. Sie sehen und verstehen alles von außen, während die Gemeinde das eigentliche Werk ist.

4. Gepredigt den Heiden

Ist es nicht eine geheime Kraft, die alle diese Zehntausende von Menschen auf die Missionsfelder hinaustreibt, wo sich eine Menge von ihnen, weit weg von allem, was sie lieb haben, darüber freuen, dass sie dem Herrn Jesus nach dem Licht, das sie haben, dienen können? Aber vor ihnen war schon ein anderer Redner bei den Heiden, der in deren Gewissen seine Predigt gehalten hat. Das Geheimnis Christi kann nämlich wirken, ohne dass die Person oder die Personen, durch die es wirkt, bewusst dessen teilhaftig sind. Je mehr man Christus mit seinem Verstand erfassen und begreifen kann, desto mehr muss man die Weisheit Gottes bewundern, die von Gottes Seite aus erwiesen wurde, indem er etwas so Herrliches wie Christus und die Gemeinde geschaffen hat. Die Liebe Christi zwingt uns, dieses Evangelium unter den Heiden zu predigen.

5. Geglaubt in der Welt

Wenn der Geist überzeugt, wird es so klar und einfach, dass man nicht umhin kommt zu glauben. Will man nichts anderes glauben, dann wird man gezwungen zu glauben, dass man verdammt ist, weil man nicht glaubt. Auch dies ist ein Glaube, der vom Geist Gottes gewirkt ist. Viele haben sich überzeugen lassen. Diese haben den Glauben Christi und glauben an Christus. Dass Christus in der Welt geglaubt werden kann, ist ein Geheimnis. Wäre er ein gewöhnlicher Mensch, dann hätte er nicht einen Geist senden können, der von ihm zeugt. Aber nun besteht der Unterschied zwischen der Religion Christi und anderen Religionen darin, dass Christus den Geist der Wahrheit über die ganze Welt ausgesandt hat, einen Geist, der von ihm und von allem, was er geredet hat, zeugt – einen Geist, der jeden, der nicht an ihn glaubt, der Sünde überführt, weil er nicht glaubt. Welcher andere Religionsstifter hat vermocht, einen so kräftigen Geist in die Welt zu senden, der von ihm zeugt? Nein, keiner hat dies vermocht. Deshalb ist es ein Geheimnis der Gottesfurcht, dass Christus in der Welt geglaubt wird.

6. Aufgenommen in die Herrlichkeit

Kann es einen wundern, dass ein gerechter und wahrheitsliebender Vater seinen geliebten Sohn zu sich in die Herrlichkeit aufnahm, nachdem dieser von gottlosen Männern, die von neidischen religiösen Menschen dazu angestachelt worden waren, auf so eine schändliche Weise misshandelt und gekreuzigt worden war? Der Sohn hatte in den Tagen seines Fleisches alle Forderungen des Vaters in dem Maß erfüllt, dass sogar eine Stimme vom Himmel bezeugte: Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören. Die Herrlichkeit lag darin, dass der Vater über die Macht Satans im Fleisch siegte, sodass Christus am Kreuz über Mächte und Gewalten triumphierte. Der Vater bewies, dass er Kräfte und Weisheit genug hatte, um Satan aus dem Menschen hinauszutreiben, und was kann wohl eine größere Herrlichkeit sein als diese: eins mit dem Vater. Deshalb heißt er auch Herr der Herrlichkeit. Aber es ist Gottesfurcht nötig, um diese Herrlichkeit zu verstehen. Sie unterscheidet sich so sehr von der Herrlichkeit, die Gold und Silber haben, wie sich Geist und Materie voneinander unterscheiden. Wenn wir nun in den Tagen unseres Fleisches mit ihm leiden, dann werden wir mit ihm verherrlicht werden.