Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-06-26

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Horten, 26. 6. 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief. Gestern erhielt ich einen Brief von Br. Aslaksen, der berichtet, dass Br. Ramdahl ein paar Mal bei ihm war. Br. Øvrebøe hat in Sarpsborg einen schlechten Anfang gemacht, sagt Aslaksen. Øvrebøe hat von Ramdahl 100 Kr. für seine Reise bezahlt bekommen; nicht genug damit, sondern er borgt sich Geld und zankt und jammert. Traurig, dass Leute, die so viel gehört haben, so wenig verstehen. Ich habe an Aslaksen geschrieben und ihm empfohlen, dass er ihn kräftig zurechtweisen soll. Ebenso habe ich heute an Br. Ramdahl geschrieben, dass der Kerl gehorchen soll – er soll nicht herrschen und gebieten. Des Weiteren muss man ordentlich Rechenschaft von ihm verlangen und man muss darauf achten, dass er isst, was er selbst verdient und dass er keine Erlaubnis bekommt, über seine Verhältnisse zu leben. Denn es wird berichtet, dass er sich 3 bis 4 Zeitungen usw. leisten kann. Sonderbar, dass Menschen Lust haben, sich auf diese Weise selbst zu verderben. Ich weiß nicht, ob er dir etwas schuldet. Er hat seinerzeit etwas von Gurine Naadeland geborgt. Es könnte eine kräftige Ermahnung in Skj. Sk. angebracht sein.

Ich habe das Geld, das du geschickt hast, erhalten und habe es am gleichen Tag zur Bank gebracht – jetzt sitze ich in der Werft, aber soweit ich mich erinnern kann, waren es 1000,00 und 265,00 Kr. Nächsten Montag, den 1. 7., werde ich auf der „Kong Sverre“ meinen Dienst antreten. Damit bin ich sehr zufrieden. Das Schiff liegt das ganze Jahr hindurch am Kai der Werft. Man kann über einen Steg an Bord gehen.

An Bord bekomme ich eine gute Kabine, und ich glaube, es wird reichlich Zeit geben, um zu schreiben und mit geistlichen Dingen zu arbeiten. Wir bekommen ca. 500 Mann aus allen Gegenden des Landes an Bord. Vielleicht ist der eine oder andere von ihnen bekehrt. Br. Berg und Karl Pedersen haben vor, nächsten Sonntag nach Sandefjord zu fahren. Sie wollen, dass ich mitkomme; aber ich weiß nicht, ob das von Nutzen ist. Ich halte am meisten davon, alleine zu arbeiten, weil man einander so viel nachschwätzt. Es ist eine gewisse Ruhe nötig, um zu hören, was der Geist der Gemeinde sagt. Ich bin Gott dankbar für die zwei Monate, die ich zuhause sein durfte. Ich habe mit Johanne viele Rechenaufgaben für die Aufnahmeprüfung gemacht. Kristian hat jetzt Prüfung. Wenn er es schafft, muss er außergewöhnlich begabt sein, denn er lernt fast nichts. Heute hatte er Rechnen, und er meint, dass es gut ging. Johanne ist in allen Fächern gut. Aksel hatte heute Prüfung und bekam in Rechnen eine Eins, sagte er. Rakel zieht ihre Puppen schön an und Lydia schreit nach Essen.

Man kann sich in seinem Geist über solche Menschen ereifern, die immer und überall ihre Dummheit und Habsucht an den Tag legen müssen. Wir sollen ja Gottes Ehre suchen; aber wie kann Gott durch einen solchen Wandel geehrt werden? Wenn sie sich nicht bekehren wollen, dann weiß ich keinen anderen Rat, als dass wir ihnen den Krieg erklären müssen.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Grüße die Geschwister.