Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1918-01 - Sind die Lüste in den Gliedern weg?

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Sind die Lüste in den Gliedern weg?

Die Zeitschrift „Det gode budskap“ (Die gute Botschaft) vom 1. Januar 1918 enthält einen regelrechten Rechtsstreit gegen den Herausgeber von „Korsets Seir“ (Sieg des Kreuzes). Wir werden uns nicht in deren Streitigkeiten einmischen, sondern wollen sie nur an ihre Lehre erinnern, die wenig mit dem übereinzustimmen scheint, was sie praktizieren.

Diese Herausgeber lehren beide, dass sie mit dem 7. Kapitel des Römerbriefes fertig seien. Beide sind in Römer 8 hinübergehüpft, wo Freiheit und Vollkommenheit herrschen.

Es geschieht trotzdem das Schwierige, dass sie mitten darin, dass sie sich in Römer 8 wähnen, einander dafür richten, unchristlich gehandelt zu haben.

Bei beiden ist das Gesetz der Sünde in den Gliedern weg; von diesem Leib des Todes sind beide befreit. Keiner von ihnen dient mit seinem Fleisch dem Gesetz der Sünde; niemand tut, was hassenswert ist. Alles, was sie tun, ist wohl getan – es ist sehr gut. Und doch passiert das Erstaunliche, dass einer von ihnen dafür gerichtet werden kann, dass er unchristlich gehandelt habe. Ist er nun wieder nach Römer 7 zurückgehüpft? Seltsam, dass ihre Lehre nicht stimmen kann; und doch haben sie fast das ganze Land mit diesen Dummheiten verpestet, mit denen sie sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen scheinen.

Die Schrift sagt: „Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten?“ Jak. 4, 1.

Sollte es trotzdem so sein, dass diese beiden Herausgeber etwas haben, das als „Lüste in ihren Gliedern“ bezeichnet werden kann?

Ja, man kann versucht werden, dies zu glauben, obwohl sie ja weit und breit lehren, dass sie mit all dem fertig seien. Oder glaubt jemand, dass Gottes Geist unchristlich handelt? Nein, es ist wohl das uralte Fleisch, das hier wirksam ist.

Ich finde, dass es nun an der Zeit war, dass sich für sie alles im Kreis drehte, auf jeden Fall muss es gesund denkenden Menschen so gehen. Etwas muss verkehrt sein.

Der Herausgeber von „Det gode budskap“ geht zwar aus seinem eigenen Artikel sauber und reingewaschen hervor; aber trotz alledem hat er sich nicht geschämt, seinen Bruder öffentlich bloßzustellen und ihn als eine unchristlich handelnde Person zu brandmarken.

Wir haben in „Skjulte Skatter“ des Öfteren auf die fehlerhaften Auslegungen der Schrift hingewiesen, die die erwähnten Zeitschriften zum Inhalt haben. Dies haben wir getan und tun es weiterhin, damit die Leute sich in Acht nehmen. Aber in einer Zeitschrift einen Bruder, von dem man behauptet, ihn zu lieben und für ihn zu beten, in solch einer Weise bloßzustellen, das finden wir weniger christlich. Es ist mindestens genauso unchristlich, die Wahrheit zu verfälschen und weit und breit Dinge zu lehren, von denen man nichts versteht.

Es ist jetzt an der Zeit, dass diese beiden Herausgeber so biblisch werden, wie sie von sich behaupten; dass sie erkennen, dass sie – wie Paulus – mit ihrem Fleisch dem Gesetz der Sünde dienen. Man sollte ja mit seiner Gesinnung dem Gesetz Gottes dienen; aber nach dem Urteil in „Det gode budskap“ ist davon auszugehen, dass man sogar mit seiner Gesinnung dem Gesetz der Sünde gedient hat, was verwerflich ist.

Letzten Endes bleibt wohl dieses bestehen: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ Röm. 7, 19.

Auch wenn man in seiner Lehre einen Sprung weg von dieser Schriftstelle gemacht hat, zeigt es sich doch, dass man mitten darin lebt.

„Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“ Röm. 7, 20.

Man muss daran denken, dass Sünde in einem wohnt – und so viel davon, dass man unchristlich handeln kann. Wer kann nun hierin Freiheit finden? Ein Gottloser tut nicht, was er hasst; doch dies tut der Gläubige, wo er noch kein Licht hat. Eben deshalb gibt es keine Verdammnis für ihn.

Wir möchten den beiden Herausgebern, die trotz derselben Lehre nicht einig werden können, empfehlen, dass sie sich das 6. Kapitel des Römerbriefes vornehmen und gründlich und genau darüber nachdenken. Ebenso möchten wir ihnen raten, öffentlich einzugestehen, dass sie mit Dingen umgegangen sind, die ihnen zu groß waren, mit Dingen, die sie nicht verstanden.

Gott hat nicht gesagt, dass uns viele Prediger gesandt werden würden, die uns in alle Wahrheit leiten würden; sondern er wollte für diese Arbeit seinen Geist senden. Von diesem Geist haben auch wir bekommen, und wir glauben, darum reden wir.

Es kann viel geben, was bezüglich des Herausgebers von Korsets Seir gesagt werden kann. Aber doch hat Gott ihn als seinen Zeugen zur Errettung vieler Sünder gebraucht. Diese Ehre soll ihm nicht genommen werden.

Wir meinen deshalb, dass es sich nicht ziemt, diesen Bruder in so einer Weise öffentlich anzugehen. Wenn er etwas Tadelnswertes getan hat, hätte man dies im engsten Geschwisterkreis regeln sollen. Falsche Lehren hingegen ist man verpflichtet zu zermalmen, wo man sie antrifft – sowohl in kleineren Kreisen als auch öffentlich. Wir glauben kaum, dass der Herausgeber von „Korsets Seir“ getan hätte, was nun „Det gode budskap“ getan hat. Barmherzigkeit rühmt sich wider das Gericht.