Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-05-24

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Horten, den 24. Mai 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für das Zusammensein während der letzten Bibelkonferenz an Pfingsten in Drøbak. Es waren gesegnete Versammlungen und ich glaube, sie werden ihre Früchte bis weit in die Zukunft hinein tragen. Von Marie Hansen sind nun ihre Mutter und drei Schwestern und eine Tochter ganz dabei. Eine der Schwestern von M. Hansen sagte jetzt am Mittwoch in der Versammlung bei Karl, dass sie viele Bürden in Drøbak abgelegt hätte. Ich hoffe, dass viele dasselbe getan haben.

Ich habe in Drøbak einen blauen Uniform-Regenmantel sowie ein Paar Manschetten vergessen. Würdest du diese bis zu einer späteren Gelegenheit aufbewahren?

Ich habe den Kasseninhalt von Skj. Sk. und den Bestand von gebundenen Skj. Sk. gezählt. Wir haben gut 400,00 Kr. in der Kasse sowie 200 gebundene Skj. Sk., die alle bezahlt sind. Wenn wir diese verkaufen können, dann kommen wir dieses Jahr mit dem Monatsblatt gut zurecht. Wenn jemand gebundene Jahrgänge von 1913 haben möchte, so haben wir ca. 50 Stck. davon. Ich glaube nicht, dass wir dazu eine Bekanntmachung bringen sollten, da die Jahrgänge dadurch in falsche Hände gelangen können.

Jørgensen (der Gärtner) sah sehr glücklich aus. Dragsund und Andersen dagegen waren offensichtlich weniger zufrieden mit der Konferenz. Sie kamen nicht so zur Geltung, wie Prediger es gewohnt sind. Wenn nur jeder an seinen richtigen Platz kommt, dann kann er sich von dort aus durch Arbeit weiterentwickeln. Wenn man aber einen eingebildeten höheren Platz einnimmt, wird dies zum Ekel und Anstoß für alle, die aus der Wahrheit sind und diese lieben.

Man konnte an allem Möglichen erkennen, dass die gegenseitigen Verbindungen unter den Geschwistern gut waren, und ich glaube, dass die Gemeinschaft nach dieser Konferenz gestärkt werden wird. Ich warte nun darauf, dass ich etwas von Moldøen erfahre; ich hoffe, dass es auch dort gut war. „Einigkeit macht stark“, sagt ein weltliches Sprichwort; wir aber können sagen: Gemeinschaft macht stark. Durch den Anblick dieser Gemeinschaft werden viele zum Glauben gebracht werden. Wie gern möchte Satan Keile in diese Gemeinschaft treiben, damit die Ungläubigen in ihrem Unglauben gestärkt werden! Doch jetzt, während der Konferenz, ist ihm das nicht gelungen. Gebe Gott, dass dieser Stahlring aus Geist und Wasser und Blut noch mehr verstärkt wird, sodass der Feind nicht einen einzigen schwachen Punkt finden kann, an dem seine Anschläge gelingen können. Die Stärke in der Gemeinschaft untereinander erweist sich als Kraft nach außen, und diese Kraft erschreckt die Gottlosen und siegt, wo auch immer der Wellenkreis sich ausbreitet.

Wenn erst der innere Gehorsam vollkommen ist, kann man weitergehen. An der nächsten Konferenz werden wir – so Gott will – verschiedene schwierige Fragen erörtern, in denen es vorteilhaft sein kann, Klarheit zu haben. Einer nach dem anderen soll dann aufstehen und seine Meinung zu der Frage äußern. Dies muss man tun, wenn die Versammlung so groß ist, dass eine Gesprächsrunde fast unmöglich ist. Man könnte im Voraus mehrere Fragen aufschreiben und die Brüder eine Zeitlang vorher darüber nachdenken lassen. Dann würde man dem Wort „Konferenz“ vollkommen gerecht werden.

Grüße die lieben Geschwister und die Deinen!

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Mit dem neuen Dampfschiff „Henrik Ibsen“, mit dem der Kapitän P. Brungot nun jeden Tag auf der Route Kristiania – Horten fährt, wird es leicht, die Strecke zurückzulegen. Ab Horten 7.30 Uhr – ab Kristiania 17 Uhr. (Soviel ich weiß.)