Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-04-11

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Haugesund, 11. April 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief heute. Wir sind jetzt drei Tage lang zum Schießen draußen gewesen und haben all unsere Geschütze überprüft, ob sie in Ordnung sind. Es hat ausgezeichnet geklappt, sodass alle zufrieden gewesen sind. Du weißt, dass es in meinem Interesse ist, dass alles in dieser Richtung gut geht. Wenn Gott mit uns ist, dann geht es auch im Irdischen gut.

Im Hinblick auf die Konferenz an Pfingsten in Horten weißt du, dass in der Guttemplerloge seit längerer Zeit Diphteriepatienten untergebracht sind. Der Abstinenzlersaal ist am 17. Mai gewöhnlich belegt und Ystrøms Versammlung hat normalerweise den Saal der Molkerei. Daher kann man keinen Saal bekommen. Br. Martin Hoff war gerade an Bord; er glaubte wie wir, dass Hønefoss passen würde. Horten ist nicht mehr der zentralste Ort; vielleicht im Winter, aber nicht in der Sommerzeit, wenn man mit Leuten aus Hardanger, Moldøen, Aalesund und Molde rechnen kann – vielleicht sogar aus Vardø. Für Kvalheim dürfte es schwierig sein, sich in der Hochsaison der Limonadenherstellung freizumachen. Doch nehme ich an, dass Bolsønes, Hoff, Kuhlen, Skram, die Schwestern aus Hardanger, Gjerde und weitere kommen können. Ich habe vor, Br. Aslaksen deswegen zu schreiben. Vielleicht könntest du dich auch mit ihm darüber beraten. Aslaksen hat früher eine Konferenz in Hønefoss vorgeschlagen. Br. Brunvold und seine Frau scheinen jetzt wirklich Fortschritte zu machen. Die Geschwister aus Hardanger haben sie kräftig im Glauben gestärkt; denn sie konnten berichten, wie sie nach der Wahrheit gesucht haben. Diese beiden werden also die Anlaufstelle in Haugesund. Br. Brunvold hat bereits eine Person, mit der er arbeiten kann. Jetzt habe ich hier an Bord alles vorbereitet, um das Fahrzeug zu übergeben. Ich nehme an, dass nun in ein paar Tagen der neue Oberkanonier kommt. Die Übergabe wird voraussichtlich 3 bis 4 Tage in Anspruch nehmen.

Hoff sagte, dass die Geschwister in Aalesund sehr schöne Ostern hatten. Sie konnten bei einem Schiffsführer sein. Sie halten alle zusammen wie ein Herz und eine Seele.

Ich höre, dass Br. Hansen jetzt in Sarpsborg ist. Es kommt jetzt darauf an, wie es geht. Den alten schief gewachsenen Bäume kann man wohl kaum so kräftige und nachhaltige Bandagen anlegen, dass sie sich nach neuen Formen ausrichten können. Aber es kann schon den einen oder anderen jungen Trieb geben, der zu einem blühenden jungen Baum werden kann.

Die Arbeit nimmt überall zu. Wir haben Briefe aus Vardø erhalten, dort oben geht es gut. Br. Bekkevold schreibt ab und zu an Br. Strømme, der diese Briefe an uns weiterschickt, sodass wir sehen, wie es geht. Schw. Susanne Norum hat keinen einzigen Tag die Schule besucht, daher kann sie zwar nicht so besonders gut schreiben, aber sie ist ein aufgeweckter Mensch. Sie bringt alle Geschwister in Vardø in Schwung. Ihre Brüder wohnen in Russland, die Eltern sind Finnen, habe ich gehört. Sie ist mit einem norwegischen Fischer verheiratet. Ich habe gehört, dass Margit Telle ihr schreibt, und daran tut sie recht. Sie wohnen so abseits, dass sie etwas Aufmunterung brauchen. Die zwei Schwestern in Hardanger haben auch einen Briefwechsel mit den Geschwistern in Vardø; ebenso mit Frau Kjærnet.

Grüße die Geschwister.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan

Man muss daran denken, dass die Geschwister in Aalesund arm sind und kaum Gelegenheit haben, so weit zu reisen.