Christus und die Mehrheit
„Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden.
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ Lk. 1, 30-33.
Christi Reich ist ein Königreich – im Gegensatz zu den demokratisch regierten Republiken unserer Zeit. Christus selbst ist ein Fürst voll von Kraft und Gottes Weisheit; seine Befehle sind Gesetz. Er fragt nicht danach, was die Leute von diesem und jenem halten. Die Mehrheit ist für ihn nicht maßgebend, denn Gott gibt Völker für ihn hin. Er weiß selbst, was im Menschen wohnt, ob sie nun wenige oder viele sind.
Der demokratische weltliche Geist will sich auch in der Gemeinde Gottes Geltung verschaffen. Wenn die Mehrheit dieses oder jenes meint, dann soll das richtig sein. Aber ein hörendes Ohr wiegt mehr in der Waagschale als die Mehrheit derer, die taub sind. Ob nicht ein David besser war als Zehntausend? Oder hat nicht einer, der den hört, der vom Himmel redet, viel mehr zu sagen als eine Menge von denen, die nichts hören? In der Gemeinde Gottes haben wir keinen Gebrauch für eine Volksherrschaft, sondern wir sollten alle Christus als Herrn in unseren Herzen heiligen; denn in ihm liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen. Man sollte Gott bitten, dass man von dem demokratischen Geist erlöst wird, den man von der Welt in die Versammlung Gottes mitbringt. Fegt den alten Sauerteig aus, sodass ihr ein neuer Teig seid. Der Herzog unserer Seligkeit ist mächtig in seinen Worten. Er redet vom Himmel; und wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist in der Gemeinde sagt. Er setzt in seiner Gemeinde Apostel, Evangelisten Propheten, Hirten und Lehrer ein. Wenn nun Christus sie eingesetzt hat, dann stehen sie an ihrem Platz, auch wenn die Mehrheit sie abwählen will. Die Mehrheit kann auch keinen Gemeindediener des Amtes entheben. Christus hat überhaupt keinen Bedarf für die Mehrheit; denn damals, als er die Kelter allein trat, war die Mehrheit nicht auf seiner Seite. Komme deshalb nie und sage, die Mehrheit meine dieses und jenes und deshalb sei es richtig; denn die Wahrheit ist, dass sich die Mehrheit von nahezu jedem Windhauch bewegen lässt. Deshalb kann man durchaus Anhänger bekommen, selbst wenn man verkündigt, dass das Himmelreich in Utah liegt.
Durch Zweidrittelmehrheit können weltliche Gesetze geändert werden. Deshalb ist die Zahl des Tieres die Zahl eines Menschen – sechshundertsechsundsechzig. Offb. 13, 18. Aber für Gott zählen nicht die Massen; denn er sagt von dem einen Jesus Christus: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!
