Die Konferenz in Horten 1923
wurde uns allen zu reichem Segen. Besonders erfreulich war zu sehen, dass so viele Kinder und Jugendliche Versammlung nach Versammlung gespannt und aufmerksam dasaßen. Es sieht so aus, dass Kinder das Wort vom Kreuz besser ertragen als Erwachsene, und dass die Jugendlichen die Wahrheit mehr lieben als ältere Christen, die voller Vorurteile sind.
Wir freuen uns über die, die Gott uns gibt, ob es nun Jugendliche oder Ältere sind.
Der Speisesaal im Keller wurde rechtzeitig fertig zu dieser Konferenz, und es sah so aus, dass sich die Geschwister da unten sehr wohl fühlten.
Wir erhielten mehrere Telegramme, insbesondere aus dem Nordland und der Finnmark – herzlichen Dank dafür. Es zeigt sich, dass es notwendig ist, zusammenzukommen. Nur geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Man wird nie müde, das Wort vom Kreuz zu hören; es ist eine Kraft Gottes, um Satan und das Böse fernzuhalten. Die Geschwister lieben einander in einem solchen Maß, dass es richtig schmerzt, wieder voneinander zu gehen. Daher freuen wir uns umso mehr, wenn wir uns treffen. Aber nun zu den Zeugnissen.
Es ist nun einmal so, dass wir nichts anderes sind als Menschen, die das Land erkunden, und wir finden die Einwohner groß und stark, ja furchterregend. Die Schwierigkeiten sind vielfältig und groß. So war es auch bei Abraham, er hatte die Verheißung, sah die Schwierigkeiten – seinen schwachen Leib und Saras erstorbenen Mutterleib; doch die Sache war, dass er Gott glaubte, und die Verheißung wurde erfüllt. Es waren zwölf Kundschafter. Alle sahen sie die Herrlichkeit des Landes, alle sahen sie die Schwierigkeiten und alle hatten die Verheißungen Gottes, das Land einzunehmen. Doch nur zwei glaubten Gott. Die Übrigen sahen auf ihre eigene Schwachheit und auf die Übermacht des Feindes. In Josua und Kaleb war ein anderer Geist. Sie zerrissen ihre Kleider, als sie all den Unglauben hörten, den die übrigen Kundschafter einpflanzen wollten ins Volk, das willig war, zu hören und darüber zu weinen, wie finster alles aussah.
Diese zwei Geistesrichtungen kommen auch heute in der Versammlung vor. Prüfe dich, welches Geistes du bist. Josua glaubte Gott und durfte seinen Mitbrüdern das Land austeilen. Kaleb war in seinem Alter mit 85 Jahren noch genauso stark wie in seiner Jugend, als Mose ihn aussandte, um das Land zu erkunden. Er übernahm es daher auch, die Stärksten der Einwohner des Landes, die Kinder Anaks, zu vertreiben und schenkte seinen Töchtern die oberen und die unteren Wasserquellen. Sowohl er selbst als auch seine Kinder hatten genug, wovon sie schöpfen konnten.
Es steht von welchen geschrieben, dass sie in die Ruhe eingehen werden. Ob dies nicht solche sind, die Josuas und Kalebs Geist haben? Aber auch diese können sich nicht auf ihrem Erbteil zur Ruhe setzen, bevor nicht auch ihre Mitbrüder den Feind vertreiben konnten und auf ihrem Erbteil zur Ruhe gekommen sind.
Aber bis zur Ruhe ist es ein weiter Weg. Einige sind so unzugänglich und harthörig, dass sie wie kleine Juwelen im harten Gestein sitzen. Man kann 1, 2, 3, 4, ja bis zu 11-mal auf den Stein schlagen, bevor er zerspringt und seinen kleinen Juwel hergibt. Aber heraus muss er, und das ist Liebe. Im Glauben und in der Kraft des Herrn wirst du Sieg erringen und das Land einnehmen. Und hast du selbst keinen Glauben, dich aus deinen eigenen Schwierigkeiten zu retten, dann kann es sein, dass Gott jemand anderen zu dir sendet, um dich zu retten. Dann wirst du dich wundern, dich freuen und taumeln vor Jubel über das Heil Gottes, jedoch gleichzeitig über deinen eigenen Unverstand und Unglauben den Kopf schütteln. Dir steht nicht die Ehre dafür zu, dass du los und frei geworden bist, sondern die Ehre steht Gott zu, der dir jemanden sandte, der mehr Glauben hatte als du selbst. Gott wird durch solche Werkzeuge geehrt; daher kann er sie auch ehren.
Im Geist des Herrn ist der Geist des Rates und der Stärke. Sind wir mit Christus vereinigt in der absteigenden Linie – in seinen Leiden und seinem Tod, dann werden wir es auch in der aufsteigenden Linie sein, in seiner Auferstehung und seiner Herrlichkeit. Du erringst Sieg über Goliath, indem du deine eigene Schwachheit erkennst und an Gottes Kraft glaubst. Mache es wie David, lege im Namen des Herrn den Stein in die Schleuder. Wenn der Sinn gebeugt und demütig ist und wenn die Schwierigkeit so groß ist, dass die Erkenntnis der eigenen Kraftlosigkeit vorhanden ist, dann lässt Gott die Rettung kommen. Gottes Kräfte werden nur auf diese Weise ausgelöst und in Anspruch genommen. Es kann mit zwei bis vier Seelen so viel zu tun geben, dass man nicht mehr schafft. Wie sollte man alles schaffen, wenn das Haus voller Leute werden würde? Die Widerspenstigen und Ungläubigen sind daher schuld daran, dass die Vielen nicht hinzukommen können. Paulus konnte sich nicht anderen zuwenden, bevor nicht diejenigen, mit denen er zu tun hatte, zum Gehorsam gebracht worden waren.
Röm. 6, 11. Sich der Sünde gestorben halten, sie nicht herrschen lassen. Hier müssen wir einen Standpunkt einnehmen, die Sünde als Sünde erkennen und uns ihr augenblicklich gestorben halten. Wenn du von der eigenen Begierde gereizt und gelockt wirst, dann sage: Nein!
Sich der Sünde gestorben zu halten, ist die eine Seite der Sache, es ist nur die Hälfte. Die andere Seite und die zweite Hälfte ist, sich lebendig für Gott zu halten. Was hilft es, wenn man sein ganzes Leben lang dahingeht und Mühe damit hat, sich der Sünde gestorben zu halten, wenn man sich nicht lebendig für Gott zur Verfügung stellt? Wenn man lebendig für Gott ist, versetzt man der Sünde den stärksten Schlag. Wir müssen bereit sein, auf Gottes Befehl hin zu kommen und zu gehen und bereit sein, von ihm zu zeugen. Gott hat uns seinen Geist gegeben, daher können wir in diesem Geist auch unser Leben in dieser Welt hassen, die Werke des Leibes hassen. Auf diese Weise können wir für Gott leben und uns der Sünde gestorben halten. Wir müssen, wie Br. A. sagte, parat stehen, um Gottes Werke zu tun. Das bedeutet, sich lebendig für Gott zu halten.
Wenn man alle möglichen Rücksichten auf diesen und jenen nehmen will, dann ist man nicht lebendig und dienstbereit für Gott. Man hat Angst, anzuecken und Dinge zu sagen, wodurch das eitle Fleisch eingeschnappt und beleidigt wird. Darum geht man auf Samtpfoten umher, um nichts und niemandem zu nahe zu kommen. So eine Seele ist nicht lebendig für Gott. Weder Gott noch die Gemeinde kann sie gebrauchen.
Ein Diener des Geistes hat seinen Leib als ein Opfer zum Dienst bereitgestellt. Man kann über ihn sagen und meinen, was immer man will; denn er tut seinen Dienst für Gott.
Geh als Lebendiger umher; du wirst danach großen Lohn bekommen. Wenn man ins Himmlische gesetzt ist, wird es, wenn man das weiß, so viel leichter sein, über all das Irdische zu siegen. Denn gleichwie Jesus über alle Mächte und Gewalten gesiegt hat, werden auch wir mit ihm siegen – wenn wir dies glauben – und uns lebendig für Gott zum Dienst bereitstellen.
