Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1923-10 - Apostel

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Apostel

In der dänischen Evangeliumszeitschrift sehe ich, dass man in England Apostel hat und dass nun auch Dänemark seinen Apostel bekommen hat. Ich zweifle nicht daran, dass es in der Gemeinde Apostel gibt, aber inwieweit es recht ist, sich Apostel nennen zu lassen, ist eine ganz andere Sache. Ich glaube, dass man recht daran tut, darüber zu schweigen, was man ist oder nicht ist. Wenn die Prüfungen kommen, ist es gut, nicht zu viel über sich selbst gesagt zu haben. Jesus wollte sich nicht Messias nennen lassen. Wenn jemand verstand, dass er der Messias war, dann sagte er selbst, dass Fleisch und Blut dies nicht offenbart hatten.

An einen Apostel werden große Anforderungen gestellt. Paulus sagt, es sieht so aus, dass Gott uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt hat, wie zum Tode Verurteilte. Sie mühten sich ab mit ihrer Hände Arbeit, wurden geschmäht, aber sie segneten. Ihre Aufgabe war nicht, nur Sündenvergebung zu predigen; sie waren Grundfeste und Pfeiler der Gemeinde. Jede schwierige Sache innerhalb der Gemeinde sollten die Apostel klären, damit auf allen Seiten Gerechtigkeit geschehen sollte. Alle Höhen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhoben, sollten sie niederbrechen. Sie sollten den Griechen ein Grieche und den Juden ein Jude sein.

Ich zweifle nicht daran, dass die Apostel unserer Zeit, die gewählt haben, sich Apostel nennen zu lassen, Sündenvergebung predigen können. Aber ich zweifle daran, dass sie alle im Hinblick auf das tiefere Leben in Gott Licht haben. Ich glaube nicht, dass diese alle über das Gesetz der Sünde, das Gesetz des Todes, das Gesetz des Geistes, über die Werke des Fleisches, die Werke des Leibes und tote Werke, über den alten Menschen und den Mensch der Sünde, über den Leib des Fleisches, den Leib des Todes und den Leib der Sünde klare Aussagen treffen können.

Die alten Apostel konnten über alle diese Gesetze klare Aussagen treffen. Aber gleichzeitig wussten sie auch, was es heißt, im Fleisch zu leiden. Sie waren damit vertraut, unentgeltlich zu predigen und Mangel zu leiden. Ich weiß nicht, ob die Apostel unserer Zeit damit vertraut sind. Wollen sie den damaligen Aposteln in allem gleich sein, dann sollten sie ihnen auch in etwas von dem gleich sein, was man Prüfungen im Fleisch nennen kann.

Ich glaube, dass es heute Apostel in der Gemeinde gibt, denn Gott hat sie dort eingesetzt. Wir brauchen nicht nur die Apostel, die entschlafen sind, sondern wir brauchen sie heute in der Gemeinde. Solange die Gemeinde nicht entschlafen ist, solange leben Apostel, Propheten, Hirten, Evangelisten und Lehrer in und mit der Gemeinde. Sie sind dort eingesetzt, damit die Heiligen vollkommen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes, bis wir alle zum Haupt hinwachsen, zum vollen Maß der Fülle Christi und zur Einheit des Glaubens.

Ebenso wie die Gemeinde verborgen ist, so sind auch ihre Diener verborgen. Diejenigen, die offenbar werden wollen, wissen kaum, was der Dienst eines Apostels beinhaltet. Sie verstehen nicht die Verantwortung und die Pflichten, die damit verbunden sind. Jeder wird entsprechend dem geprüft werden, dessen er sich rühmt. Es ist darum gut, nicht zuviel über sich selbst gesagt zu haben.