Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Brief an Edvin Bekkevold (N.N.), 1923-02-07

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Horten, den 7. Februar 1923
Lieber Bruder Edvin Bekkevold,
Friede!

Danke für deine beiden lieben Briefe, aus denen ersichtlich ist, dass es weiterhin Auseinandersetzungen in Kristiania gibt. Du schreibst gleichzeitig, dass du in letzter Zeit über Vieles Licht bekommen hast. Du siehst also, dass diese Auseinandersetzungen dir und anderen mehr Licht gegeben haben. Sei deshalb Gott für alles dankbar. Gott ist innerhalb der Gemeinde ein eifernder Gott. Das kleinste Vergehen wird bestraft. Sei deshalb vorsichtig in all deinem Wandel, denn Gott sieht niemandes Person an. Solange die Züchtigung andauert, sieht es finster aus; aber lass dich nicht erschrecken, bald wird es heller als je zuvor. Die Zucht bringt, wenn man dadurch geübt ist, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit. Verhalte dich ruhig in dieser Zeit und warte auf den Herrn, so wird er dir zeigen, wie es gehen soll. Je mehr „Lärm“ man macht, desto länger dauert die Finsternis an. Sei deshalb still wie der Wächter, der auf den Morgen wartet.

Was Br. Aslaksen betrifft, so ist er in keinster Weise einig mit Br. Risnes. Wir haben uns darüber ausgetauscht. Br. Ramdahl war vor ca. 8 Tagen hier; auch er war nicht einig mit Br. Risnes.

Im Übrigen setzt Risnes nun alles daran, um wieder in die richtige Spur zu kommen. Hoffen wir, dass es ihm gelingt, von Herzen einzusehen, dass er sich gegenüber der Gemeinde in Kristiania ungebührlich verhalten hat. Auch für ihn gibt es eine Befreiung durch Jesus Christus, auch wenn er jetzt unter der Zucht steht. Doch solche Dinge brauchen ihre Zeit. Man kann einem Menschen in einem Augenblick vergeben, aber man kann nicht in einem Augenblick die Gemeinschaft wiederherstellen. Es ist dasselbe wie Rechtfertigung und Heiligung. Das erste kann schnell geschehen, das andere kommt nach und nach. Es ist gut, gehorsam zu sein, aber man muss selbst zusehen, wem man gehorcht. Es heißt: Gehorcht euren Wegleitern im Herrn. Nur im Herrn soll man ihnen gehorchen und die Bedingung ist, dass sie mir wirklich im Herrn Wegleitung gegeben haben. Im Übrigen ist es die Sache jedes Einzelnen, alles zu prüfen und das Gute zu behalten. Nur das, was ich verdauen kann, dient mir zur Nahrung und zum Wachstum, das andere muss ich liegenlassen.

Durch Gottes gütige Führung bin ich nun mehr mit den Geschwistern in Kristiania in Berührung gekommen. Es gab eine Zeit, in der ich den Eindruck hatte, dass sie sich so weit entfernten.

Sei hellhörig für das, was der Geist in der Gemeinde sagt. Verwirf alles, was nicht mit der Schrift übereinstimmt – gleichgültig, von welcher Seite es kommt. Führe das aus, was Gott ausgeführt haben will, so wird alles von selbst in Ordnung kommen.

Ich wünsche dir Gottes reiche Gnade in der Arbeit, lieber Bruder. Sei freimütig und stark!

Herzliche Grüße an dich und die Geschwister!

Dein Bruder

J. O. Smith

Grüße Ingrid und bitte sie, schnell zu sein, dich auf alle deine Fehler aufmerksam zu machen – und auch ihre eigenen im Auge zu behalten.