Friede.
Danke für deinen kurzen Besuch in Horten und für den Brief. Es ist gut, ab und zu die Dinge zu besprechen, die auf dem Arbeitsfeld vor sich gehen, das nun jeden Tag größer und größer wird. Es war wertvoll, Hansen und Haagensen in Kristiania zu treffen. Haagensen bekam von Hansen das allerbeste Zeugnis; und ich weiß ja selbst von seinem Eifer und seiner Treue. Es ist in Wahrheit eine Freude, solche Leute unter uns zu haben. Von Br. Bekkevold (ehem. Leutnant der Heilsarmee) habe ich einen Brief erhalten; er wird sicherlich ein richtiger Streiter für das Kreuz, und das Zusammensein mit den Brüdern in Ostnorwegen hat ihn mächtig gestärkt. Wie du inzwischen wahrscheinlich gehört hast, wollte Br. Øvrebø sich in Sarpsborg niederlassen. Er hatte es so ins Herz bekommen, sagte er, und er sah es als den Willen Gottes an; doch wollte er meine Meinung in der Sache hören. Ich sagte ihm dann, dass er im Niedrigen anfangen sollte und dass diejenigen, die er selbst gewinnen würde, sein Arbeitsfeld bilden würden. Die Geschwister, die die Frucht der Arbeit Anderer in Sarpsborg sind, müsse er als seine gleichgestellten Brüder und Schwestern ansehen und dürfe nicht anfangen, sie zurechtbringen zu wollen. Ich versuchte, wie gesagt, ihm das Verständnis beizubringen, dass alles von seiner eigenen Tüchtigkeit abhängt, da er ja selbst ein Anfänger in der Arbeit ist. Br. Øvrebø hatte sich das nicht ganz so vorgestellt; aber er gestand ein, dass es so sein musste. Es melden sich ständig welche, um zu arbeiten. Bekkevold und Haagensen haben es zu ihrer Zeit genauso gemacht und ihnen beiden wurde Kristiania empfohlen, wo sie, glaube ich, genau hinpassen. B. hat die Zusage für eine Stelle beim Zollamt bekommen, und er ist der Nächste, der eingestellt wird. Er braucht es, eine Zeitlang mit Hansen und Haagensen zusammen zu sein.
Ellefsen sagte, dass Br. Gjerde nach Hardanger heimgefahren ist. Er war Gott innig dankbar für das Zusammensein in Haugesund, das ihn sehr gestärkt hatte, sagte er. In den letzten 8 Tagen war er krank und wohnte bei Brunvold, der ihn sehr liebgewann. Brunvold und seine Frau sind näher gekommen, eine Schwester hat sich eher entfernt, eine andere Schwester, Josefine, hat mehr Glauben bekommen. Sagstad und seine Frau haben sicherlich einiges zum Nachdenken bekommen. Dies ist vorläufig das Ergebnis von Haugesund. Ich will zusehen, dass ich dir ein paar Briefe mitschicke, die von Interesse sein können. Der Chef hier hat vom Marinekorps ein Schreiben bekommen, in dem es u. a. heißt, dass ich Mitte April abgelöst werden soll. Wir werden dann sehen, wie Gott das Ganze regelt. Seinem Namen sei ewig Ehre für seine Güte und Gnade.
Zweimal sprach ich mit Ystrøm. Beim ersten Mal sagte ich ihm direkt, dass er von den inneren Wegen in Christus keine Kenntnis hat. Er wich dem mit vielen Bemerkungen, dass er es schon verstehen würde, aus. Letztes Mal wollte er mehr von den inneren Wegen hören. Doch hatte er wohl eher mit dem Kopf und dem Verstand als mit dem Herz und in Geist und Wahrheit ein paar Inhalte der Lehre ergriffen. Nun hat er also erfahren, was wir ihm zu sagen haben, und nun muss er nachdenken und damit zurechtkommen, so gut er kann. Karl hat sich von ihm getrennt, weil es in ständige Auseinandersetzungen und Verdächtigungen ausartete. Ich habe Ystrøm so verstanden, dass er so gut wie abgeschlossen hat mit Horten und ihm nun andere Städte (Sarpsborg und Trondheim) am Herzen liegen. Seine Schar ist dann der Willkür und dem Abfallen preisgegeben. Ich versuchte, ihm das zu erklären. Karl hat vor, einmal in der Woche den Saal der Molkerei zu mieten. Wenn die Geschwister nun Evangelisationsversammlungen in Horten starten könnten, könnte das vielleicht erfolgreich sein; denn es gibt mehrere Jugendliche, die jetzt spielen können.
Im Zusammenhang mit dem Artikel „Gebt dem Arbeiter seinen Lohn!“ erzählte Marie Hansen, dass ihr Mann die Hortener Zeitung mitnehmen und diesen Artikel in einer großen sozialistischen Jahreshauptversammlung in Drammen vorlesen wolle. Ebenso sagte sie, dass der Vorsitzende der Eisenbahnarbeiter, der bei Skoppum wohnt und der die Norwegischen Eisenbahnarbeiter bei deren Eingliederung in den Landesverband der Sozialisten bei der o. g. Versammlung in Drammen vertreten sollte, durch eben denselben Artikel die Augen so weit geöffnet bekam, dass er um seines Gewissens willen sein Einverständnis zur Vereinigung mit den Sozialisten nicht geben will. Ich war sehr erstaunt, als ich dies hörte; verstehe aber, dass es überall an Licht fehlt. Es lohnt sich zu arbeiten. Sende dein Brot übers Wasser, so wirst du es nach langer Zeit wieder finden.
Grüße zuhause. Grüße die Geschwister. Wir liegen nun in Bergen; ich fuhr nach Haugesund und die „Viking“ war schon abgefahren, sodass ich wieder nach Bergen zurückfahren musste.
Liebe Grüße, dein Bruder
JohanBr. Ellefsen lässt dich grüßen.
Diese beigelegten Briefe kommen aus allen Richtungen. Lass sie gelesen werden, wo Bedarf dafür ist, dann werden alle erfahren, wie es an den verschiedenen Orten geht, und die Gemeinschaft wird vertieft und erweitert werden.
