Wer hineingeht, sieht das Licht
„Niemand zündet ein Licht an und setzt es in einen Winkel, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit, wer hineingeht, das Licht sehe.“ Lk. 11, 33.
Jetzt ist das Licht in unseren Herzen angezündet. Jeder, der hineingeht, wird das Licht sehen. Wer euch annimmt, nimmt mich an, sagt Jesus. Es ist also unmöglich, das Licht, das Gott uns gab, zu sehen, ohne uns anzunehmen. Sie müssen nach drinnen kommen, denn vom irdenen Gefäß strahlt kein Licht. Die überschwängliche Kraft haben wir im irdenen Gefäß, damit der Ruhm nicht von uns sei. Im Licht ist das Leben, aber die Wände des irdenen Gefäßes verhindern, dass der Lichtschein nach außen gelangt. Der Leib ist auf diese Weise eine Decke für das Licht und das Leben, denn über allem Herrlichen liegt eine Decke. Sie sahen auf das Äußere und sagten: Ist das nicht der Sohn des Zimmermannes Josef? Petrus hingegen durfte hinter den Vorhang sehen, als er sagte: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sagte Jesus zu ihm. Fleisch und Blut sehen auf das Äußere, Gott aber sieht auf das Innere. Reinigt das, was innen ist, siehe, so ist euch alles rein.
„Dein Auge ist das Licht des Leibes.“ V. 34. Wenn der Verstand erleuchtet ist und das Licht klar im Inneren scheint, wird das Auge, das das Licht des Leibes ist, dem inneren Licht zu Dienst stehen und über den Leib wachen, sodass er in Heiligkeit und Reinheit bewahrt wird.
„So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.“ V. 35. Wenn das Licht, das man zu haben meint, Finsternis ist, dann wird sogar das Licht des Auges von einem verfinsterten Verstand geleitet, und der Leib hat keine Garantie, beschützt zu werden. Nur im Licht von oben her kann man Leib, Seele und Geist in einem unsträflichen und heiligen Zustand bewahren.
Das geistliche Auge hat auch acht auf den Leib und sieht nach, ob diesem etwas von der Sünde im Fleisch anhängt. Wenn das der Fall ist, muss dies durch Selbsterkenntnis und Gericht entfernt werden.
„Wenn nun dein Leib ganz licht ist und kein Teil an ihm finster ist, dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit hellem Schein.“ V. 36.
Wenn du deine Vergangenheit vor deinem Auge vorbeiziehen lässt und zu dem Ergebnis gelangst, dass keine der Sünden, denen du früher unterlagst, mehr an dir klebt, sondern du wie Paulus sagen kannst: Ich bin mir zwar nichts bewusst, dann ist dein Leib licht, wie wenn das Licht mit hellem Schein auf dich leuchtet. In diesem Licht gibt es keine dunklen Flecken. Sollte man etwas derartiges finden, dann muss es durch Eingestehen und Bekennen in Christi Blut weggereinigt werden.
Wenn unser Inneres rein ist, dann ist auch all das Äußere rein. Wenn die Motive rein sind, werden auch die Werke rein, auch wenn sie nicht vollkommen sind.
