Esau und Jakob
Es ist oft so, dass man leicht glaubt, dass alles Schädliche entfernt ist, wenn man die Magd und ihren Sohn hinausgetrieben hat. Jetzt leben Abraham, Sara und Isaak in Ruhe und Frieden. Doch in Isaaks Lenden schlummern ein Esau und ein Jakob. Isaak ist ein Bild auf Christus: Die Natur Esaus kam in Christi Fleisch nicht zum Vorschein; denn Esau war isoliert – und die Sünde wurde in Christi Fleisch verdammt. Röm. 8, 3. Aber es ist nicht gut, dass der Mann allein sei; Isaak suchte eine Braut. Elieser, ein Bild für den Heiligen Geist, zog in ein fernes Land, Mesopotamien, um eine Frau zu holen, und er fand Rebekka. Ebenso ist nun Gottes Geist unterwegs, um eine Braut für unseren himmlischen Isaak zu finden. Rebekka wurde schwanger und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leib. Wir sind nun Christi Braut, und zwei Kinder stoßen sich miteinander in unserem Leib, nämlich Fleisch und Geist. Esau ist bildlich gesprochen das Fleisch und Jakob das neue Leben – der Geist.
Die Zeit kam, dass Rebekka gebären sollte. Esau wurde zuerst geboren, danach Jakob, der hielt mit seiner Hand Esaus Ferse. Esau wurde Jäger, doch Jakob blieb bei den Zelten. Das Fleisch ist immer unterwegs und hat nie Ruhe. Jakob hingegen hat die Gesinnung Marias und kann still zu Jesu Füßen sitzen. Nur um die Lust eines Augenblicks zu befriedigen, verkaufte Esau sein Erstgeburtsrecht. Jakob hingegen dachte an die Zukunft und erbte den Segen für sich und die Seinen. So verhält sich das Fleisch, es verkauft um einer sündigen Lust willen alles, was Zukunft und Ehre heißt. Doch es holte ihn ein. Als Esau den Segen suchte, erhob er seine Stimme und weinte. „Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, du wirst wohnen ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von oben her. Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem Bruder sollst du dienen. Aber es wird geschehen, dass du einmal sein Joch von deinem Halse reißen wirst.“ 1. Mos. 27, 39-40.
Ist es nicht so, dass Jakobs Joch auf Esaus Hals ruht? Dem Fleisch nach sind wir Knechte Christi. Wenn sich jedoch das Fleisch losreißt, zerbricht es das Joch Christi – das so ein Vorteil ist, wenn man es trägt.
„So spricht der Herr: Ich hasse Esau und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Schakalen zur Wüste. Und wenn auch Edom (Nachkommen Esaus) spricht: Wir sind zerschlagen, aber wir wollen das Zerstörte wieder bauen!, so spricht der Herr Zebaoth: Werden sie bauen, so will ich abbrechen, und man wird sie nennen ‚Land des Frevels‘ und ‚Ein Volk, über das der Herr ewiglich zürnt‘.“ Mal. 1, 3-4.
Lass deshalb nicht das Fleisch Priesterdienst für Gott tun, denn wenn wir bauen, reißt es der Herr wieder ab. Das Fleisch soll nicht den Segen erben, denn der Herr zürnt dem Fleisch ewiglich.
Aber Jakob ist gesegnet mit dem Tau des Himmels und der Fettigkeit der Erde. Völker sollen ihm dienen und Stämme sollen ihm zu Füßen fallen. Er soll Herr über seine Brüder sein – auch über Esau. Gesegnetes Erbteil! Lasst es uns ergreifen – wenn es so sein soll mit List.
